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Monkey Business (Free Play - Low Level)
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Der Philosoph
Mietmuskel
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Beitrag Verfasst am: Mi März 05, 2014 1:56 pm    Titel: Monkey Business (Free Play - Low Level) Antworten mit Zitat

Das Sub-Marine ist ein etwas spezieller Neon-Club, ungefähr dort, wo in der sogenannten East-Side des Seattle-Komplexes, den heutigen Redmond-Barrens früher der Lake Sammamish State Park lag. Aufgrund des ergiebigen Schmuggels zwischen den Redmond-Barrens und Bellevue über den See hinweg, wird der Lake Sammamish auch umgangsspraqchlich gern Phantom-Lake genannt. Auf jeden Fall dort gibt es das Sub-Marine, das seit dem SURGE der Nightlife-Treffpunkt für Angehörige und Fans der Homo Sapiens Ichtyus geworden ist. Früher war das gebäude einmal ein wirklich kleines Aqua-Zoo-Museum, doch heute sind die großen Aquarien voller unterschiedlicher – auch exotischer – Fische und Unterwasserpflanzen Orte zur Unterhaltung, Tanzen, Party, Drogen und extrem lauter, überbasshaltiger Musik. „Bass muss sein Bass muss immer sein, und Bass muss so sein, dass er Wellen im Wasser macht!“
Aus welchen Gründen auch immer, Zugehörigkeit zur Crowd, eigene Ichtyus-Traits, den speziellen Drogen, der speziellen Küche oder allein wegen des Exotismus – es gibt auch ausreichend Platz und Spaß für reine Luftatmer – heute ist eine dieser Nächte, wo man dich hier findet.
Dieser Ort ist selbst für Seatle außergewöhnlich außergwöhnlich!
Der Korridor ist feucht und von Rissen durchzogen, er scheint zu Meeresgrotten, zum mythologischen Reich von Wassernymphen zu führen. Die Logen dort sind angelegt wie Aquarien - und hinter jedem scheint sich ein Zugang zur Tiefsee zu öffnen.
In den anderen Logen hatten sich überall die weißen Nymphen, die diese düstern Grotten bewohnen, in die Nähe der dunklen Rückwand geflüchtet und blieben unsichtbar. Doch mit dem Fortschreiten der Nacht lösten sich diese Gestalten weich mit menschlichen Umrissen aus den Tiefen des Dunkels ab. Sie tauchen, wenn sie sich weiter nach vorn ins Licht heben, mit halbnackten Körpern senkrecht empor bis zu der im Halbdunkel liegenden Oberfläche, an der ihre Gesichter hinter dem heiteren leichten Rieseln und Schäumen der Wellen aufschimmerten, die sich unter dem Wogenschlag einer Flut zu bewegen schienen.
Die Glasscheiben der riesigen Fisch-Tanks sind eine ewig unüberbrückbar von dem dunkeldurchscheinenden Reich geschiedene, dessen Grenzlinie immer wieder mit ihrer durchsichtigen, glatten Oberfläche die klaren, von Lichtreflexen glitzernden Augen der Nymphen bezeichneten. Dann kamen die Klappsitze der Uferregion, wo die Liftatmer zwangsläufig Platz nehmen und im Wasser selber die Gestalten der Meeresungeheuer, weit weniger ansehnlich als die Frauen. Außerhalb der Tanks hingegen wenden die strahlenden Meerjungfrauen sich jeden Augenblick lächelnd den Gästen zu, die sich daruafhin wie bärtigen Tritonenfühlen um und boten Essen, Alkohol oder Drogen an.
Manchmal teilt sich dann noch einmal die Flut vor einer neuen Nereide, die verspätet, lächelnd und verwirrt aus dem Dunkel hervorwuchs. Wie es alle diese Meerjungfrauen zuvor aus den Tiefen herausgelockt hatte, als wenn sie vom Festland mehr erwartet hatten als sie zurück bekommen haben, tauchen alle Meerjungfrauen mit einem Schlage zurück. Die verschieden gearteten Schwestern versinken einfach wieder in die Nacht ihres Elements.
Unter allen den Schlupfwinkeln, auf deren Schwelle die spielerische Neugier gegenüber dem Menschenwerk diese unnahbaren Göttinnen lockt, ist die berühmteste jene halbdunkle Grotte, die unter dam Namen ´Loge der Prinzessin´ bekannt ist. Wie eine große Göttin, die von fern die niederen Gottheiten überwacht, war die Prinzessin absichtlich im Hintergrund auf einem seitlichen Sofa sitzen geblieben, das rot wie ein Korallenschiff scheinbar neben einem glasverkleideten Beleuchtungskörper, wahrscheinlich einem Spiegel, steht, der wie ein von einem senkrecht einfallenden, im nassen Element verborgen sich auflösenden Strahl im leuchtenden Kristall des Wassers hervorgerufener Lichtkegel wirkt.
Gleichzeitig Feder und Blüte wie gewisse Meerespflanzen, fällt eine große weiße Blume, einer flaumigen Vogelschwinge ähnlich, von der Stirn der Prinzessin an einer ihrer Wangen herab, deren Neigung sie sich mit koketter, verliebter und beseelter Weichheit anschmiegt und die halb von ihr umschlossen scheint, sie wie ein rosiges Eisvogelei im weichen Nest ruhen läßt. Auf dem Haar der Prinzessin liegt bis zu den Brauen herab und dann wieder auf der Höhe von Hals und Brust ein Netz, das aus kleinen weißen Muscheln besteht, wie sie in australischen Meeren gefischt werden und die hier, mit Perlen untermischt, einen mosaikartigen Meeresgrund bilden, der kaum aus den Wogen herauszuschimmern scheint und dann gleich wieder in ihrem Dunkel verschwindet, auf dessen Tiefe selbst dann noch eine menschliche Gegenwart durch die schimmernd-lebendige Beweglichkeit der Augen sich verrät.
Doch näher als diese Traum- oder Drogenbilder sind jene, die unmittelbar vor einem stehen und reden. In dieser Loge bedienen vier Ithyus – zwei Männer und zwei Frauen. Die Männer weisen grüne und gelbe Schuppen auf, die Färbung der Frauen ist eher im Bereich von Weiß und hellem Blau. Die Augen groß, kreisförmig, Pupillen wie schwarze Löcher, und von bernstein-goldener Farbe. Alle vier tragen schwarze T-Shirts mit einer im UV-Licht blendend weiß strahlenden Aufschrift ihrer Namen: Wyslihenthade und Thasilenthade bei den Männern; Hwaysenthade und Yhanisenthade bei den Frauen. Die Frauen sehen sich eindeutig ähnlich, was den Gedanken an Schwester aufbringt.
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Beitrag Verfasst am: Mi März 05, 2014 1:56 pm    Titel: Werbepause


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Indigo
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Beitrag Verfasst am: Mi März 05, 2014 2:52 pm    Titel: Re: Monkey Business (Free Play - Low Level) Antworten mit Zitat

#Dann sag ich mal Hallo! Smile

„Helle Himmel, was zur Hölle ist das denn fürn Laden?“, Creepy, ganz Luftatmer hinkt verwirrt durch einen der Korridore und versucht erst mal sich zu orientieren.

Der Bass haut ihr immer wieder mit Wucht auf den Torso und sie vermisst jetzt schon das Gefühl der Sicherheit, dass ihr die Panzerweste sonst vermittelt. Doch die musste heute zusammen mit ihrem Fetzenumhang und der Auswahl an Pillen zuhause bleiben, weil sie diesen Club erkunden sollte.

Also macht sie einen auf Schnuckelgruft mit unpassender Mütze, ganz in schwarze Spitze und Stoff in so dunklen Rot- und Grüntönen gekleidet, dass es fast schon schwarz wirkt.

Sie konnte es nicht über sich bringen, sich von ihrer Weihnachtsmann-Mütze mit dem Bommel zu trennen, nicht mal für einen Abend und so fingert sie nervös an dem schmuddeligen Bommel rum, der bei jedem hinkenden Hüpfer mitschwingt, der sie tiefer ins Sub-Marines bringt.

Ihr Gesicht scheint im Schatten zu liegen, sie hat es mit dem Make-up mehr als übertrieben und ihre sturmgrauen Augen schwimmen in Schwärze, die in breiten Tropfen ihre Wangen runter gelaufen ist. Auch der Mund wirkt schwarz, nur das Weiß der Augen und der speckige Rand samt Bommel der Mütze leuchten im Schwarzlicht.

Die kleine Norm schaut sich zweifelnd um liest die komplizierten Namen, die ihr von den T-Shirts der Bedienungen entgegen schimmern und fragt sich, was man hier wohl alibimäßig bestellen könnte, das einen nicht gleich pleite macht bis Ende des nächsten Monats.
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Beitrag Verfasst am: Do März 06, 2014 11:36 am    Titel: Re: Monkey Business (Free Play - Low Level) Antworten mit Zitat

# Und ein Hallo zurück! Smile

Der Laden ist heute voll – wahrscheinlich – denn wenn, dann wüßte das nur ein Stammkunde. Auf jeden Fall sind hier in der Ecke, oder Loge wie das hier so vornehm genannt wird, ein paar Troublemaker und haben sich breit gemacht.
Es sind Fünf, vier Typen und eine Braut – gehören einer bestimmten Poser-Gang an. Nicht nur an ihren Kutten wären die zu erkennen, sondern vor allem an ihrer wohl zum Mindeststandard für die Gang gehörenden Cyberwear: Kunsthaar, Fellersatz und ein puschiger Schanz sowie Adrenalin-Booster, olifaktorischer und taktiler Booster, Cyber-Katzenaugen, Cyberkrallen, verbesserter und erweiterter Hörsinn machten sie zu sogenannten SophistiCATS. Alles reiche, versnobte Pinkel. Aber nichts konnte die cholerischer ausrasten lassen als ein Verweis auf die beliebte Werbekampagne vor vielen Jahren: „Sophisticat – The Non-Clumping Cat Litter for your Beauticat!“
Aber jetzt sitzen da an einem der Tische in der Loge: fünf Katzen-Ganger mit im Takt zuckenden Schnurbarthaaren und ebenfalls im extra-tiefen und über-lauten Bass herumzuckenden Katzenschwänzen – im Moment hämmert eine unbedeutende deutsche HardRock-Band namens MotorJesus ihren neuesten Song ‚King of the Dead End Road’ gleichermaßen durch Äther und Wasser.
Doch die ‚sophisticated cats’, die sich für gleichermaßen kultiviert, anspruchsvoll, ausgeklügelt, differenziert, durchdacht, filigran, erfahren, gebildet, hochentwickelt, kompliziert, mondän und raffiniert halten, erfreuen sich gerade daran ihre Umwelt mit lauten Kommentaren über das leckere Futter in den Aquarien, über was wohl sonst noch so auf der Speisekarte stehen mag und wer wohl die unangenehmsten Essgewohnheiten im Bezug auf Fisch hat, zu überschütten.
Die weibliche Katze ist recht atraktiv, wenn auch etwas stämmig, gut bestückt, mit grau-schwarzem Fell, und dem Gesicht eines jungen Panthers. Die Typen sehen eher aus wie überfütterte Cocker Spaniel mit Katzenaugen und –ohren.
Das Ganze wird nur durch die Anwesenheit anderer im Zaum gehalten. Ganze fünfzehn Angehörige der Homo Sapiens Lutrinae besetzen drei der anderen Tische in dieser Loge.
Anders als die fünf Katzen-Poser sind dies hier eindeutig genetische Ottermenschen, entsprechend den Ichtyus, die den SURGE-Club führen, der als einziger von sich in Seattle behaupten kann, sich direkt im Lake Sammamish zu befinden, statt nur daneben.
Die Ichtyus weisen Fischschuppen, manchmal einen langen Schwanz, große Ohren und Fischaugen, veränderten Hör- und Geschmacksinn, kleinere Krallen und Schwimmhäute an Händen und Füßen, sowie Lungen und Kiemen auf. Natürlich sind sie ausgesprochen gute Taucher und viele sind Bewohner der AA-Aquacologies im Puyat Sound von Seattle oder sind dort zumindest in diversen Verträgen angestellt.
Die Lutrinae sind für ihre natürliche Geschwindigkeit, Schnelligkeit und Geschmeidigkeit berühmt. Auch ihre Sinne, Sicht und Geruch, sind verstärkt und verbessert. Aber vor allem sind sie für ihr ungewöhnlich hohes magisches Potential berüchtigt. Auch wenn Otter als verspielt gelten, sollte man ihren Familiensinn, ihre ausgesprochene Territorialität und ihre damit einhergehende Angriffslust nie unterschätzen. Die Anführerin der Gruppe wird von allen ‚Captain’ genannt, hat eine auffällige schwarze Mähne und dichte dunkelbraune Brauen. Sie trägt einen ledernen, braunen Jumpsuit mit hohen Stiefeln, die nur leicht dunkler als die restliche Kleidung sind.
Die Kellnerin führt Creepy zu einem der Tische. In mit Wasser gefüllten Schalen treibende Kerzen in Blumenform verbrennen Räucherwerk, das den gaumen anregen soll, und die Glaswände der Aquarien reflektiert den weichen, warmen Schein. Unterwasserscheinwerfer ziehen Meeresbewohner an. Robben und Seehnde, deren biologische Uhren weit mehr auf die Fütterungszeiten und die Hell-Dunkel-Phasen des Clubs eingestellt sind, als auf alles, was Mutter Natur beabsichtigt haben mochte, tollten im Blickfeld der Gäste herum. Die Scheinwerfer verleihen dem Wasser eine schimmernd grüne Farbe und verwandelt fluoreszierende Fische in leuchtende schwimmende Obelisken.
Der einzige freie Patz ist an einem Tisch, der genau zwischen den beiden Gruppen steht. An ihm sitzt ein junger Norm, der hier so gut rein passt wie ein Stein in enen Teich. Stein ist auch genau das richtige Wort. Er trägt eine dreckig-weiße Motorrad-Kombi mit passenden Helm. Natürlich aht er jetzt den Helm nicht auf. Daher kann man nicht anders als zugeben, Weiß ist wohl ganz und gar seine Farbe – er ist ein Albino – so mit weißer Haut und blassen Augen und alldem. Er nickt nur als die Kellnerin Creepy zum Tisch führt. Vor ihm steht ein großer Glshumpen mit einem smaragdgrün leuchtendem Bier.
„Möchten Sie was zu Essen?“ fragte die Kellnerin. „Die Sandwiches sind ausgezeichnet. `Was Drinks angeht so haben wir heute folgende Spezialitäten: zu allererst den ‚Biß der Wasserspinne’, ein Cocktail aus fünf verschiedenen Spirituosen, drei Fruchtsäften und sechs Tropfen reines Opium – sehr beliebt bei unseren weiblichen Gästen.“ Sie lächelt verführerisch. Ihr Lächeln erinnert an die Gerüchte, die über Fischfrauen kursieren. Die sollen nämlich, wenn sie sexuell erregt sind ein Pheromon absondern, dass luftatmende Typen durchdrehen und süchtig macht. Es ist bestimmt so ein Drek, wie sie ihn früher, als man dafür noch Wale abschlachten konnte, für Parfüme benutzt haben – Moschus oder so – nee, dafür hatte man doch Kühe in Ställen gehalten, oder – irgendwas so wie Ambra oder Umbra – oder wurde so Bernstein gemacht?
Währenddessen fährt die Kellnerin, auf ihrem Tshirt leuchtet grell das Wort Hwaysenthade, mit der Liste an Spezialitäten fort: „’Whitewater Rush’ macht echt high und die Farben, die man zu sehen bekommt, bleiben einem einen ganzen Tag erhalten. ‚Nightstorm’ läßt dich die ganze Nacht durchhalten, aber auch danach ist für 48 Stunden an Schlaf nicht zu denken – und sehr beliebt ist auch unser ‚FrogGrog’, eine Mixtur aus verschiendensten Rum-Sorten und einer Vielzahl seltener, exotischer Kräuter. ‚FrogGrog’ macht ruhig und gelassen und nichts, egal was es auch sei, wird sie auch nur im geringsten mehr stören. Und natürlich unser Juwel, ‚The Forbidden Illusions’, unser rock bottom, fire-sale Preis, eine himmlische, öder höllische – ganz wie man will – Mischung aus Honig, Wein, mehreren Opiaten und Lotus. Alle unsere Ingredienzien sind von Premium Qualität.“ Nach einer Weile setzt die Kellnerin noch hinzu. „Natürlich haben wir auch unser ‚Turtleneck Beer’. Es wird nicht aus Soja gemacht, sondern aus erstklassigen Algen und Seetang.“ Dann wartet sie die endgültige Bestellung ab.
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Indigo
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Beitrag Verfasst am: Do März 06, 2014 2:58 pm    Titel: Re: Monkey Business (Free Play - Low Level) Antworten mit Zitat

#Herzlich Willkommen bei den Technoschamanen, viel Spass auf dem Board!

„Wow, so schräge Gestalten hab ich schon lange nicht mehr gesehen“, murmelt Creepy leise, da kommt sie sich ja schon beruhigend normal vor – verkehrte Welt.
Die Katzentypen findet sie nicht sonderlich interessant, aber die Otter sehen irgendwie cool aus, entscheidet sie für sich und wirft ein paar bewundernd-neugierige Blicke rüber.

Dass sie an einen Tisch geführt wird, findet sie auch eher ungewohnt, aber sie humpelt brav der Bedienung hinterher und verabschiedet sich mental schonmal von nem Haufen Geld, vor allem, als sie auch noch die Schwimmkerzen entdeckt. Die Läden in denen man sie sonst so findet haben eher keinen Sinn und auch kein Geld für Deko. Verdammt!

„Äh, hübsch ist es hier, Danke! Aber ich hab gerade keinen Hunger“, bedankt sie sich bei der Bedienung und verzichtet nach einem Blick auf den fluoreszierenden Namen auf dem T-Shirt der Dame lieber drauf, ihn falsch auszusprechen.

Als die Dame dann die Getränkekarte runterrattert, bekommt Creepy leuchtende Augen. Von allem ne Probe zum mitnehmen wäre toll, ist aber sicher außerhalb ihrer finanziellen Möglichkeiten. „Ähm, ich muss noch fahren“, lügt sie ohne rot zu werden und fragt den bleichen Typen neben sich kurzerhand „Was haben Sie denn da Leckeres?“
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Beitrag Verfasst am: Do März 06, 2014 3:42 pm    Titel: Re: Monkey Business (Free Play - Low Level) Antworten mit Zitat

Der Albino nickt nur kurz und murmelt ein noch kürzeres „Morgen!“ Es ist allerdings früher Abend. Auf einen verständnislosen Blick hin, fügt er freundlicher hinzu: „Ich bin kein Morgenmensch. Ich springe nicht einfach morgens aus dem Bett, frisch und fertig, einen neuen Tag zu tacklen. Aufwachen ist ein langsamer und gradueller Prozess, einer der nicht hastig voran getrieben werden darf, es sei denn man nimmt gern für den Rest des Tages meine Ungemütlichkeit in Kauf.“ Das gesagt widmet er sich wieder seinem leuchtend-grünen Bier, fügt dann aber noch hinzu: „Wenn Absinth-Likör als ‚Grüne Fee’ durchgeht, dann muss das hier zweifelsfrei der ‚Grüne Zwerg’ sein.“ Er lacht über seinen eigenen Scherz. „Vielleicht sollte man es besser ‚Leprechaun’ nennen statt ‚Turtleneck’. Aber das wird den Fischleuten wohl zu ‚Irisch’ sein. Ach ja, und es ist echt das günstigste hier, und es ist auch das einzige, was ich mir hier leisten kann. Schmeckt gar nicht so schlecht, ein wenig salzig auf der Zunge und nach Pfefferminz im nachhinein. Man muss sich nur an das sandige Gefühl zwischen den Zähnen gewöhnen. Ist aber gar nicht so schlecht – oh, hatte ich ja auch schon gesagt.“

In einer Stadt wie Seattle muss man als Runner bestimmte Kontakte einfach haben, und ein guter Fixer gehört einfach dazu. Wenn kein Fixer deine Reputation hochtreibt, bist du ein Nobody. Aber das bedeutet natürlich nicht, dass du nichts kannst – nur, dass eben niemand bisher davon etwas weiß, außer vielleicht ein paar Freunden. Das Sub-Marine ist ein Ort, der den Ruf hat, hier finden all jene Nobodies einen Deal, die keinen Fixer haben. Ursprünglich entstand dies aus einer gewissen Unerfahrenheit im Umgang mit den ganzen ‚Wechselbälger’. Viele Fixer und auch Mr. J.s scheuten sich damals Wechselbälger oder SURGE-Leute unter Vertrag zu nehmen – zumindest auf dem bekannten, üblichen Weg. Das Sub-Marine hat sich bis heute den Ruf erhalten, viele interessante, ungewöhnliche bis exotische Talente an den Mann bringen zu können. Oft genug geht die Sache aber auch genau anders herum. Der Deal findet dich, ob du danach gesucht hast oder nicht!
In der Loge hier läuft grad so ein Deal ab, oder zumindest das Ende eines Deals, so wie es ausschaut.
Doch kurz zuvor gibt es noch ein anderes Schauspiel zu beobachten. Im Wasser verfolgt eine Meeresschildkröte einen pinken Tintenfisch. Wahrscheinlich hatte das Management des Ladens hier eine gentechnische Farbveränderung angeordnet, damit er im Wasser besser zu sehen war. Die Schildkröte pflügt durch das Wasser wie ein Unterwasser-Jagdflugzeug und holt zentimeterweise auf. Dann schlägt sie ihre scharfen Krallen in zwei der Tentakeln des pink leuchtenden Tintenfisches. Die genetisch veränderte Farbe war zwar vielleicht hübsch anzusehen, aber sie scheint auch das Schicksal des Tintenfisches zu besiegeln. Man fragt sich unwillkürlich, wie viele dieser Tiere jede Woche importiert werden müssen, um den Gästen so ein Schauspiel zu liefern.
Alle sehen zu, wie die Schildkröte den Tintenfisch näher zu sich heranzuziehen versucht, doch plötzlich wickeln sich die anderen Fangarme um ihren Panzer. Aufgrund des Gewirrs von Tentakeln und der unvermuteten Kraft des Tintenfisches ist die Schildkröte jetzt ebenfalls in Schwierigkeiten. Wenn der Tintenfisch sie lange genug festhalten kann, wird er die Schildkröte ertränken. „Mutiger kleiner Stinker!“ sagt der Albino und schaut dann demonstrativ auf den Eingang zur Loge.

Creepy sieht jemanden näher kommen und auf den Katzentisch zugehen. Ein stämmiger, untersetzter Mann, der mehrere Zentimeter größer als Creepy und mindestens doppelt so viele Kilos schwerer ist. Trotz der frühen Abendstunde glänzt sein Gesicht wie frisch rasiert. Sein graues Haar ist lang und aus der Stirn gekämmt. Sein Anzug ist offensichtlich aus echter Seide und er trägt einen langen Regenmantel darüber. Die Kellnerin, die ihn zum Tisch geleitet hatte, sagt höflich. „Ihre Gäste sind schon eingetroffen.“

„Vielen Dank“, sagt der Mann und steckt ihr ein Trinkgeld zu. Dann schaut er einfach nur auf den Tisch und sagt schlicht: „Die Frau geht!“
Er macht keine Anstalten, den anderen die Hände zu schütteln, und tut auch sonst nichts, um die Anspannung des Treffens zu mindern.
„Ich möchte zu bedenken geben“, sagt einer der Katzenmänner, „Dass Sie augenblicklich nicht in der Lage sind, Forderungen zu stellen.“
„Sicher. Geben Sie ruhig zu bedenken. Aber Sie werden das in meiner Abwesenheit tun müssen.“ Sein angedeutetes Lächeln ist kalt und berechnend. „Wollen Sie immer noch verhandeln?“
„Ich nenne es nicht verhandeln, wenn ich mir Bedingungen anhören muss“, sagt der Katzenmann schroff.
„Die Gilette setzt sich zumindest an einen anderen Tisch“, sagt der Mann eiskalt. „Ich dulde kein Messermädchen an meiner Kehle, während ich hier sitze.“ Hier in der Loge ist aber zur Zeit kein anderer Tisch frei. Der Katzenmann nickt der Samurai kurz zu, und sie geht.
Die Leiche der Schildkröte treibt träge durch das grüne Wasser. Der Tintenfisch ist nur noch ein hell-rosaner Nebel, der rasch davon treibt, verwundet, aber am Leben.
„Sie haben den Kredstab?“ fragt der Katzenmann.
„Ja. Vorausgesetzt, Sie haben die Dateien.“
Der Katzenmann nimmt vorsichtig einen Chip aus der Innentasche seiner Jacke. Er legt das Chipetui vor sich auf den Tisch.
Der Mann im Seidenanzug greift ebenfalls langsam in sein Jacket und zieht vorsichtig den Kredstab heraus, wobei er ganz allmählich dessen Länge enthült. Er nimmt ihn zwischen Daumen und Zeigefinger und reicht ihn rüber als sei es unter seiner Würde, den Katzenmann zu berühren.
„Ich glaube, Sie werden dort alles finden.“ Sagt der Katzenmann und weist auf den Chip im Etui.
„Werde ich das?“ fragt der Mann im Seidenanzug.
„Ja.“
Der Mann im Seidenanzug steckt das Chipetui ein, sagt jedoch nichts.
Die Katzenmänner blicken auf. „Vielleicht sehen wir uns wieder.“
„Verlassen Sie sich drauf.“ Der Mann im Seidenanzug geht. Die vertriebene Katzenfrau kehrt zurück. Der Kredstab verschwindet in einer Hosentasche. Dann ist alles vorbei.
Der Albino grinst breit und kommentiert. "Na, das ging ja fast glatt! Sowas hätt' ich heut' auch noch gern!"
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Indigo
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Beitrag Verfasst am: Do März 06, 2014 4:56 pm    Titel: Re: Monkey Business (Free Play - Low Level) Antworten mit Zitat

„Wer steht schon morgens auf?“, Die junge Frau mit der Weihnachtsmütze auf dem Kopf zieht angeekelt die Nase kraus. „Morgens bin ich nichtmal ein Mensch.“

Bei dem kleinen Gedankenexkurs über den Getränkenamen schaut Creepy leicht verwirrt. Wie der Kram schmeckt, ist ihr fürs erste egal, aber günstig klingt gut. „Ich nehm dann auch gerne so eins“, erklärt sie der Bedienung mit einem Lächeln, das komplett schwarze Zähne in einem völlig schwarzen Mund zeigt. Verfault sieht da aber nichts aus, die Kleine ist einfach nur total schwarz an den entsprechenden Stellen. „Danke für den Tipp“, spricht sie ihren Tischnachbarn wieder an. „Ich hoffe, ich belege hier nicht irgendeinen Platz, mit dem sie gerechnet haben. Ich wusste nicht, dass es so voll ist.“

Einen Moment fragt sich Creepy, ob der blasse Typ sie eben Stinker genannt hat, aber dann wird ihr klar, dass sie nicht gemeint ist. Sie folgt seinem Blick.
„Da möchte man doch einfach was Krach machendes aus sicherer Entfernung auf den Tisch werfen, um mal zu sehen, wer nachher noch steht“, murmelt Creepy und schaut dann wieder ihren Tischnachbarn an. „Wieso fast?“
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Beitrag Verfasst am: Do März 06, 2014 4:57 pm    Titel: Re: Monkey Business (Free Play - Low Level) Antworten mit Zitat

Der heutige Vorabend hatte schon recht gut begonnen. Der Fischzug durch die Taschen der ahnungslosen Touristen von Bellevue war erstaunlich gut verlaufen. In nur 2 Stunden hatte er genug Beute gemacht um die nächste Woche gut leben zu können. Aber es gibt doch immer wieder ahnungslose die soooo unachtsam mit ihren Credsticks und Handcoms umgehen. Aber wen wundert es. Schließlich haben die genug Kohle um sich gleich dutzende Handcoms zu leisten.

Doch jetzt war es an der Zeit mal wieder das Revier zu wechseln. Wenn man ständig an ein und demselben Ort auf Raubzug geht, fällt das selbst dem dämlichsten Wachmann/Cop irgendwann mal auf. Im Sub-Marine war er jedoch schon länger nicht mehr gewesen und ein Besuch könnte sich sicher lohnen. ‚Was für Kundschaft hatten die gleich noch mal? Ach ja, da treiben sich ab und an ein paar Möchtegern Surges rum. Also brauche ich mich nicht zu verstellen. Na prima. Dann ziehe ich mir etwas leger-sportliches an und auf geht’s.’

Vor dem Club angekommen sieht er sich erst einmal unauffällig um. ‚Hm ist ja schon ganz schön was los hier. Ein paar der Bikes und Autos kommen mir bekannt vor. Die Idioten werden nachher doch wohl nicht zugedröhnt die Heimreise antreten wollen? Ist aber auch egal. Ich sollte besser mal rein gehen und mich mal umsehen.’

Auf den Eingang des Sub-Marin kommt ein junger Mann zu. Aus dem leichten weißen Mantel, der ihm bis zu den Knien reicht, schauen ein paar Beine hervor, die ein einer schwarzen Hose stecken. An den Füßen trägt er ein paar sehr bequeme dunkle Sportschuhe. Da der Mantel nicht zugeköpft ist, kann man darunter ein schwarzes Hemd und eine weiße Weste sehen. Auf dem Kopf trägt er eine stielvolle weiße Schiebermütze, deren Schirm er tief ins Gesicht gezogen hat. Den Kragen des Mantels hat er hochgeklappt, so dass nicht viel von seinem Hals und Nacken zu sehen ist. Die Hände stecken in weißen Lederhandschuhen, deren Fingerkuppen fehlen. Als er näher tritt und den Kopf ein wenig hebt kann man an der Gesichtsform erkennen, dass es sich bei diesem jungen Mann um einen Asiaten handelt. Das ist aber auch schon alles was noch normal aussieht. Seine Haut schillert silberfarben und bildet einen krassen Kontrast zu seinen kurzen schwarzen Haaren. Die Pupillen haben die Form von Katzenaugen und die Iris ist so silberfarben wie seine Gesichtshaut. Mit einem geschmeidigen und leichtfüßigen Gang betritt er das Sub-Marine und schaut sich erst einmal um.
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Beitrag Verfasst am: Fr März 07, 2014 2:40 pm    Titel: Re: Monkey Business (Free Play - Low Level) Antworten mit Zitat

Yoshihiro bleibt nicht lange unbehelligt. Ein anschwellendes, dröhnendes Geräusch von der Bühne läßt ihn sich umdrehen und er wird von zwei Katzen-Posern angerempelt. Natürlich meinen die, er hätte sie gerempelt. Einer der beiden starrt Yoshihiro genau in die Augen. Dann schwenken beide Katzen Richtung Bar ab.
Im Vergleich zu anderen Clubs ist das Sub-Marine eine Insel genetischer Vielfalt. Hier stehen Wechselbälger eher im Schlaglicht als dass sie gemieden werden. Außer dass auch Nicht-Wechselbälger eingelassen werden, ist kaum etwas anderes so wie in den üblichen Clubs.
Auch wenn Norms das Sub-Marine gerne als Freak-Show bezeichnen – this is the place to be! Nicht nur für Wechselbälger. Im letzten Jahr war das Sub-Marine der dreißigst heißeste Club in Seattle. Hier mischen sich Norms, Meta und SURGEr. Natürlich gibt es auch hier die, die immer das haben wollen, was sie nicht haben oder nicht können. Vom Billigsten wie Tattoo, Prothesen und Kontaklinsen zum Teuren und Permanenten wie Chirurgie und Cyberware müssen sie imitieren, was andere von der Natur geschenkt bekommen haben – und die findet man dann hier eben leider auch.
Yoshihiro hört noch ein „Für den Fall, dass du dir keinen Drink leisten kannst“ den einen Kater zum anderen sagen, als zwei Gläser mit einer klebrigen, süßlich riechenden Masse auf ihn nieder gehen. Yoshihiro fährt fluchend herum. Wenn die beiden Kater nicht bereits außer Reichweite wären, würde er ihnen etwas hinterher werfen. Er wirft einen Blick in die Runde. Überall begegnen ihm grinsende Gesichter. Mit aller Würde, deren er noch fähig ist, reinigt er sich von der schleimigen Masse.
Das Mädchen, das augenblicklich auftaucht, trägt ein strenges, knöchellanges schwarzes Kleid, das scih stark von ihrem blassen Gesicht und den weiß-bläulichen Haaren abhebt. „Ein Tuch?“ Ihre Stimme hat einen angenehmen Klang. „Bitte folgen Sie mir!“ Sie ist aber keine der üblichen Kellnerinnen.
Das Licht flackert und fällt auf ihren völlig nackten Körper. Sie bewegt sich mit irgeneiner animalischen Anmut, nicht die von Katzen, eher eine Leichtigkeit als Geschmeidigkeit. Sie hatte sehr kleine Brüste und unglaublich lange, muskulöse Beine. Mit ihrer Beingabelung stiommt igend etwas nicht, und doch wirkt alles irgendwie vertraut.
Das Licht flackert nochmals, und sie ist wieder vollkommen angezogen. Ein guter Trick. Vermutlich besteht das Kleid aus einer Spezialfaser, die für eine bestimmte Lichtfrequenz durchlässig ist. Sie führt Yoshihiro an mehreren Logen vorbei. Wieder flackert das Licht und Yoshihiro schaut in eine der Logen. Solange die veränderte Beleuchtung anhält, erschienen einige an den Tischen Sitzende nackt – nur Fischfrauen und –männer sind nackt; wahrscheinlich alles professionelle Begleiter – und andere nicht. Bei Letzteren muss es sich auch um Gäste handeln.
Sie führt in zu enem Tisch, an dem schon zwei Personen sitzen; eine kleine ganz in schwarze Spitze gehaltene Gruftie - ihr Gesicht scheint im Schatten zu liegen, sie hat es mit dem Make-up mehr als übertrieben und ihre sturmgrauen Augen schwimmen in Schwärze, die in breiten Tropfen ihre Wangen runter gelaufen ist – und einem stämmigen, untersetzten Albino. Mit in der Loge sind auch die zwei Kater von eben, die im Moment über ihre unglaubliche Heldentat gegenüber den anderen drei ihrer Gruppe prahlen. Als der eine davon Yoshihiro erkennt, setzt bei ihm eine deutliche Maulsperre ein.
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Beitrag Verfasst am: Fr März 07, 2014 2:41 pm    Titel: Re: Monkey Business (Free Play - Low Level) Antworten mit Zitat

Der Albino schaut bei der Bemerkung über frühe Morgenstunden rüber und nickt freundlich. Offenbar ist er mit irgendwas zufrieden. „Dann klingelt immer das Telefon ... - ... und Kiki geht nie ran ... – ach was soll’s!“
Dann sagt er mehr zu sich selbst: „Man kann nie sagen, wann der Laden hier so voll ist!“ Er nimmt einen tiefen Schluck grün-schäumendes Bier. Der Schaum hinterläßt einen smaragdgrünen Schnurrbart. Mit dem kalkweißen Gesicht und dem Grün im Gesicht sieht der Albino kurz aus wie ein großer Karpfen. Aber dann wischt er den Schaum mit dem Handrücken weg.
Zwei aus der Poser-Gang kehren grad zurück – wahrscheinlich vom Katzen-Klo. Das Gespräch der beiden mit dem Rest der Gruppe ist nicht zu überhören.
„Das hättest du wirklich sehen sollen. Ich hab vielleicht gelacht. Ich dachte, ich sterbe! Da war soe ein Mann, so ein Surge-Typ. Macht auf Katze! Du weißt schon, was ich meine, oder? Diese Typen glauben, sie brauchen bloß ihre natürliche Eleganz spielen zu lassen, und die Frauen laufen ihnen nur so hinterher. Wir gingen zur Bar, bestellten dieses süße, stinkende Zeug, das du so magst und dann nichts wie auf ihn darauf. Du hättest sein Gesicht sehen sollen! Ich hab’ geglaubt, ihm gehen seine roten Ohren gleich in Flammen auf...“
„Solche sollten bleiben, wo sie hingehören. Aber bestimmt hat der sein Fett weg und ist gegangen.“
Der erste Kater plappert immer noch, ist sich der aufsteigenden Verärgerung der Gruppe Otter-Menschen nicht bewußt – oder will es nicht sein – als sein durch den Raum schweifender Blick am Neuankömmling hängen bleibt, der gerade von der Kellnerin in die Loge geführt wird. Schlagartig bekommt sein ganzer Körper einen Stich ins Rötliche. Der Mund bleibt weit aufgerissen.
Der Neuankömmling ist ein junger Mann, er trägt einen leichten weißen Mantel, der bis zu den Knien reicht, schwarze Hosen, ebenfalls ein schwarzes Hemd und eine weiße Weste, auf dem Kopf trägt er eine weiße Schiebermütze, deren Schirm er tief ins Gesicht gezogen hat, die Hände stecken in weißen Lederhandschuhen. Seine Haut schillert silberfarben und bildet einen krassen Kontrast zu seinen kurzen schwarzen Haaren. Die Pupillen haben die Form von Katzenaugen und die Iris ist so silberfarben wie seine Gesichtshaut.
Die Kellnerin bringt ihn an den Tisch mit dem Albino und Creepy – schwer zu sagen, ob sie davon ausgeht, er gehört zu ihnen ins Farbspektrum; die kleine Schwarze, der wuchtige Weiße und der Geschmeidige in Schwarz-Weiß in der Mitte – oder ob sie neurotisch grundsätzlich alle Gäste nach Farben sortiert.
„Du fragst, wieso fast?“ setzt der Albino wieder an. „Ähm, hast du ´nen Namen, Kleine? Also mir scheint’s, die Katzne da, wollen sich einfach nicht benehmen. Es lief zwar letztlich alles glatt, aber so wie der `Mafioski´ drauf ist, war das mit der Messerklinge echt keine gute Idee, und ich glaub’ die werden Kopien der Daten noch weiter verkaufen wollen – und das gibt Ärger mit der `Organizatsiya´, den man einfach nicht haben will. Aber wahrscheinlich wissen die Kitties noch nicht einmal, dass sie es überhaupt mit Russen zu tun hatten.“
Der Albino nickt dem Neuen zu und antwortet noch bevor der fragen kann: „Ja, ist frei!“ Schaut aber auch kurz zu Creepy. „Ist doch okay, oder?“
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Indigo
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Beitrag Verfasst am: Fr März 07, 2014 3:01 pm    Titel: Re: Monkey Business (Free Play - Low Level) Antworten mit Zitat

„Ich war noch nie hier, ist das erste Mal, echt schräg hier“, ihr Kopf ruckt ein Stück herum, als sie beobachtet, wie der Prahlekater am Nebentisch die Farbe wechselt, dann wieder zurück zu dem Albino an ihrem Tisch. Eigentlich erwartet man nach so einer Bewegung einen lädierten Nacken.

Sie kann sich ein Grinsen nicht verkneifen, als er sich den grünen Schaumbart verpasst und zuppelt lieber an ihrer Weihnachtsmannmütze rum, um nicht zu kichern. Feine dunkle Flaumfeder werden kurz sichtbar, als sich die Mütze unter ihrem Gezuppel ein wenig anhebt, bevor sie das olle Teil mit dem schon angeschmuddelten weißen Plüschrand schnell wieder auf den Kopf drückt.

„Eigentlich nennen die Leute mich Creepy, aber wenn ich mir das hier so anschaue... Wie heißt du?“, fragt sie den Albino und schaut dann mal neugierig zu dem Neuankömmling rüber.

Sie zuckt leicht die Schultern. „Naja, Neugier tötet die Katze, sagt man ja.“ Sie schaut nochmal kurz zum Nachbartisch und dann wieder zu dem Neuen am Tisch. Sie zuckt die Schultern auf die Frage des Albinos „Ich hab den Tisch nicht reserviert, ich bin hier nur abgegeben worden. Mir macht das nix aus.“
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Der Philosoph
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Beitrag Verfasst am: Fr März 07, 2014 3:44 pm    Titel: Re: Monkey Business (Free Play - Low Level) Antworten mit Zitat

"Ich bin immer wieder gern hier. Der Laden ist eigentlich echt okay. Nur die Musik ist meistens scheiße - vor allem sobald er voll ist - nur noch son' Heavy-Mainstream-Metal-Scheiß!"
Dann beruhigt sich der Albino wieder. "Creepy, ja? das ist süß - ähm -'tschuldigung aber meine roommate nennt mich teilweise so - creepy guy!"
Er lacht auf und sagt: "Na, solange Neugier nur die Katzen tötet - also die da!" Er weist mit einem Kopfnicken auf den Katzentisch. "Solange ist Neugierde doch eher nützlich!"
Bevor die Escort, die überraschenderweise den Neuankömmling zum Tisch gebracht hat wieder gehen kann, fügt er schnell hinzu. "Bitte noch drei Trutleneck - und auf meine Rechnung!"
Die Escort schaut ihn zuerst böse an, lächelt aber dann und sagt mit einer Stimme wie ein frischer, klarer Bach: "Ich geb es weiter!"
"Also, Creepy, nenn' mich Einfachheit halber Spooky!"
Und zum Neuankömmling hin, einerseits wegen einem Honigfleck auf der weißen Weste und dem Umstand, dass eine Escort ihn an den Tisch gebracht hat: "Ärger gehabt?"
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taube Nuss
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Beitrag Verfasst am: Fr März 07, 2014 4:36 pm    Titel: Re: Monkey Business (Free Play - Low Level) Antworten mit Zitat

'Wow hier ist ja einiges los.' denkt sich Yoshi und freut sich das sich die Musikauswahl nicht verändert hat, seit er das letzte Mal hier war. Neugierig sieht er sich um, als ihn die Beiden Posertypen anrempeln. Kurz ist er versucht ihnen dabei in die Taschen zu greifen, lässt es dann aber aus einem Impuls heraus doch sein. Vielleicht später. Sein Blick schweift weiter durch die Menge und versucht abzuschätzen, wer als 'Opfer' für ihn in Frage kommt. Da sind auch schon die beiden lästigen Typen zurück und schütten ihm das widerlich klebrige Zeug auf den Mantel und auf die Weste.

'Das ist doch zum aus der Haut fahren.' Noch bevor er überhaupt etwas machen kann, sind die Helden auch schon in der Menge verschwunden. Verdammter Mist, jetzt riecht er wie eine eine ganze Destille. Den Mantel kann er für heute Abend vergessen. Zum Glück ist es nur ein Imitat und dann auch noch Schmutzabweisend. Aber dieser Geruch! Ba. Bei der Weste sieht es nicht besser aus. Aber zum Glück hat die nur einen kleinen Teil von der Ladung abbekommen.

Da tritt auch schon die atemberaubend süße Angestellte vor ihn und bietet ihm ein Tuch an, welches er dankend annimmt. Nicht das es viel helfen würde diesen lästigen Geruch los zu werden, aber es ist eine nette Geste. 'Wow was war denn das?' schießt es ihm durch den Kopf, als plötzich die Kleidung der Angestellten durchsichtig wird. Unauffällig schaut er an sich runter und stellt zufrieden fest, dass seine Klamotten weiterhin undurchsichtig sind. Scheinbar betrifft dieser Effekt nur die Angestellten. 'Interessant.'

Wie er der Dame mit seinem katzenhaft geschmeidigen Gang hinterher schleicht, zieht er seinen Mantel aus und legt ihn über den Arm. Dadurch kommt ein kräftiger, seidig schwarz behaarter gut einen Meter langer katzenartiger Schwanz zum Vorschein, der bisher unter dem Mantel verborgen war. Jetzt kann man auch erkennen, das sich die kurzen schwarzen Haare die unter seiner Schiebermütze hervor schauen über seinen Nacken hinaus fortsetzen und unter dem Hemd verschwinden. Alles in allem scheint er recht kräftig zu sein. Die gut sitzende, eng anliegende, sportlich geschnittene Kleidung offenbart einen durchtrainierten drahtigen Körperbau. Seine Bewegungen sind leicht und fließend.

Als ihn die Escort an einen Tisch direkt neben den Poserkatzen führt, stellen sich seine Nackenhaare auf und die Schwanzspitze zuckt aufgeregt hin und her. Seine katzenartigen silbern glänzenden großen Pupillen verengen sich noch mehr als er die beiden Typen kurz fixiert. Aber wenn er jetzt Ärger macht, dann kann er es vergessen hier noch mal auf Beutefang zu gehen. Also wendet er sich den beiden an dem Tisch zu, zu welchen ihn die Escort gebracht hat. Da wird er ach schon von dem Typen in der Motorradkombi angesprochen. „Ja mit zwein von diesen Posern da drüben.“ Seine Stimme hat einen leicht fauchenden Unterton. Da er nicht sehr laut gesprochen hat, ist er gerade so eben am Tisch zu verstehen gewesen.

Yoshi setzt sich auf den ihm von der Escort zugewiesenen Platz und legt seinen Schwanz so das er auf seinen Oberschenkeln ruht. So kann ihm wenigstens keiner drauf latschen. Er nickt der seltsam geschminkten Frau, welche außer dem Typen noch an seinem Tisch sitzt zu. Auch wenn er gerade nicht im Chillmodus ist, so kann doch etwas Höflichkeit nicht verkehrt sein.
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Indigo
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Beitrag Verfasst am: Fr März 07, 2014 9:52 pm    Titel: Re: Monkey Business (Free Play - Low Level) Antworten mit Zitat

„Du gehst in nen Laden, in dem du die Musik Scheiße findest?“, Creepy schaut erstaunt. „Dann bist du aber nicht zum Party machen hier“, stellt sie kurzerhand fest.

Sie fingert an dem Mützenbommel rum. „Uh, das ist ja schlimmer als ich dachte, wenn du genauso heißt wie ich. Womit hast du dir den Titel verdient? Nur weil du weiß wie ein Gespenst bist?“, fragt sie wenig taktvoll auf das Offensichtliche anspielend nach.

„Das war keine Bedienung. Und ihr Kleid ist kaputt“, murmelt Creepy nachdem die Escortdame abgerauscht ist und lugt dann mal neugierig zu dem Neuankömmling rüber.

Sie hat echt noch nie so viele Freaks auf einen Haufen gesehen und Katzen scheinen gerade absolut angesagt zu sein. Oder der Haufen Fisch auf Beinen lockt sie an.

Ihr Blick huscht zwischen den beiden Männern an ihrem Tisch hin und her, dann kurz zu den Miezen am Nachbartisch. Als sie wieder zurück schaut, sagt sie lapidar „Die sind tot, bevor die Woche um ist“, und hält sich dann erschrocken die Hand vor den Mund. Sie weiß nicht mal, welcher Wochentag gerade ist.

Das Nicken des Neuankömmlings erwidert sie mit einem kurzen Kopfrucken. „Hoi, darf ich vorstellen? Das ist Creepy, heute Spooky“, sie deutet auf den bleichen Mann neben sich und schnippst sich dann gegen den Mützenbommel „Und ich bin Creepy, aber heute eher Normalo.“
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taube Nuss
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Beitrag Verfasst am: Sa März 08, 2014 11:30 am    Titel: Re: Monkey Business (Free Play - Low Level) Antworten mit Zitat

Jetzt da er recht nahe zwischen den Beiden sitzt kann man erkennen, das auch etwas nicht mit seinen Ohren zu stimmen scheint. Zuerst einmal haben sie keine Ohrläppchen. Dann scheinen leicht abzustehen und auf der Rückseite sind sie mit kurzen seidig schwarzen Haaren bedeckt. Auch scheinen sie länger als die eines normalen Menschen zu sein, da sie unter der Schiebermütze verschwinden. Die Spitze seines Schwanzes zuckt immer mal wieder hin und her.

'An was für einen Tisch hat man ihn hier nur gesetzt.' schießt es ihm durch den Kopf, als Creepy den anderen Typen und sich verstellt. Immer noch verärgert wegen den großmäuligen Posern am Nachbartisch zwingt er sich zu einem lächeln und antwortet. „Ich bin Yoshi. Es freut mich ihre Bekanntschaft zu machen.“ Dabei fixiert er Creepy kurz mit seinen silberfarbenen Augen.

Wie bei Katzen im allgemeinen üblich, ist seine Iris so groß, dass sie das ganze Auge einnimmt. Durch die ebenfalls silberne Hautfarbe sind seine Augen nur sehr schwer zu entdecken. Wenn man ihn nicht aus der Nähe betrachtet, so hat man den Eindruck das er über keine Augen sondern nur Sehschlitze verfügen würde. Ein guter Hinweis auf deren Sitz sind jedoch die buschigen schwarzen Augenbrauen und die schlitzförmigen schwarzen Pupillen.
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Der Philosoph
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Beitrag Verfasst am: Sa März 08, 2014 1:55 pm    Titel: Re: Monkey Business (Free Play - Low Level) Antworten mit Zitat

Spooky schaut ´rüber zu Creepy und antwortet: „Nee, wegen Party bin ich heut nicht unterwegs – das heißt aber nicht, ich wär`absolut dagegen. Eigentlich hoff’ ich heut’ abend auf einen Deal. Was Musik angeht, steh ich nicht auf Metal oder Gothic. Das ist mir zu Mainstream! Kriegt man doch schon in jeder Kaffee-Bar. Ich steh auf Psychobilly. Heute sollte eigentlich auch Nekromantis hier spielen. Meine Lieblingsband. Kennst du von denen `Gargoyles Over Copenhagen´? Oder `Demons Are A Girls Best Friend´ und `Who Killed The Cheerleader´? Aber meist mach ich meine Musik selber!”
Spooky trinkt sein Bier aus und wartet auf das nächste Bier. „Das ist auch ein Grund, warum sie mich `Creepy Guy´nennt. Sie mag meine Musik nicht wirklich.“ Spooky lacht. „Aber bleiben wir lieber bei Spooky. Das mach ich mir zum Straßennamen. Der andere Grund ist, so hab’ ich mein Zuhause bekommen. Alle glauben, da gehen Geister um und es sei verflucht – und unrecht haben sie damit nicht gerade. Aber das erzähl´ ich vielleicht ein anderes Mal. Natürlich war die keine Bedienung, aber ich wollte nicht auf die Kellnerin warten. Aber so weiß die Hostess, dass ich keine Lust auf `nen Blue Happy Death habe.“
Zu Yoshi gewandt: „Hoffe das mit dem Bier war okay? Geht auf meine Rechnung. Ist ja kein Zufall, dass wir hier zusammen sitzen.“
Als die Kellnerin mit dem bestellten Bier kommt – ihr Name ist diesmal `Yhanisenthade´ kommt es vom Tisch der Miezen: „Wie wär’s mit etwas Spinnenbiss für mich?“
„Heiß oder kalt?“ grollte die Kellnerin.
„Äh ... heiß, bitte“ Offensichtlich hätte der Kater gern mit größerer Authorität gesprochen, doch er befürchtet wohl, dass er der Kellnerin damit zu sehr auf die Nerven gefallen wäre und diese sich dann geweigert hätte, ihn zu bedienen.
Doch die Kellnerin scheint sich um solche Kleinigkeiten nicht zu scheren. Sie warf dem Kater lediglich einen knappen Blick zu. „Sie zahlen hier im voraus“, sagt sie und streckt die Hand aus. Offensichtlich war die Gastfreundschaft des mafioski der Organizatsiya aufgebraucht, und anders als Yoshi und Spooky waren die Miezen keine Gäste, an die sich das Personal erinnern konnte.
„Wie ... wieviel?“ fragt der Kater und versucht ein Beben in seiner Stimme zu unterdrücken.
„Geben sie mir 250 Nuyen für den Drink und das Trinkgeld.“
Der Kater reicht eine Kredstab rüber. Die Kellnerin packt ihre Beute, verschwindet in der lämrenden Menge und steuert die von hier kaum sichtbare Theke an. Jeder Tisch ist besetzt und außerhalb der Logen stehen noch viel mehr Leute herum, als es Sitzplätze gibt.
Überraschend schnell kehrt die Kellnerin zurück und stellt den heißen Spinnenbiß auf den Tisch und legt den Kredstab daneben. Der Kater hebt den Glasbecher an die Lippen und äugt über den Rand in die dampfende wallende Flüssigkeit hinein. Er nipt vorsoichtig und erbleicht sichtbar. Er sieht aus, als ,ob sein ganzer Mund plötzlich in Flammen stehen würde. Man sieht das verzweifelte Bemühen, die Flüssigkeit herunter zu schlucken. Als sie offensichtlich Kehle und dann den Magen erreicht, schnappt der Kater japsend nach Luft, und seine Augen fangen an zu tränen.
„Auf ex!“ sagte plötzlich eine Stimme neben dem Kater. „Nicht nippen, auf ex!“ Es ist eine sehr junge Frau, eher ein Mädchen, die kleinste und jüngste von den Ottern, die die drei Tische in der rechten Hälfte der Loge besetzt halten.
„Ich glaube, das Zeug ist ein bißchen zu heiß“, keucht der Kater und weist auf den Glasbecher.
„Ach, Unsinn! Es kann nie zu heiß sein.“ Sie läßt sich auf einen leeren Stuhle neben dem Kater fallen. Sie nimmt ihm den Becher aus der Hand und hebt ihn an ihre Lippen. Während der Kater erstaunt zuschaut, schluckt sie das dampfende Zeug in großen Schlucken runter. Als sie den Becher schließlich senkt, ist er zur Hälfte geleert. „Jetzt versuch du es mal!“ sagt sie mit einem Lächeln, dass keinerlei Gequältheit verrät.
Offensichtlich will sich der Kater nicht von einem Mädchen demütgen lassen. Er hebt den Becher, führt ihn an den Mund und macht mutige Anstrengungen, das Getränk runter zuu bekommen. Dem Ausdrick nach, den sein Gesicht dabei annimmt, scheint er zu fürchten, nun ganz bestimmt einen üblen Erstickungstod erleiden zu müssen, doch er schafft es ohne allzuviel Würgen, zwei große Schlucke zu machen. „Ich verstehe“, sagt er mit tonloser Stimme, stellt den Becher wieder ab und wischt sich die Lippen. „Gar nicht so schlecht das Zeug.“
Sie lacht ihn aus.
„Was ist denn daran so komisch?“ fragt er verärgert.
„Dein Gesicht. Es glüht wie die Sonne.“
„Es ist eben warm hier.“
„Ich weiß“, sagt sie. „Aber so warm auch wieder nicht.“ Sie lacht glockenhell und ihre hellgrünen Augen glitzern vor Vergnügen.
Er schüttelt wütedn den Kopf.
Plötzlich legt sich ein dunkler Schatten auf das Mädchen.
„Wollen sie was von uns?“ fragt sie zögernd.
„Will, das du mit mir kommst.“ Der Schatten gehört einem der anderen Kater. Eine Hand blitzt von der Hüfte her hoch und packt sie fest am Handgelenk. „Du hast jetzt Arbeit.“
Das Mädchen blickt ohne Beunruhigung hoch. „Hau ab.“
„Ich hab’ was für dich.“ Seine Stimme ist rauh und kehlig wie das Grollen eines Tieres.
„Dann schieb ihn dir selber irgendwo hin“, sagt sie. „Ich will nichts mit dir zu tun haben.“
„Kein Mädchen gibt mir eine Abfuhr.“
„Dies hier hat’s aber g´rad“, sagt sie feixend.
Der Kater scheint sich nicht von Argumenten überzeugen zu lassen. Die Hand um das Handgelenk des Mädchens packt noch fester zu, und die andere Hand erwischt sie im Nacken. Bevor sie protestieren kann, hat der Kater sie vom Stuhl gehoben. Erst als sie auf seiner Schulter liegt, fängt sie schließlich an zu schreien. Noch ist es zu laut – Motorjesus spielt grad den Abgang und versucht die Sound-Anlage durch pures Aggro zu überlasten – dass die anderen Otter mitkriegen, was da vor sich geht. Das ist es wohl auch, worauf die Miezen gesetzt haben.
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