"Kettenhund" Leseprobe, Kapitel 1, Szene 2
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Technoschamane ShadowRun Forum -> Alex` Werkstatt

#31: Re: "Kettenhund" Leseprobe, Kapitel 1, Szene 2 Autor: IndigoWohnort: Rhein-Ruhr-Megaplex BeitragVerfasst am: Mi Sep 07, 2005 1:42 pm
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Ich finde Blut und Badabumm eher schwierig, denn ich verlier als Leser bei so Kämpfen schon schnell den Überblick und finde es als Schreiber gleich doppelt schwer die "Choreografie" des Kampfes verständlich umzusetzen. Deswegen mach ich solche Szenen ungern.

Vielleicht hat Alex mal ne Kampfszene für uns als Probe?

Ich muß meine nachbearbeiten...meine Hauptdarsteller kommen zu glimpflich davon. he...he... Bin halt zu weich... Embarassed

#32: Re: "Kettenhund" Leseprobe, Kapitel 1, Szene 2 Autor: Lauren BeitragVerfasst am: Mi Sep 07, 2005 3:21 pm
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Ist ganz sicher immer die Frage des Maßes. Ich persönlich tendiere zu einer cineastischen, sprich wirklich pubertäre Popcornkino-Feuer-Tot-Tot-Badabummmm-Interpretation Shadowruns, weil, um mal vom Rollenspielsystem auszugehen, der Actionanteil im Wesen des Spiels doch schon ziemlich hoch ist, und man sich ja irgendwie damit mit der Zeit abgefunden bzw. identifiziert hat. Übertreiben darf man es natürlich nicht, geschweige denn dadurch eine nicht vorhandene Story oder Dialoge ersetzen.

[bestes Beispiel: Das Terminus Experiment, schlechtes Kino, schlechte Geschichte, neben dem 3. von Assman mein bisher schlechtestes Buch des Lebens.]

Aber es verwundert mich schon lange, warum es keine, bzw. kaum Romane gibt, die tatsächlich einen vielschichten, langen "Shadowrun" erzählen, sondern mehr eine (zuweilen sogar recht) ausgeklügelte Beinarbeit/Interaktionsdramatik an den Tag legen. Ich sehe das Ambivalent, weil ich mich dann so schlecht damit identifizieren kann, was ja wiederum eines der wichtigsten Faktoren ist, um mich als Leser zu gewinnen.


Vieles wirkt einfach nur wie eine Geschichte, die lediglich im Shadowrun-Universum spielt, aber nicht wirklich mehr das ist, was die Philosophie mal war oder zumindest sein sollte [["You´re a Shadowrunner, a street operative, living in the shadows where life an death is only a razors edge..."]] . Und das ist besonders in den jüngeren Romanen so]

Ich könnte mir vorstellen (Achtung: unqualifizierte Bemerkung), dass das bei Kettenhund ähnlich ist.



Ciao, Lau

#33: Re: "Kettenhund" Leseprobe, Kapitel 1, Szene 2 Autor: IndigoWohnort: Rhein-Ruhr-Megaplex BeitragVerfasst am: Mi Sep 07, 2005 3:52 pm
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Hi Lauren,

was stellst du dir denn vor unter einem "richtigen langen Shadowrun"? Erzähltechnisch stell ich mir das eher langweilig vor weil der Leser dann ja sozusagen "mit den Runnern" den Plan entwickelt und man nicht so viele Überraschungen einbauen kann. Außerdem bleiben die Charaktäre ohne die "Außer-Run-Interaktion" eher ein wenig farblos als wenn man ein bisschen Privatleben mit rein bringt. Glaub ich zumindest...kann aber sein das es andere Leutz nervt und sie nur den Run haben möchten.

Greetz

Indigo

PS: Was ist aus deiner Schreiberei geworden?

#34: Re: "Kettenhund" Leseprobe, Kapitel 1, Szene 2 Autor: Lauren BeitragVerfasst am: Mi Sep 07, 2005 11:09 pm
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Tja, da hast du zweifelsohne den Knackpunkt erwischt:

Ist dieser "ach so tolle Shadowrun" nicht auch einfach nur eine Utopie, die vielleicht daher rührt, dass "ach so tolle Shadowrun"-Äquivalente tatsächlich nur in Filmen machbar sind?

Die Gefahr ist, dass lange Shadowruns unter Umständen kaum Spielraum für konflikreiche Beziehungen zwischen Figuren lassen, die das Buch wiederum erst lesenswert und lebendig machen. Das muss aber definitiv nicht sein, obwohl "Beinarbeit Bücher" (in meinen Augen knapp 100% der Publikationen, jedoch mit unterschiedlicher Gewichtung) natürlich deutlich im Vorteil sind.

Darin liegt die größte Schwierigkeit, die Figuren. Und dann muss man natürlich auch als Autor einen Shadowrun ausklügeln, der so genial ist, dass er dem Leser jede zweite Seite eine Überraschung auftut, sodass man nichts anderes kann, als weiterzulesen. Ich gehe davon aus, dass das ein Großteil der SR- Autoren nicht kann [selbst offizielle SR-Kampagnen-Publikationen können das nicht!], weshalb ihre Geschichten sich dann anderweitig (und zweifelsohne berechtigt!) ihre Tiefgründigkeit suchen - evtl. ein Bischen tricky, weil dann u.U. die Firmenphilosophie verletzt wird Wink.
Mir kommt es nicht auf die absolut Länge an - aber bisherige Romane sind für mich meist zu einseitig beinarbeitig gewichtet. Damit meine ich aber nicht, dass für mich die Kubikmeteranzahl an verspritztem Blut und Hirnmasse zählt Wink !



Mh, okay, du sprichst meine Schreiberei an, da kann ich ja mal sagen, was ich mir zu diesem Thema gedacht habe:

Ich bin zu meinem Leidwesen wahrscheinlich zu schlecht, das umzusetzen, was ich mir wirklich vorstelle. Deshalb kann ich nur hoffen, dass es jemandem gefallen wird, aber gut, damit muss man ja immer rechnen.
Ich bin mein Buch aus oben genanntem Problem etwas unkoventioneller angegangen, und lasse den Inhalt praktisch nur von zwei intensiven und tiefgründigen Handlungsträgern einnehmen [und nicht z.B. fünf], sodass Platz für die Schlüssel-Shadowruns eingespart wird, der in "normalen Büchern" schon rein drucktechnisch nicht vorhanden ist. Ich kürze gerade das (bei mir wie erwartet ein wenig ausgeuferte) Skript radikal auf die wichtigsten und interessantesten Begebenheiten und die Beziehung zwischen beiden Helden zusammen, und lasse die Geschichte konsequent im Hintergrund, sprich ich streue nur winzige Informationsfetzen versteckt durch die Gegend, während die Protagonisten ihre eigenenartigen Wechselwirkungen darauf ausleben. So kann sich der Leser bis zum allerletzten Ende nur mosaikartig ausmalen, was den die Handlung dennoch vorrantreibenden(, mysteriösen?) Ereignissen, aber auch den teilweise undurchschaubaren Handlungen der Protagonisten zugrunde liegt. Das Buch umfasst knapp 21 Jahre Spielzeit mit großen Sprüngen - ich sagte ja, unkonventionell.

Erst im Showdown dann kondensiert sich die Geschichte um einen einzigen Punkt, und offenbart das (hoffentlich, hoffentlich) überraschende Ende und die ganze Geschichte. Ich verstehe sozusagen das ganze Buch nur als "Landebahn" für die Pointe, und hoffe, dass es vielleicht ein Bischen hängen bleibt und "nachdenklich" macht, dann wäre ich schon zufrieden. Es ist u.a. im Gegensatz zu Geschichten geschrieben, die ab Seite 60 oder sogar dem Klappentext bewusst(!) durchschaubar sind (ich hoffe es wirkt nicht lächerlich, wenn ich auf Großmeistern rumhacke, aber ein Beispiel ist Stumvogel von Heitz. Wenigstens weiß er es selbst sehr genau, aber das macht es ehrlich gesagt nicht besser.)


Ich glaube das von mir gesagt klingt für Uneingeweihte entweder recht mäßig oder es klingt besser, als es wahrscheinlich ist, aber ich gebe mir Mühe, der Theorie gerecht zu werden.

Da fällt mir gerade auf, dass das hier gar nicht mein Thema ist, sonder Alex´. Sorry, Atze, ich will dir dein Forum nicht zutexten.


Ciao, Lau

#35: Re: "Kettenhund" Leseprobe, Kapitel 1, Szene 2 Autor: CyberianWohnort: London Sprawl BeitragVerfasst am: Sa Sep 10, 2005 12:56 pm
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Indigo hat folgendes geschrieben:
Du willst Fotos verhauen? Weia...

Redest du dich nicht sonst auch um Kopf und Kragen? Wink

Keine Sorge Cyberian, der blufft nur...
Und Krix ist btw der schnellste Leser aller Zeiten...der liest keine Bücher, der inhaliert die...


*snicker* Schon okay. Smile Ich hatte die Tage wieder viel um die Ohren, muß jetzt versuchen, aufzuholen. Smile Um mich herum stapelt sich die Arbeit, und eigentlich will ich schreiben. Ach, die Freuden eines regulären Jobs...

#36: Re: "Kettenhund" Leseprobe, Kapitel 1, Szene 2 Autor: CyberianWohnort: London Sprawl BeitragVerfasst am: Sa Sep 10, 2005 12:58 pm
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Jingles hat folgendes geschrieben:
Du hattest um solche gebeten, nicht wahr? Wink

Nein, nicht du hast mich abgeschreckt, sondern diese eine Leseprobe (während ich die andere bis auf ein paar Kleinigkeiten ganz gut fand). Bitte Kritik an der Sache nicht persönlich nehmen Smile


Finde ich, zugegeben, immer etwas schwierig. Smile Aber wenn man den Kontakt sucht, dann muß man sich vielleicht noch eine Lage dicker Haut zulegen. Smile Wird mir auch irgendwann gelingen. Wink

#37: Re: "Kettenhund" Leseprobe, Kapitel 1, Szene 2 Autor: CyberianWohnort: London Sprawl BeitragVerfasst am: Sa Sep 10, 2005 1:30 pm
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Lauren hat folgendes geschrieben:
Die Charaktere sind für mich ganz einfach sehr, bzw. wirklich extrem blass und tatsächlich habe ich keine Lust mehr, mir das Buch zu kaufen, weil mich die Helden einfach nicht interessieren und ansprechen, und zwar allesamt (bis auf Mischko).


Ich muß gestehen, dass Mischko mein Liebling ist, und das wird man auch merken. Der Bursche liegt auch in der Grauzone - richtig "gut" ist der nicht, obwohl er eine ganze Reihe positiver Eigenschaften hat, darunter die, die mein persönlicher Sympathieträger immer hat: Absolute Loyalität.


Lauren hat folgendes geschrieben:
Da ich mir aber vorstellen kann, dass das vielleicht einfach nur ein "mittelmäßiges" Kapitel ist - und mal ehrlich: Wir alle wissen oder können zumindest nachvollziehen, wie verdammt schwer es ist, Helden in allen Facetten vorzustellen, ohne langweilig zu wirken (was es hier dann leider geworden ist) - könnte ich mich vielleicht doch noch umstimmen lassen, sofern das Buch dann auch in der Qualität der 1. Leseprobe sein sollte.


Nun, es gibt verschiedene Handlungsstränge - Mischko, Janus und Flechette sind Träger von Perspektiven. Flechette sieht die Welt anders als Mischko oder Janus, und die beiden letzteren sich nicht zuletzt Kontrastcharaktere - gerade, weil sie das genaue Gegenteil voneinander sind, wird der jeweils andere dadurch beleuchtet. Zumindest ist das der Plan.


Lauren hat folgendes geschrieben:
Es ist ganz einfach das krasse Gefälle zwischen 1. und 2. Leseprobe, was mich irritiert hat, und da es hier ja schließlich um Kapitalfang geht, habe ich jetzt natürlich ein fades Gefühl bei sieben Euro.


Neun Euro. Smile Das "Gefälle" würde ich persönlich eher als "Kontrast" sehen, in Janus Kopf geht es so zu, in Mischkos eben anders. Natürlich ist Mischko dabei sympathischer.

Lauren hat folgendes geschrieben:
Und das ist eines der absolut grottenschlechtesten Bücher meines Lebens, und hatte mit dem Eindruck des "Alten" nichts mehr am Hut. Ich habe mich buchstäblich durchgequält (Bahnfahrt), und habe zum ersten Mal in meinem Leben mitten im "Showdown" (Einem Ereignis, was nicht verdient, so genannt zu werden, sprich bei profanen 30 Seiten vor Schluss) aufgehört zu lesen, ohne zu wissen [obwohl, es war lächerlich durchschaubar], wie es ausgeht, und weggeschmissen - Mülleimer. Es war wirklich einfach ZU schlecht; Charaktere, Schreibstil, Geschichte - es wirkte wie wie der getränkte Schweißlappen eines gestressten Schreibers unter Verlagsdruck, und mal ehrlich, wir reden hier von <i>Shadowrun</i>, Willkommen am intellektuellen Hotspot Wink


Ich würde Shadowrun nicht direkt unter "Müll-Genre" einordnen. Ich habe ne Menge Bücher gelesen, die sich selbst als "literarisch" oder "gehobenen Anspruchs" verstanden haben, und die nicht das Papier wert waren, auf dem sie gedruckt worden sind. Solange die Figuren, Gedankengänge und die poetische Wahrheit stimmen (innere Logik der Story und der Charaktere), muß ich sagen, mache ich persönlich keine Unterscheidung zwischen "Trivial" und "Literatur". Es gibt eine Menge guter Bücher da draußen, und manchmal wird man unter den seltsamsten Steinen fündig. Es gibt viele Stellen in Maikes Büchern, die mich ebenso berührt haben wie Juli Zehs "Adler und Engel" oder "Die Stille ist ein Geräusch".

Ich persönlich schreibe in dem Genre und das Buch, das plötzlich in meinem Kopf ist. Ob es dabei ein DSA-Buch, ein SR-Buch, ein eigengebauter Fantasy-Roman oder was "absichtlich literarisches" ist, ist mir persönlich egal, solange ich das Buch so gut schreibe, wie ich es kann, und den Figuren gerecht werde. Wenn ich es schaffe, das auszudrücken, was ich fühle und/oder denke, hat sich das Buch für mich gelohnt. Mehr will ich vom Schreiben gar nicht. Smile


Lauren hat folgendes geschrieben:
Wozu lese ich eine Geschichte, wenn sie "nichts Besonderes" ist?

Stichworte: Das gewisse Extra, Feuer, Fuego, Fire, Spice, Idee, Esprit. Die vorgestellten Charaktere [außer Mischko, auf den trifft das alles zu, das Setting Russland ist genial und unverbraucht!] wirken halt wirklich, so hart es klingt 08/15. Dort ist nichts, keine Sympathie, Null, gar nix. Liest sich ja fast wie eine Geschichte von mir.


Du sagst es selbst, Russland und Mischko sollten das "Spice" darstellen, aber vielleicht braucht es eine höhere "Genialitätsdichte". Smile Andererseits - wenn ich die Runner rausgelassen hätte, wäre es dann noch SR? Smile


Lauren hat folgendes geschrieben:
Aber zum Trost: Das kommt aber in den besten Familien vor. (Heitz kann außer genialst(!) Schreiben und dann hinter früheren Werken zurückbleiben - mit zunehmender Nummerierug nicht mehr mit echter Raffinesse überzeugen).


Mir liegen Andre und Maike eher. Smile Die Matrix-Kurzgeschichte hat mich eher abgeschreckt, die Art Humor ist nicht so meins. Aber das ist eine reine Geschmackssache.


Lauren hat folgendes geschrieben:
und 2.) Ich werde mir "Kettenhund" trotzdem holen, immerhin muss das Gefühl ganz schön ranzig sein, so eine Kritik über den Bildschirm zu bekommen. Ist aber nett gemeint, wenn du mal in der Gegend bist, lade ich dich zu nem Bierchen ein. Wink


Wenn ich lieber nen Wodka/Orange trinken darf (ich mag kein Bier, seltsam, ich weiß), gern. Wo sitzt du den in D? Ich fliege zumindest zur Spielemesse Essen in die alte Heimat. Smile Und - meine Gefühle sollten beim Kauf des Buches echt keine Rolle spielen. Ich zwinge niemanden. Und Kritiken habe ich wegen der anderen Bücher bekommen - ist nicht immer leicht, die zu verarbeiten und sich direkt danach zum Schreiben hinzusetzen, aber das gehört nunmal zum Job ... Ich hab`smir ausgesucht, ich muß damit leben, dafür entschädigen einen andere Sachen. Und ich rede nicht über das Geld. Smile

#38: Re: "Kettenhund" Leseprobe, Kapitel 1, Szene 2 Autor: CyberianWohnort: London Sprawl BeitragVerfasst am: Sa Sep 10, 2005 1:42 pm
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Jingles hat folgendes geschrieben:
Den Eindruck habe ich bei vielen SR-Romanen. Lieblos dahingeklatschte Charaktere, absehbare Handlungen, die man nichtmal als Plotidee verwursten könnte, aber Hauptsache viel Blut und Badabumm. Massenware halt. Ich kann mir vorstellen dass die Autoren von den Verlagen nicht viel Geld dafür sehen, und deshalb ist wohl auch die Qualität mässig. Angesichts der Tatsache, dass dem geneigten Leser für ein solches Machwerk um die 10 Euro aus der Tasche geleiert werden, finde ich das im wahrsten Sinne des Wortes ziemlich arm Wink


Nun, das mit dem Verhältnis Geld - absehbare Handlung. Das sehe ich anders. Millionschwere Projekte haben völlig absehbare Handlungen. Um das zu beweisen, nicke ich nurmal richtung Hollywood Massenkino. *Das* ist arm, und da ist richtig Geld im Spiel.

Und, nein, reich wird man vom Schreiben nicht. Mit vier verkauften Büchern und zwei verkauften Kurzgeschichten muß ich sagen - Papkarton unter einer Brücke, wollte ich davon leben. Ich habe mal aus Spaß meinen Stundenlohn ausgerechnet, zumindest bei meinen beiden ersten Büchern. Beim ersten Buch lag der etwa bei 2,70 (DM, nicht EUR), beim zweiten Buch bei ca 5 DM. Danach habe ich das nicht mehr gemacht. Es ist einfach zu bitter.

Und das ist die Zeit zum Schreiben und Überarbeiten. Nicht enthalten sind:

- Planung (meist 3-6 Monate)
- Erstellung des Exposees (ca 2 Wochen)
- Kauf der Bücher zur Recherche (liegt im Schnitt bei ca 200 EUR, weil ich recht gründlich recherchiere)
- Lesen und Auswerten der Recherche-Bücher

Oder, wie eine Autorenfreundin einmal so schön sagte: "Taschenbücher schreiben ist ein teures Hobby".

#39: Re: "Kettenhund" Leseprobe, Kapitel 1, Szene 2 Autor: CyberianWohnort: London Sprawl BeitragVerfasst am: Sa Sep 10, 2005 1:46 pm
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Indigo hat folgendes geschrieben:
Ich finde Blut und Badabumm eher schwierig, denn ich verlier als Leser bei so Kämpfen schon schnell den Überblick und finde es als Schreiber gleich doppelt schwer die "Choreografie" des Kampfes verständlich umzusetzen. Deswegen mach ich solche Szenen ungern.

Vielleicht hat Alex mal ne Kampfszene für uns als Probe?

Ich muß meine nachbearbeiten...meine Hauptdarsteller kommen zu glimpflich davon. he...he... Bin halt zu weich... Embarassed


Kampfszenen sind stressig zu schreiben. Und ich haue immer wieder mit dem Kopf irgendwo gegen, wenn mich die Energie der Szene im Stich läßt. Ist, wie gegen eine Wand zu laufen. Und wehe, man merkt, wie schwierig sie war. Das ist das Gemeine - sie muß immer noch so leicht fließen wie der Rest des Romans. Ekelhafte Arbeit. Nach dem Showdown im Kettenhund war ich schweißgebadet und körperlich völlig erschlagen.

Und - "zu weich" finde ich heftig. Wer sagt denn sowas? Wenn dein SR anders ist als das von der "Blut und Eingeweide"-Frajktion, ist das doch nicht schlimm?

Und - ich muß das Tupilak lesen. Ich will es lesen, aber es ist so schwierig, mich gerade von meinem nächsten Buch loszureißen.... Außerdem versuche ich, keine fiktionalen Texte zu lesen, wenn ich gerade selbst schreibe. Ich übernehme zu schnell den Stil oder ganze Passagen... nicht mit Absicht, aber es passiert einfach.

Und das mit der Kampfszene - die kommen doch alle später im Buch... macht das Sinn, ohne zuviel zu verraten...?

#40: Re: "Kettenhund" Leseprobe, Kapitel 1, Szene 2 Autor: CyberianWohnort: London Sprawl BeitragVerfasst am: Sa Sep 10, 2005 1:59 pm
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Lauren hat folgendes geschrieben:
Ist ganz sicher immer die Frage des Maßes. Ich persönlich tendiere zu einer cineastischen, sprich wirklich pubertäre Popcornkino-Feuer-Tot-Tot-Badabummmm-Interpretation Shadowruns, weil, um mal vom Rollenspielsystem auszugehen, der Actionanteil im Wesen des Spiels doch schon ziemlich hoch ist, und man sich ja irgendwie damit mit der Zeit abgefunden bzw. identifiziert hat. Übertreiben darf man es natürlich nicht, geschweige denn dadurch eine nicht vorhandene Story oder Dialoge ersetzen.

(...)

Aber es verwundert mich schon lange, warum es keine, bzw. kaum Romane gibt, die tatsächlich einen vielschichten, langen "Shadowrun" erzählen, sondern mehr eine (zuweilen sogar recht) ausgeklügelte Beinarbeit/Interaktionsdramatik an den Tag legen. Ich sehe das Ambivalent, weil ich mich dann so schlecht damit identifizieren kann, was ja wiederum eines der wichtigsten Faktoren ist, um mich als Leser zu gewinnen.


Vieles wirkt einfach nur wie eine Geschichte, die lediglich im Shadowrun-Universum spielt, aber nicht wirklich mehr das ist, was die Philosophie mal war oder zumindest sein sollte [["You´re a Shadowrunner, a street operative, living in the shadows where life an death is only a razors edge..."]] . Und das ist besonders in den jüngeren Romanen so]

Ich könnte mir vorstellen (Achtung: unqualifizierte Bemerkung), dass das bei Kettenhund ähnlich ist.


Hm. Ich kann dazu wenig sagen, ohne das Buch zu interpretieren, und das mache ich sehr ungern. Was /ich/ über /mein/ Buch denke, ist eigentlich völlig egal. Wenn es aus meinen Händen ist, habe ich im Grunde den Mund zu halten.

Auf der anderen Seite rede ich natürlich gern über mein Buch. Der Job ist schlicht einsam, und für mich ist es wichtig, zu sehen, ob das, was ich umsetzen wollte, auch so ähnlich angekommen ist, wie ich es wollte. Nicht zuletzt, um daraus was für`s nächste Buch zu lernen - und ich hoffe, daß ich immer besser werde, aber dazu muß ich experimentieren, ob etwas so funktioniert oder nicht. Ob ich mich wohlfühle damit, oder ob es "unwahr" wird (unaufrichtig, unaufthentisch, style over substance, hat Lauren das genannt).

Der Plot von "Kettenhund" ist ein gespieltes Abenteuer. Ich habe die Figuren natürlich geändert, auch den Verlauf der Story, aber im Kern ist es ein Shadowrun. /Meine/ Sorte Shadowrun, als Spielleiter sind mir Atmosphäre und Interaktion wichtig, deutlich wichtiger als die Regeln. Action sollte cinematisch und "cool" sein, dafür sind mir trotzdem Realismus und Härte wichtig - etwa, was die Konsequenzen von Wunden angeht. Wenn einer der Charaktere mitten in einer Explosion steht, dann tut das weh. Und der steht dann nicht einfach auf, oder wird weggetragen. Der liegt da und ist dem Tod näher als dem Leben. Wenn ein Charakter zum Berserker wird, dann wird das unschön und unmoralisch. Beides Szenen, die einige Leser "zu hart" fanden, aber, nun, so, und nur so machte es Sinn.

#41: Re: "Kettenhund" Leseprobe, Kapitel 1, Szene 2 Autor: CyberianWohnort: London Sprawl BeitragVerfasst am: Sa Sep 10, 2005 2:02 pm
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Lauren hat folgendes geschrieben:
Da fällt mir gerade auf, dass das hier gar nicht mein Thema ist, sonder Alex´. Sorry, Atze, ich will dir dein Forum nicht zutexten.Ciao, Lau


Völlig okay. Smile Mich interessiert es schon. Smile

#42: Re: "Kettenhund" Leseprobe, Kapitel 1, Szene 2 Autor: Letranger1983Wohnort: Mainz BeitragVerfasst am: Fr Okt 05, 2007 2:21 pm
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Habe da Buch gelesen. Es mit Sicherheit kein 08/15 SR-Buch. Der Schreibstill ist klar, die Protagonisten und Antagonisten sind auch zum Ambiente passend. Wirklich gut ist die Lanschaftsbeschreibung gelungen, ebenso wie die Beschreibung Mishkos Gefühlslebens. Ich kann dem buch nur ein positive Note geben.

#43: Re: "Kettenhund" Leseprobe, Kapitel 1, Szene 2 Autor: CyberianWohnort: London Sprawl BeitragVerfasst am: Sa Okt 06, 2007 1:48 am
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@Letranger: Danke! Amazon-Rezi (jaja, ich bin schamlos...)



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