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Rackers kleines Tagebuch: The Corporate War Files
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Sakura
motivierter Runner
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Anmeldungsdatum: 31.10.2004
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Beitrag Verfasst am: Di Jun 21, 2005 6:58 pm    Titel: Re: Rackers kleines Tagebuch: The Corporate War Files Antworten mit Zitat

02.04.2059 Mittwoch Pazifik Tag 3 auf See

Al schaut nach, ob die Rollen noch drin sind. Sie sind noch da. Aber mir ist es zu unsicher, sie hier unten zu lassen. Also nehmen wir sie mit. Jetzt wäre auch die Gelegenheit nachzusehen, was in der Kiste von Rodriguez und Mosley ist. Aber diese Mosley kauert misstrauisch in der Nähe hinter einer Kiste und beobachtet uns heimlich, jedenfalls versucht sie das, da muss sie aber noch viel üben. Na ja, später ist auch noch Zeit. Also transportieren wir unsere Kiste in meine Kabine. Da wir es wohl mit einem magischen Eindringling zu tun haben, schlage ich die Errichtung eines Hüters vor. Al ist einverstanden. Ich nehme mein Abspielgerät und stelle mir vier Stunden Musik zusammen. Hauptsächlich Kanton Idol Pop, dazu etwas Tokio Party Dance. Dann beginne ich den Tanz des Errichtens.

Schon bald versinke ich im Rhythmus der Musik und den Schwingungen des Manas, dass durch mich hindurchfließt und von mir an den Wänden verteilt wird. Dort wird das Mana fest und schützt den Raum vor Astralen Eindringlingen. Leuchtet die Struktur erst schwach, so wird sie von Stunde zu Stunde stärker. Al reist mich kurz aus meiner Trance, weil mein Taschensekretär einen Verbindungsaufbau von Rodriguez Handy aufzeichnet. Soll rangehen. Ich tanze weiter, während Al das Gespräch abhört. Der Norm redet mit einem Asiaten, der ihn zur Ruhe und Besonnenheit mahnt. Hm, jetzt sind wir genau so schlau wie vorher. So ein Drek!

Schließlich steht die Struktur des Hüters. Er hat jetzt Stufe 4 nach der nach oben offenen UCLA Einstufung für magische Phänomene. Das muss reichen. Dann bitte ich einen Geist dieses Schiffes als zusätzliche Wache zu fungieren. Puh! Mein Magen knurrt inzwischen ganz schön. Zeit für ne Zwischenrunde am Koch-O-Mat. Ich geh mal in Richtung Küche, während Al im Hüter zurückbleibt. Kaum bin ich in der Küche, gibt Kapitän Warren Meldung, dass alle auf die Brücke kommen sollen. Weia! Was ist nun schon wieder los?

Es gibt ein Problem mit der Funkanlage. Al trudelt mit der Kiste im Rucksack auch ein. Muertow lehnt seelenruhig draußen an der Reling. Der Mann hat Nerven. Während noch diskutiert wird, wer da raus geht, gucke ich mir Muertows Aura an. Drek! Sie ist am verlöschen. Ich flitze nach unten. Als ich nur noch wenige Meter vor ihm bin, rutscht er über die Reling. Das kann ich nich mehr schaffen. Aber für was hat mich der Heilige Sankt Waschbär denn auserwählt? Mit einem Lied des Leichtseins fange ich ihn auf. Ich lasse ihn nach oben schweben und eile mit ihm zurück zu den Kabinen.

So was wie eine Krankenstation haben die hier nich. Ich lege ihn auf den Tisch im Aufenthaltsraum ab. Weia! Ich schneide seine Blutgetränkte Kleidung auf. Sein Oberkörper ist mit dutzenden von Einstichen übersäht. Manche nur Oberflächlich, einige ziemlich tief. Tief genug für innere Verletzungen. Der Afro Ork hat einiges an Cyberware Intus. Ihn magisch zu heilen ist nich leicht. Medkit! Jetzt! Man drückt mir eines in die Hand. Ich klappe es auf und der Inhalt kommt mir mehr oder weniger entgegen. Die Statusmeldungen bleiben auch nach dem Hochfahren des Expertensystems auf rot. Heiliger Drek! Die haben das Medkit nich aufgefüllt, bzw. der Inhalt ist abgelaufen. Ich schicke Rodriguez los, einen Nachfüllpack zu organisieren.

Die Aura des Orks fängt an, Instabil zu werden. Sein rasselnder Atem setzt aus. Seine Brust hebt sich nich mehr. Mir bleibt nix anderes übrig, als das Mana in ihn zu pumpen. Ich verschränke die Hände über seiner Brust und beginne das Lied er Heilung zu singen. Zuerst denke ich, dass Mana entgleitet mir. Ich sammle mein Innerstes und das Mana überwindet die Verunreinigungen im Körper des Orks. Neues Gewebe bildet sich, die Atmung setzt wieder ein, ruhig und gleichmäßig. Die Oberflächlichen Wunden verschorfen, der Schorf fällt ab und zeigt neues Gewebe. Die tieferen Wunden werden zwar nich geschlossen, aber sie sind nich mehr lebensgefährlich. Das war vielleicht mal knapp.

Al geht derweil mit Mosley zum Bug des Schiffes, wo die Satteliten Funkanlage ist. Die Kiste samt Rucksack lässt er bei mir. Die Sache stinkt doch zum Himmel. Wer immer hier ist, fängt an, aktiv zu werden. Drek auch. Der Ork ist stabilisiert. Rodriguez lässt sich nich blicken. Also nutze ich die Zeit, zurück in meine Kabine zu eilen und meine Kampfausrüstung anzuziehen. Dauert keine zwei Minuten und ich bin bereit für das schlimmste. In voller Bewaffnung suche ich Rodriguez. Er ist in einem Lagerraum und sucht Medizinische Ausrüstung zusammen. Er hat einen Berg von Verbänden ausgegraben, aber kein Nachfüllkit oder verwertbares Chirurgisches Besteck. Muss hier irgendwo sein. Toll. Sind ja nur knapp hundert Kisten zur Auswahl. Mag echt nich wissen, wer für diesen Schlamperladen zuständig ist. Kann nich sein, so was. Mein freundlicher Geist hilft suchen und findet innerhalb einer Minute das Zeug, was ich brauche. Also gehe ich voll bepackt zurück nach oben zu meinem Patienten.

Inzwischen meldet Al, dass jemand die Funkanlage zerstört hat. Eine provisorische Reparatur würde Minimum zwei Stunden dauern. Um es noch besser zu machen, zwei Schiffe kommen auf uns zu. Eines davon ist die Wang Fu, dass andere ne Yacht. Wie wäre es mit ner Kursänderung und volle Kraft voraus? Ist nich, so lange die Funkanlage nicht funkt. Für solche Sachen brauchen sie die Bestätigung der Kompanie. Häh? Kann nich sein. Sollen hat den Zentralrechner knacken, haben dafür aber nich das Know How. Weia, krieg hier noch voll die Krise.

Ich packe inzwischen das chirurgische Besteck aus und desinfiziere mehrere Nadeln. Dann ziehe ich mir Handschuhe über und fange an, die Wunden zuzunähen. Kann so was. Habe je ne sehr komprimierte Schwesternausbildung erhalten. Endlich höre ich Rodriguez die Treppe hoch geschnauft kommen. Wird ja auch Zeit. Bin gerade fertig, da höre ich ihn laut Aufschreien. Der Schrei endet in einem Gurgeln. Mega Drek!

02.04.2059 Mittwoch Pazifik Tag 3 auf See

Mit der Mendozza MP im Anschlag gehe ich aus dem Raum hinaus. Ich sehe die Beine von Rodriguez im Gang liegen. Ein Angreifer ist nich zu sehen. Ich rücke langsam vor und wirble um die Ecke. Fehlanzeige. Rodriguez liegt in seinem Blut. Sein Bauch ist aufgerissen, seine Gedärme verteilen sich unappetitlich über den Boden. Das sieht nich gut aus. Ich muss nich mal Astral gucken, um zu wissen, dass er tot ist. Der wo diese Sauerei veranstaltet hat, wird sich wünschen, niemals geboren zu sein. Falls er überhaupt jemals geboren worden ist. Drek!

Die Rollen! Ich eile zurück und sage Al Bescheid, dass wir weitere Verluste haben. Ich öffne den Transportbehälter und will gerade die Rollen unter meine Weste stopfen, als eine Gestallt im Türrahmen auftaucht. Chinese im schwarzen Regenmantel. Er hat einen Spitzbart und guckt gar grimmig. Leider reißt mich seine Pistole aus der Betrachtung. Phantome benutzen keine Schusswaffen. Drek! Er schießt und trifft mich zweimal. Es sind Giftpfeile. Irgendwie wird mir ganz schummrig. Weia! Ich sehe alles doppelt. Der Kerl kommt auf mich zu. Sporne fahren aus seinen Ärmeln aus. Drek!

Ich rappele auf und ziehe mein Katana, da ist er auch schon da. Oder ist er dort? Drek! Ich krieg nen Treffer ab. Drei blutige Striemen auf meinem Oberschenkel. Scheiße! Er hat meine Monofilament Jumpsuit durchschlagen. Das bedeutet, dass dieses blöde Arschloch mich gerade 15K gekostet hat. War ich bis jetzt nur mega stinkig auf ihn, so bin ich jetzt wirklich mega sauer. Ich bitte meinen netten Geist mir beizustehen, was er mit einem zackigen Salut gerne tut. Ich versuche mir diesen B-Horrormovie Verschnitt irgendwie vom Leib zu halten. Aber drei weitere Striemen auf meinen Oberarm sind ein Zeichen dafür, dass der Mistkerl mir überlegen ist. Ein Lied des Krieges prallt an ihm ab. SOS!

Mein Geist kämpft tapfer und verwirrt den Mistkerl auch ordentlich. Hehe, so sind die Chancen ausgeglichen. Mein Katana zischt und hinterlässt eine klaffende Wunde auf seiner Brust. Geschieht dem Scheißkerl recht. Aber der lacht nur. Hä? Und das Beste ist, er hat wirklich gut lachen, denn die Wunde wird zu einem schmalen Schnitt und nach wenigen Augenblicken ist nur noch eine saubere Narbe zu sehen. Und auch diese Verschwindet einfach. Er bringt mir weitere Oberflächliche Wunden bei. Tun nich besonders weh, aber der Blutverlust lässt mich schwindeln. Ab und zu treffe ich ihn auch, meine Katana trieft bald ebenfalls von Blut. Auch die Wände sind mit dem Blut meines Gegners bespritzt, aber die Wunden schließen sich einfach zu schnell wieder. Ich versuche mich auf seine Rübe zu konzentrieren, aber wenn man alles doppelt sieht, ist das gar nich so einfach.

Wo bleibt nur Al? Oder Warren? Allein schaffe ich dieses Monster vor mir nich. Ob er ein Gestaltwandler ist? Oder gar ein dreckiger Vampir? Zum gucken fehlt mir einfach die Muse und seh eh alles doppelt und verzerrt. Schließlich treibt er mich buchstäblich ins Trideo hinein. Ich stolpere und das schwere Gerät poltert auf mich hinab. Drek! Ich bin eingeklemmt. Mein armer kleiner, tapferer Geist kämpft nun auf verlorenen Posten. Armes Kerlchen. Der Gestaltwandlerphantom schnappt sich meine Rollen und verschwindet damit. Mega Super Drek!

Trotz Anstrengung gelingt es mir einfach nich, mich unter dem Trid herauszubewegen. Schließlich taucht Al auf und rettet mich. Danke! Mir geht es gar nich gut. Ich zähle 21 Wunden. Alle nur Oberflächlich, aber ich bin Fix und Foxi. Al gibt einen Statusbericht. Funkanlage zerstört, Piraten von zwei Seiten im Anmarsch und alles am Arsch. Toll! Al will ohne MP weiterstürmen, da er mir nich helfen kann. Ich gebe ihm meine Mendozza mit, während ich mich erst mal auf dem Sofa etwas ausruhe.

Ich versuche ein Lied der Heilung zu singen, was aber fehlschlägt. Gar nich Sahne! Aber dafür klappt ein Lied des besser geschützt seins, dass ich in mein Bauchnabelpiercing einspeise. Toll, fühle mich schon viel sicherer. Al gibt durch, dass die Piraten inzwischen das Schiff geentert haben. Drek. Mosley ist noch vorne, arme Norm, wahrscheinlich ist sie inzwischen auch schon Geschnetzeltes. Ich höre von unten MP Feuer. Al schlägt sich mit einer Art Wasserelementar herum. Ich bitte einen weiteren Geist mir zu helfen. Dann stütze ich mich auf mein Katana und rapple mich auf. Al kommt nach oben, den Elementar im Schlepptau. Aber es gelingt ihm, dass Teil mit meiner Mendozza zu zersägen. Ich liebe meine MP. Aber die Piraten kommen von unten hinter her. Wir flüchten in mein Zimmer. Hat ja immerhin einen Hüter drauf. Unterwegs legen wir noch ne Handgranate aus. Kaum sind wir im Zimmer, läuft auch schon der erste Pirat rein. Wumms. Das hat sicher wehgetan, in so einem engen Gang, der noch überaus stabil ist.

Vor meinem Zimmer marschieren die Piraten auf. Sie wollen, dass wir rauskommen. Wir sind ja nich blöd, neh? Also frag ich, was sie wollen. Reden! Können wir auch so ganz gut. Es geht etwas hin und her. Dann fangen die an zu beraten. Al hat ja Cyberlauscher und kann hier und da ein Wort auffangen. Die wollen wohl das Schiff sprengen. Na toll auch. Wir sollten vielleicht in die Offensive gehen. OK. Als kleiner Willkommensgruß will Al zwei von meinen Schockgranaten rauswerfen. Ich mach die Tür auf und Al will sie werfen. Aber die Granaten prallen an einer magischen Barriere ab. Die beiden Granaten kullern nun in meiner Kabine herum. Heiliger Sankt Waschbär! Hilfe!

03.04.2059 Donnerstagnacht Pazifik Tag 4 auf See

Mit übermenschlicher Geschwindigkeit hechtet Al nach den Granaten, fängt und sichert sie wieder. Mega Lucky! Ein großes Dankeschön an Al! Das war jetzt echt Knappikovski gewesen. Puh! Mein armes Herzchen wummert 200-mal die Minute. Damit war jetzt echt nich zu rechnen gewesen. Haben die einfach ne blöde Barriere vor unserer Tür hochgezogen. Weia!

Aber was nun? Ich geh Astral gucken, was die draußen machen. Zähle fünf Leute vor unserer Tür, die Möbel und sonstigen Schrott vor unserer Tür stapeln. Wollen die uns drin behalten, oder ist das ne Dämmung für eine Sprengung? Kein Plan. Werde aber von nem Anglo Norm Juju Schleuderer entdeckt. Hat nen komischen Wasserelementar bei sich. Toxisch? Hab so was noch nie gesehen. Kein Plan. Auf alle Fälle sieht mich dieses Ding. Ui! Nix wie weg.

Es verfolgt mich und ich flitze hinter meinen Hüter. Es kracht dagegen, aber der Hüter hält und das Ding holt sich ne kleine Abreibung. Hähä, geschieht ihm ganz recht, neh? Das Ding unterlässt weitere Angriffe. Bin nich besonders Schlauer als zuvor. Drek! Was machen wir nu? Uns durchkämpfen? Weia! Ich seh zwar nich mehr alles doppelt, bin aber noch ziemlich Down. Mal überlegen. Diese Ärsche haben was sie wollen, diese tollen Schriftrollen, aus denen kein Mensch schlau wird. Warum hauen die nich einfach ab? Wahrscheinlich wollen die uns beseitigen. Haben wenigstens ein paar Sachen gesehen. Was werden sie tun? Höchstwahrscheinlich das ganze Schiff versenken, würde ich jedenfalls an ihrer Stelle als fieser gemeiner Menschenlebenverachtender Pirat machen. Keine Zeugen, keine Spuren. Wie versenkt man ein Schiff? In dem man unter der Wasserlinie was sprengt. Also sollten wir gucken, dass wir von dem Kahn runterkommen, am besten auf die Yacht. Aber da kommt wieder mein kleines Problem ins Spiel, ich bin zu geschwächt und Al wird unmöglich mit so vielen alleine fertig. Er ist ja auch nur ein Mensch und nich Super Cyber Warrior oder Ramboid. OK, streng dein kleines Köpfchen an. Ich lege mir einen Notfallplan zurecht.

Die Typen ziehen draußen ab und kurz danach sind deutlich mehrere Explosionen zu hören. Ich geh kurz Astral nachgucken, von dem Ding ist nix zu sehen. Lucky. Also wage ich mich nach draußen. Die Piratenschiffe legen ab und Wasser dringt bei uns in den Rumpf ein. Auch haben sie das untere Stockwerk beschädigt. Das ganze Oberdeck dürfte über kurz oder lang einstürzen. Mosley liegt tot vorne im Bug, Kapitän Warren ist zersiebt auf der Brücke. Aber Muertow lebt noch. Wenigstens einer. Die Luft ist so weit rein.

Ich flitze zurück in meinen Körper. Die Barrikade vor unserer Tür ist für mich zurzeit unüberwindlich. Auf die Schnelle kriege ich das nich easy gebannt wie sonst. Das Bullauge ist für jemand so schlankes und biegsames wie ich kein Problem. Aber Al ist einfach von den Schultern viel zu breit. Aber er hat noch Sprengstoff und vergrößert das Bullauge. Gut. Ich packe das Notwendigste in meinen Rucksack. Ein Satz normale Kleidung, sprich Jeans, Muskelshirt und ein T-Shirt. Mein China Blue Abendkleid, Hygieneartikel, Survivalpack, mein Taschensekretär. Meine Kampfausrüstung, Werkzeug, Munition und Waffen für einen Krieg trage ich ja bei mir. Was wir jetzt noch brauchen, sind Vorräte, Trinkwasser und etwas, was schwimmt.

Al klettert als erster herunter, ich werfe ihm das Gepäck nach unten und er hilft mir Gentleman Like aus meiner Kabine. Danke! So! Wir rennen zum Rettungsboot der USS Cromwell. Die Piratenschiffe sind inzwischen schon ziemlich weit weg. Hätte nich übel Lust ihnen was großes Raketenförmiges hinter her zu schicken. Mag die nämlich gar nich. Die werden erleben, was es heißt, Racker wütend zu machen. Arrg!

Ara! Das Rettungsboot hat sich verdoppelt. Oder besser gesagt, wir haben zwei. Nein, Hälften, nicht zwei Stück. Drek! OK, Plan B. die ganzen Kisten bestehen aus Kunststoff. Wir werden große Deckel nehmen, mit vier Stück kriegen wir eine gute Fläche. Drunter kommen leere Kisten, die Luftdicht verschlossen sind. Aber zuerst brauchen wir Vorräte, Trinkwasser und den Verstärker von Rodriguez. Also nix wie rein wieder. Wir schaffen es bis nach oben, aber wir sollten hier echt keine Wurzeln schlagen. Bald dürfte alles in sich zusammen stürzen. Ich geh als erstes den Verstärker holen. Muss über einen Loch springen. Hah! Trotz meines Blutverlustes schaff ich das mit Links. Sein Zimmer ist durchwühlt worden, aber den Verstärker haben sie übersehen. Lucky!

Beim Sprung zurück bin ich viel zu kurz, aber ich kann mich noch auf der anderen Seite festhalten. Puh! Mühsam ziehe ich mich nach oben. Al hat schon einiges zusammen getragen. Ich leere die Toolbox mit dem Cyberzeugs aus und packe alles Verwertbare ein. Wir haben Frischwasser, Snorkel und Bier für etwa drei Tage, bei drei Personen. Muertow ist wieder bei Bewusstsein und wir schaffen ihn und die Vorräte nach unten. Hinter uns bricht der Überbau in sich Zusammen. Drek.

Mit richtigem Werkzeug sind wir nich gerade gesegnet, aber ich treibe ne Feuerwehraxt auf. Al macht den Hauptteil der Arbeit. Bald haben wir vier große Deckel zusammen. Dazu vier kleinere Boxen, die als Schwimmer dienen. Mit nem Feuerwehrschlauch verbinden wir die Schwimmer mit dem Floß. Das Floß selber schweiße ich mehr recht als schlecht zusammen. Kunststoffschweißen ist mit meinem Werkzeug nich gerade einfach. Aber ich kann das. Inzwischen haben wir ziemlich viel Wasser genommen. Nur noch ein paar Minuten, dann schwimmen wir. Aus dem Rettungsboot nehmen wir noch ein paar Paddel und den Außenborder. Provisorisch verbinden wir ihn mit dem Floß. Halten wird das nich lange. Wir packen alles auf das Floß und warten, bis das Deck überspült wird. Dann schwimmen wir.

Um nich in den Sog zu geraten, werfen wir den Außenbordmotor an und tuckern weg. Wir erreichen den notwendigen Abstand und der Motor erstirbt. Bevor das zu große Gewicht des Motors uns das Floß beschädigt, bau ich es ab und schubse es in die Tiefe des Meeres. Umweltverschmutzung, ich weiß, aber das macht den Kohl gerade auch nich mehr Fett. Die Cromwell bäumt sich auf und versinkt dann für immer auf den Grund des Pazifiks. Der Regen hört auf und die Sonne erscheint am Horizont. Um uns herum die Weite des Meeres. Weia!

04.04.2059 Freitag Pazifik Tag 5 auf See

Ich starre auf die Stelle, wo ein paar Kisten auf dem Wasser treiben. Wir sind allein, tausend Kilometer vom nächsten Land entfernt. Dann muss ich heulen. Weia! Mosley, Rodriguez und Kapitän Warren sind Tod. Warren war in Ordnung, die anderen nervig, aber den Tod haben sie nich verdient gehabt. Heul! Voll Scheiße! Find das gar nich Sahne und indirekt sind wir zwei, Al und ich, durch unsere Anwesenheit auch noch Schuld daran. Warum hat Radek uns nur keinen Flug nach HK spendiert? Dann wäre das alles gar nich passiert!

Aber bald habe ich mich wieder beruhigt. Snüff, ich wische mir Tränen ab und schnäuze in ein Papiertaschentuch. Muertow erklärt uns ein paar Grundlegende Dinge über das Überleben auf dem freien Ozean und was es hier für üble Viecher gibt. Hört sich nich gerade ermutigend an. Also keine Beine ins Wasser baumeln lassen. Und natürlich auch kein Salzwasser trinken. Logo! Und nix scharfes essen. Er beginnt die Vorräte einzuteilen. Zeit meine vielen Wunden zu behandeln. Sind zum Glück nur alles oberflächliche Schnitte. Singe ein Lied der Heilung. Ein Großteil meiner Verletzungen schließt sich. Aber es tut immer noch weh. Wie gut das Al noch ein Medkit dabei hat. Das Wundplasma kühlt so schön und krieg auch was gegen die Schmerzen.

Ich beginne damit, den Verstärker meinen Taschensekretär zu verbinden. Hah, krieg sogar via Satellit Kontakt, muss mich aber erst als Kundin eintragen und 200 Nuyen Grundgebühr entrichten. Wenn es weiter nix ist. Al hat sogar einen Credstickleser dabei, den vernetze ich mit meinen Taschensekretär. Und schon bin ich eingetragene Kundin. Ich rufe Sakura-chan an. Krieg ne Verbindung. Ui, muss wieder heulen. Bin ja so froh, dass ich ihre Stimme höre. Weia!

Ich verklickere ihre meine mehr als nur unangenehme Lage. Zuerst müssen wir unsere Position feststellen. Das wird Deathdancer übernehmen. Dann beichte ich ihr noch, dass ihr ganzes Zeug, was ich von ihr ausgeliehen habe, verloren habe. Weia! Aber sie meint, dass wäre jetzt gar nich wichtig. Baut mich ein wenig auf, dann hat sie Deathdancer in der Leitung. Er macht natürlich mal wieder dämliche Witze. Das würde er noch machen, wenn er bis zum Hals in Lava stecken würde. Seine Klappe würde man extra zuschweißen müssen. Aber er schafft es, unsere Position über unseren Satelliten anzupeilen. Mega Lucky!

OK, das Wetter dürfte für die nächsten Tage stabil bleiben. Sonnenschein pur. Wir sind in der Nähe von Wake Island, schlappe 500 Kilometer. Wake Island ist eine ehemaliger US Stützpunkt, der wohl vergessen wurde. Jedenfalls hängen dort jede Menge Piraten und anderes Gesindel herum. Sakura linkt sich wieder ein und meint, sie würde ihre Kontakte spielen lassen. Kennt ja Gott in die Welt. Al meint, seine Familie könnte da vielleicht auch vertreten sein. Ich meine, wenn wir bis Morgen Mittag nich aufgepickt sind, dass wir dann seine Familie kontaktieren werden. Will nich zu viele Schulden bei der Mafia haben, wenn es auch so geht.

Ich sage, ich werde mich wieder um 12.00 Ortszeit melden, muss Batterie sparen. Reicht nich ewig, so ein Hochleistungsakku. Puh. So langsam wird es warm. Ich zieh erst mal die Weste aus und schäle mich dann aus meiner Jumpsuit. Heul! Fünfzehntausend Nuyen, die sich in Luft auflösen werden. Aber lieber Panzerung Futsch, als mein Körper, will gar nich wissen, wie tot ich jetzt ohne diese Panzerung wäre.

Bin Müde! Ich rolle mich zusammen und dusel ein. War ja die ganze Nacht wach und schlafe gleich ein, egal ob die Sonne scheint und ich auf ner harten Unterfläche schlafe. Bin von früher viel widrigere Umstände gewöhnt. Werde gegen 12 Uhr geweckt, soll ja mich noch mal melden. Der Kontakt ist gut. Sakura meint, sie hätte inzwischen Kontakt mit Leuten auf Wake Island aufgenommen. Die Verhandlungen laufen. Al und ich werfen 40 K in einen Topf für unsere Rettung. Muertow kann nix beisteuern. War ja klar.

Ich trinke etwas und mach ne Konservendose auf. Ui! Schmeckt nich so toll. Aber früher habe ich Sachen gegessen, die andere weggeworfen haben. Toll, wenn ich genug Strom hätte, dann könnte ich jetzt Chinesische Vokabeln pauken. Al leidet unter der Sonne. Weia, dass gibt nen fetten Sonnenbrand. Hier kommt mir mein von Natur aus Dunkler Teint zu gute. Richtigen Sonnenbrand hatte ich noch nie, kann mich jedenfalls an keinen erinnern. Mein Problem ist, ich werde nur mehr dunkler, was ich gar nich Sahne finde.

Al hat bei der Evakuierung auch die Kiste von Mosley und Rodriguez geborgen. Jetzt haben wir die Muse, uns mal eingehend damit zu beschäftigen. Das Schloss ist ziemlich gut, aber kann meinen Künsten nich standhalten. Sehr vorsichtig hebe ich den Deckel an, als das Schloss entriegelt. Kein Draht oder sonst was zu sehen. Auch keine anderen Vorrichtungen. Drinnen sind jede Menge in Antistatikfolie eingepackte Quader zu sehen. Ui, Plastiksprengstoff. Jede Menge Plastiksprengstoff. Verdammt viel Plastiksprengstoff. Damit kann man ein komplettes Hochhaus einebnen. Weia! Mal gucken, was wir damit anstellen werden. Ich mach den Deckel wieder zu und verriegele das Schloss.

Muertow erzählt ein wenig über sein Leben. Aufgewachsen in LA, hatte mal Trouble mit den Cops und mit ner Vorstrafe kommt man kaum mehr in nen Con rein. Jedenfalls nich in die Großen. Und selbst die Kleinen nehmen Vorbestrafte nur für die miesesten Jobs, die sonst keiner machen will. Und dann noch Ork und Schwarzer. Na Prost. Auf der Cromwell war es OK. Fünf Jahre hat er dort verbracht. Er hört sich sehr traurig an. Kein Wunder, neh?

So vergeht der Nachmittag. Komm mir etwas blöd vor, in Unterwäsche, also Tanga String Slip und Muskelshirt auf dem Floß zu liegen. BH trage ich selten. Meine Titties sind ja auch nich gerade wirklich mega groß. Eigentlich sind sie ja viel zu klein. Weia! Und dieses Salzwasser, dass immer mal wieder auf mich spritzt, ist echtes Gift für meine Haare. Mag ich gar nich. Auch brennt es in meinen Wunden. Heul! Um 18.00 Uhr melde ich mich noch mal. Sakura-chan hat einen Schmuggler gefunden, der uns für 20K aufgabeln wird. Er wird etwa Morgen gegen 10 Uhr uns treffen. Er kennt unseren Kurs und die Strömung wechselt hier nich, deswegen kann man den Treffpunkt recht genau vorhersagen. Der Typ heißt Jerome. Okidokili. Hört sich gut an.

Zum Abendessen gibt es aufgetaute Pizza. Schmeckt wie aus dem Mülleimer. Langsam geht die Sonne unter. Uah! Bin Müde. Al spachtelt in etwa die gleiche Menge wie Muertow und ich zusammen. Hyperschilddrüsen können in so einer Situation echt zu Belastung werden. Nichts tun macht Müde. Ich bitte einen Meeresgeist, unser Floß zu beschützen. Müde jetzt!

05.04.2059 Samstag Pazifik Tag 6 auf See

Ich schlafe die Nacht gut durch, weiß, dass ich gut beschützt werde. Erst die Sonne kitzelt mich wach. Gähn! Oh, meine Haare! Ich muss schrecklich aussehen. Heul! Mag das gar nich. Um uns herum ist immer noch Wasser. Ist ja wohl auch klar. Weltmeere heißen nich umsonst so. Ich mache meinen Anruf bei Sakura-chan und gebe den nächsten Eintrag in den Virtuellen Shinto Schrein ab. Al meint, ob wir nich Radek anrufen sollten. Na ja, wir sollten ja keinen Kontakt mit ihm aufnehmen. Aber er besteht darauf. Die Kontaktnummer ist tot. Hab nix anderes erwartet.

Al meint, dass wir auf Wake Island uns nach nem Transport nach Hause umsehen sollten. Nach Hause? Nix da. „Wir haben noch nen Auftrag zu erledigen. Schon vergessen?“ meine ich. „Die Rollen sind aber weg.“ Wirft Al ein. „Ne, sind sie nich, wir haben sie nich, aber wir wissen, wo sie sind.“ Al guckt mich an, als ob ich nich alle Tassen im Schrank hätte. „Die Piraten haben die Rollen, schon klar!“ führe ich weiter aus. „Das Meer ist zwar groß, aber wenn man jemand finden will, ist das immer nur eine Frage des Geldes. Ich denk mal, dass wir sie noch erwischen können. Wir haben eine Mission, diese dämlichen Rollen für 120K pro Nase nach Hong Kong zu schaffen. Und dieses Geld will ich verdienen. Und mit diesen Piraten habe ich noch ein Hühnchen zu rupfen. Diese Leute sind Persönlich geworden. Haben versucht, uns umzubringen. Haben Rodriguez, Mosley und Warren getötet. Vorsätzlich und ohne Not. Ihr Blut schreit nach Rache. Mein Blut schreit nach Rache.“ Ich rede mich regelrecht in Rage. „Wenn du meinst.“ Meint Al ruhig mit einem Achselzucken.

Runner sind meist nur Figuren in einem Spiel. Ich versuche immer so wenig wie möglich zu töten. Schachfiguren sollten einfach nich aufeinander einschlagen. Aber in gewissen Situation, aus gewissen Gründen kann es durchaus sein, dass die Zeit des Tötens gekommen ist. Viele halten mich für eine Pazifistin, nur weil ich nich jeden Töte, der auf mich schießt oder mir dämlich kommt. Drek! Ich bin eine Kriegerin, aber ich töte nur, wenn ich es für richtig halte. Und ich halte es für verdammt richtig, diesen Abschaum vom Angesicht dieser Welt zu tilgen. Möge Gott ihren Seelen gnädig sein. Ich werde es nich!

So, Blutdurst macht hungrig. Ein Teil der Soypaste wandert in meinen Magen. Dann muss ich mal für kleine Girlies. Ist so Peinlich, hier sein Geschäft zu machen. Ui ui ui! Wenigstens sind die beiden Anständig genug, mir eisern den Rücken zuzukehren. Gar nich auszudenken, wenn die jetzt zugucken würden. Weia. Ich frag mich echt, wie die früher auf den alten Schiffen ihr Geschäft verrichtet haben. In einen Nachttopf in einer stillen Ecke oder mit dem Hintern über der Reling, so wie ich jetzt beinahe. Puh, auf was für Gedanken ich komme. Zuviel Sonne auf das ungeschützte Köpfchen tut nich gut. Merk das!

Ich melde mich bei Sakura-chan, sie meint, alles würde nach Plan verlaufen. In etwa zwei Stunden wären wir in Sicherheit. Na Hoffentlich! Die Zeit vergeht wie in Zeitlupe. Wir suchen den Horizont ab. Nix zu sehen. Ich halte es nich länger aus und geh Astral spicken. Aber schon bald merke ich, dass es ziemlich heftig ist, hier auf dem Meer rumzuschweben. Überall nur Wasser, es leuchtet durch die ganzen Kleinlebewesen an einigen Stellen. Aber nix, an dem man sich orientieren kann. Mir wird schwindelig und ich mache, dass ich in meinen Körper komme.

Gegen zehn Uhr macht Al wirklich dann einen kleinen Punkt am Horizont aus. Nach Kompass müsste das die Richtige Richtung sein. Astral flitze ich hin. Scheint ne ältere Hochseeyacht zu sein. So ein Teil, wo reiche Leute zum Fischen benutzen. Es sind mehrere Liegestühle auf deck. Auf einem liegt ein Norm. Nich vercybert, nich magisch aktiv. Scheint zu schlafen. Unter Deck zwei weitere Leute. Die Pennen auch. Das Ding läuft per Autopilot. Ich stelle mich mit Kleidung einer arabischen Prinzessin vor und werde vor dem Norm an Deck sichtbar. Dann schreie ich laut. Der Typ schreckt auf und plumpst auf das Deck. Er rappelt sich auf und reibt sich empört seinen Allerwertesten. Ich verklickere ihm, dass wir gerne gerettet werden würden. Es ist tatsächlich Jerome. Er meint, ich müsste keine Hektik machen, er hätte alles voll im Griff. Ja ja! Auf ner Rettungsmission kurz vor dem Treffpunkt einfach pennen, dass lässt ja schon mal verdammt tief blicken, neh?

Zurück in meinen Körper erzähle ich den anderen, dass unsere Rettung naht. Es dauert eine halbe Ewigkeit, bis die endlich neben uns sind. Es ist tatsächlich eine alte Yacht. Statt Weiß ist sie mit Graffitis verschmiert. Vorne haben sie ein Haifischmaul drauf geschmiert. Ui! Wie gruselig! Weia! Total Uncool!

Jerome ist ein Anglo Norm, trägt Bermudas und sonst nix. Hat ne Pistole im Gürtel stecken. Er begrüßt uns auf der Paradiso, so heißt dieses Boot. Zuerst regeln wir das Finanzielle. 10K jetzt, 10 K auf Wake Island. Deal! Wir dürfen an Bord. Von unten kommen noch zwei Orks hoch, sprechen beide ein unverständliches spanisches Kauderwelsch mit anderen Sprachen vermischt. Egal, wir scheinen gerettet zu sein. Wie gut das die nich zu gierig sind und versuchen, uns zu geeken und zu berauben. Könnten dem nur schwer was entgegensetzen. Aber 20K für ne 2 Tagesreise ohne Risiko sind natürlich auch ein fetter Batzen Cash.

Der Norm zeigt uns sein Schiff. Es gibt nen großen Aufenthaltsraum, ne Kombüse wo gerade was köchelt, ne Dusche und ein Gästeraum. Haben unsere Schlafsäcke und noch ne Hängematte Platz. Nich gerade die Art Kabine, die 20K kosten sollte. Aber besser als das Floß ist es alle mal. Lucky! Wir sind in Sicherheit. Ruf Sakura-chan an und melde, dass ich in Sicherheit bin. Daisuki! Werde mich dafür revanchieren. Juhu! Wir sind in Sicherheit. Mega Lucky!

Nachdem ich mich wieder beruhigt habe, machen wir eine Reihenfolge für die Benutzung der Dusche aus. Al geht zuerst und ich stromere noch etwas herum. Es gibt da noch ein Raum, wo wir nich hinein dürfen. Ui! Das ist genau das, was mich kribblig macht. Also gehe ich mal ganz unauffällig astral spicken. Och! Ist nur etwas Gerümpel drin. Nix, was einen zweiten Blick wert gewesen währe. Dann kann ich unter die Dusche. Ah, das tut gut. Und ich kann mich um meine Haare kümmern. Ui ui ui! Sehen die vielleicht aus. Wie gut, dass ich meinen Kulturbeutel gerettet habe. Mit einiger Mühe kriege ich eine akzeptable Frisur hin. Dann creme ich mich gut ein. Meine arme Haut. Wenigstens verheilen meine Verletzungen gut. Dafür ist meine Rüstung nur noch Müll, hat sich inzwischen in ihre Einzelteile zerlegt. Find ich gar nich Sahne. Ich ziehe mir ein T-Shirt über und ne Jeans an. Ich schlage die Beine etwas hoch und bleibe Barfuss. Trage aber trotz allem zwei Waffen in meinen Schulternhalftern. Trau den Leuten hier doch nich so ganz.

Al überrascht mich mit der Nachricht, das Clive Nealson gestorben wäre, hätte er gerade über Infochannel erfahren. Die haben an Bord ein Satelliten gestütztes Trid. Clive Nealson war der Kerl, den wir ihm Ultra Ressort vor scheinbar einer Ewigkeit bespitzelt haben. Er gehörte zu der Fraktion, die gegen den Umzug von Yamatetsu nach Russland ist. „An was isser gestorben?“ „Herzinfarkt.“ Hm, der Mann war ja in Medizinischer Behandlung, ein natürliche Todesursache käme in Frage. Aber ich bin schon zu lange im Biz, um an harmlose Zufälle zu glauben. Wie heißt es doch so schön, die besten Killer arbeiten so, dass es keinen Mord gibt, sondern es wie ein Unfall oder ganz Natürlich aussieht. Wahrscheinlich haben unsere Unterlagen noch dazu beigetragen, einem Wetworker die richtige Strategie wählen zu lassen. Na ja, Geschäft ist Krieg und auch Generäle sind nich Unberührbar. Hab trotzdem ein ganz klein wenig schlechtes Gewissen.

Es gibt Essen. Die Pampe sieht nach nix aus, aber tut schmecken. Mjam mjam. Wahrscheinlich würde alles gut schmecken, wenn gezwungen war, irgendwelchen Tiefkühlkram roh zu essen. Aber egal. Wir werden etwa bis Morgen Früh nach Wake Island brauchen. Schade, dass es nich schneller geht. Ein paar Leute haben ein Flug für die Höhle gebucht und ich werde es ihnen die Tickets überbringen. Im Format .357 Magnum.

Ich nutze die Gelegenheit, meine Akkus aufzuladen. Meine Waffen haben den Aufenthalt auf dem Meer gut überstanden, trotzdem zerlege ich sie und reinige sie Gründlich. Salzwasser ist nicht gut für Metall. Dann gehe ich an Deck, suche mir ein schattiges Plätzchen und büffle Vokabeln. Besonders solche Sätze wie: Ich habe zwanzig Freunde und alle sind schneller als du. Oder, Grüße an den Teufel. Oder, Stirb, du Stück Dreck. Im Gegensatz zu Japanisch hat Kantonesisch viele Schimpfwörter. Und die lerne ich mit Freude.

Zum Abendessen gibt es noch mal die Pampe vom Mittag. Egal. So langsam werde ich Müde. Ich telefoniere noch mal mit Sakura und geh dann schlafen. Ich bitte einen Geist auf mich aufzupassen. Müde jetzt!
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Chroniken eines Girlies
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Beitrag Verfasst am: Di Jun 21, 2005 6:58 pm    Titel: Werbepause


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Sakura
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Beitrag Verfasst am: Do Jul 14, 2005 1:51 pm    Titel: Re: Rackers kleines Tagebuch: The Corporate War Files Antworten mit Zitat

06.04.2059 Sonntag Pazifik Wake Island

Ich schlafe wie ein Murmeltier. Tut mir gut. Bin am Morgen wieder halbwegs fit. Meine Wunden heilen gut. Dafür juckt es jetzt wie die Hölle. Ich geh als erste duschen. Tut das gut! Meine Haare fühlen sich schon wieder viel besser an. Hab sie in weniger als ne halbe Stunde getrimmt. Auch meine übrige Körperpflege kommt nich zu kurz. Mein Teint ist schon wieder viel zu dunkel. Dazu werden die ganzen Schnitte weiße Linien bilden, wenn sie verheilt sind. Werde wie ein Zebra aussehen. Mag das gar nich!

Jerome meint Frühstück machen zu müssen. Er mixt irgendwas zusammen. Ich probiere und schütte es dann weg. Ich krieg etwas Brot und Belag organisiert. Schmeckt um einiges besser. Ich nutze die Zeit, die heutige Nachricht im Schrein zu hinterlegen. Noch sind wir im Spiel. Na ja, mehr oder weniger. Die Piraten werden schon noch sehen, was sie davon haben, mich zu ihrer Feindin gemacht zu haben.

Schließlich kommt Land in Sicht. Der ehemalige Militärhafen ist nun mit primitiven Mitteln so umgebaut worden, dass kleine Schiffe gut anlegen können. Die Insel scheint recht dicht besiedelt zu sein. Ruinen und zusammengestückelte Bauten wechseln sich ab. Wobei auch einige der älteren Gebäude gut in Schuss sind. Wir legen an und geben Jerome den vereinbarten Preis. Ich zieh mich Ausgehfertig an und nehme volle Bewaffnung mit. Girlies müssen entsprechend auftreten, wenn sie nich mit ner Nutte verwechselt werden wollen. Und Nutten laufen nich mit ner MP rum.

Jerome führt uns zu nem Typ, der hier das Kommando hat. Ist ein ehemaliger US Marine, der hier mit seiner Einheit vergessen wurde. Wahrscheinlich waren sie wohl auch nich so erpicht darauf, sich wieder in Erinnerung zu rufen. Ich krieg noch die Geschichte von Wake Island im Schnellverlauf verklickert. So um 1560 rum wurde die Insel von nem spanischen Typ entdeckt, der hier zufällig vorbei kam. Nannte das Teil San Francisco und hat es als Spanische Kolonie eingetragen. Hat aber keine Sau interessiert, da es erstens hier keine Menschen gab und zweitens auch keine Quelle. Sechs Quadratkilometer im Nirgendwo. Später wurde die Insel so um 1840 von nem Engländer namens Wake angesteuert und der hat die Insel kurzerhand umbenannt. Im Spanisch Amerikanischen Krieg wurde die Insel dann der USA zugeschlagen.

Erst so um 1930 herum begannen die sich dann für dieses Eiland zu interessieren und klatschten nen Militärstützpunkt drauf. Hier und da waren noch ein paar alte Bunker zu sehen. Im zweiten Weltkrieg wurde dann Wake Island von Japan angegriffen, die erste Invasion scheiterte am erbitterten Widerstand der hier stationierten Marines. Das war die einzige Amphibische Operation der Japaner die im gesamten Krieg schief ging. Beim zweiten Versuch wurde der Stützpunkt genommen. Die Insel wurde aber nich zurückerobert und wurde nach der Kapitulation Japans wieder an die USA zurückgegeben. Blieb den besiegten Japanern ja nix anderes übrig, neh? Der Flughafen wurde sogar noch etwas ausgebaut, um Jumbos als Notlandeplatz für Transpazifik Flüge zu dienen. Während dem kalten Krieg war hier einiges los, aber dann erlahmte das Interesse an der Insel in der Mitte des Nordpazifiks. Nach und Nach wurden die Truppen abgezogen, bis auf einen kümmerlichen Rest für Notfälle und so. Und da diese gerade mal sechs Quadratkilometer kleine Insel so total unwichtig geworden war, wurde sie wohl nach dem Crash einfach vergessen. Die Marines blieben und machten sich selbstständig. Dabei bauten sie wohl leider den Flugplatz etwas zu, was ich ganz und gar nich verstehen kann. Wäre ein Toller Zwischenstopp für Schmuggler.

Der Oberkommandierende, wie wohl sein offizieller Titel lautet, ist wohl schon über sechzig und sieht ziemlich relaxed aus, als wir in sein Büro treten. Seine bloßen Beine in Kakishorts sind auf dem Schreibtisch gelegt und er liest in einem alten Hochglanzmagazin mit mehr als nur leicht bekleideten Frauen in eindeutigen Posen. Ich mach ihm Klar, dass wir jemand suchen, der ziemlichen Dreck am Stecken hat. Findet er nicht so gut. Hier geht es nach dem Prinzip ab, tu nix, was irgendjemand stören könnte. Pah! Also von seiner Seite haben wir keine Hilfe zu erwarten. Aber schließlich suche ich nich zum ersten mal Jemanden.

Wir gehen in ne Bar. Die Einrichtung sieht ziemlich zusammen gestohlen aus. Die Theke besteht aus einem Brett, dass über zwei Tonnen gelegt wurde. Ein paar Kästen mit Getränken stehen darunter, mit nem rostigem Gitter von den Kunden getrennt. Eine Leitung aus einem Einfachen Rohr verschwindet unter den Boden. Die Kundschaft selbst ist genau so zusammengewürfelt wie die Einrichtung. Alles Meta und Etnischen Rassen sind vertreten. Die Getränke haben hier ziemlich horrende Preise, da sind die Infos schon beinahe ein Schnäppchen. Ich komme mit nem Barkeeper ins Gespräch. Zuerst frage ich nach dem Anglo Juju Schwinger. Sagt denen nix, auch der Chinese scheint nich gerade bekannt zu sein. Aber über die Wang Fu haben die hier auch schon viel gehört. Und über die Bande die dahinter steht. Gestern waren die noch hier und die Bande heißt Gui Hun. Der Name könnte Rachsüchtiger Geist oder so was bedeuten, bin mir da nich so sicher. Die Anführerin soll eine wahre Hexe sein. Hm, vielleicht ne toxische Schlampe. Der alte Musashi könnte uns vielleicht noch mehr sagen. Okidokili.

06.04.2059 Sonntag Pazifik Wake Island

Jerome kennt zum Glück den Kerl, bei der kleinen Insel nich verwunderlich und führt uns zum Hafen. Die Stadt selber ist eine bunte Mischung aus Militärgebäuden, Baracken, Fertigteilhäuser und Ruinen. Und genau so Bunt sind auch die Bewohner hier. Ist eigentlich alles vertreten, auch ein Muppet läuft hier herum, muss hier für ihn die Hölle sein. Die meisten sind bewaffnet, einige tragen offen Sturmgewehre herum. Da bin ich froh, dass ich mit der Mendozza herumlaufe. Körperpanzerung ist dem Klima angepasst recht luftig, die meisten tragen Westen verschiedener Bauart.

Wir erreichen einen Straßenmarkt. Drek! Da ist der chinesische Was auch Immer, der Rodriguez getötet hat. Ich zieh die anderen in eine Seitengasse und beobachte diesen Scheißkerl. Er verhandelt gerade mit einem alten Anglo Norm mit weißem Bart. Auf seinem Stand sind elektronische Bauteile zu sehen. Es geht mehr als fünf Minuten hin und her, bis ein Plastikbeutel voll Komponenten ist und weitere zehn Minuten, bis die beiden sich auf einen Preis geeignet haben. Der Chinese rauscht Richtung Hafen ab. Wir natürlich hinter her.

Er führt uns an den Kais entlang bis wir eine Art großes Bootshaus erreichen. Es ist mit einer Schleuse vom Meer abgetrennt und dahinter befindet sich ein Trockendock. Unter den Vier Schiffen befindet sich auch die Wang Fu. Ihr Rumpf sieht noch ramponierter aus, als wie ich ihn in Erinnerung habe. Sieht schwer nach nen Zusammenstoß mit nem üblen Critter aus. Geschieht ihm Gerade recht. Sieht nich so aus, als ob er die nächsten Fünf Minuten verschwinden würde. Einen von der Bande hätten wir. Wenn ich mich besser fühlen würde, wäre der Kerl jetzt fällig. Aber so, ist erst mal besser, sich einen Plan zu Recht zu legen und weitere Infos einzuholen.

Der alte Musashi wohnt in einem zusammengestückelten Häuschen aus Fertigbauteilen. Ein Frachter muss hier mal einen nich unerheblichen Teil seiner Ladung aus Fertighäusern verloren haben. Wie auch immer, Musashi ist ein Afro Norm mit hellen Augen. Er spielt gerade Karten mit ein paar andere alten Knackern. Ich bin Frech und spreche ihn einfach an. Nach zweihundert Nuyen weiß ich etwas mehr. Zwei Schiffe kamen an, eines fuhr gestern schon wieder weiter. Richtung Festland um 16.00 Uhr. Die hätten vorher noch jede Menge Diesel gebunkert. Sollen da mal nachfragen.

Also gehen wir zur örtlichen Tankstelle. Ein gewisser Jersey ist hier der Besitzer. Nach etwas Gefeilsche bekomme ich die gebunkerte Menge Diesel und ein paar technische Details über die Yacht heraus. Toll. Was ich bräuchte, wäre ein Wasserflugzeug. Aber hier gibt es scheinbar so was nich. Finde ich gar nich Sahne. Mein kleines Bäuchlein meldet sich vernehmlich. Hunger!

Also gehen wir in Jeromes Lieblingsrestaurant. Das besteht aus einem Gästeraum, der noch kleiner als meine Wohnung in Fife ist und einer Küche, wo zwei dicke Afro Norm Weiber mit knallbunten Kopftüchern Essen anrühren. Eine der Frauen meint, ich wäre viel zu dünn, da hätte ein Mann ja gar nix zum festhalten und würde sich an meinen Rippen verletzten. Gl! Meine Titties sind sicherlich zu klein, die Frauen haben bald doppelt so große, sind wohl mehrfache Mütter, aber mein Arsch ist Sahne, mein Bauch ist Flach und mein Körper durchtrainiert. Und das letzte was ich werden will, ist Fett zu sein! Hmpf!

Jerome überredet uns, Samiras Spezial zu probieren. Hätte es lieber sein lassen sollen, ist nämlich scharf wie ein mit Dikote überzogenes Katana. Komm mir vor wie beim Thailänder. Auch wenn mir die Tränen kommen, mir der Rachen ausbrennt und ich meine Zunge nich mehr spüre, esse ich den Teller leer. Aber den Nachschlag nehme ich aus dem anderen Topf. Irgendwie habe ich das Bedürfnis, Jerome zu packen und seinen Kopf mit dem frechen Grinsen so lange in den Topf mit dem Spezial zu tunken, bis er weis, was Schmerzen sind. Frustrierte Girlies sollte man einfach nich ärgern. Und der Tag der Vergeltung würde kommen. Weiß das!

Gespielt am 12.06.2004
SL: Mr. Five
Spieler und Chars: Racker und Al
Karma: 5
Eingenommenes Geld: Minus ca.40K
Andenken für die Hall of Fame: Nix

Part C
Pirates Island

06.04.2059 Sonntag Pazifik Wake Island

In Ma´s Küche lungert auch ein Südländischer Norm herum. Wau, irgendwie sieht der richtig niedlich aus. Kakoii! Wenn ich auf Männer stehen würde, wäre der echt die Versuchung. So aber prallt sein Charme an meiner Schale ab, wie 5mm Geschosse an der Panzerung eines Leopard III. Er stellt sich als Jack vor, ich als Mandy. Al guckt ihn nur abweisend an und isst dann weiter. Dieser Jack, ist etwa so groß wie Al, fängt an, viele Fragen zu stellen. Und er scheint nich von hier zu sein. Seine ganze Art ist aufdringlich, als ob er was von uns will. Spür so was schnell. Ich wimmle ihn ab und stupse Al an, dass wir uns um unser dringliches Problem kümmern sollten. Wir brauchen einen guten Plan. Also verlassen wir mit Jerome im Schlepptau wieder Ma´s Imbiss Stube des Mega scharfen Eintopfs. He, ich spüre so langsam meine Zunge wieder. Lucky!

Wir gehen auf Jeromes Boot, der Paradiso und dort unter Deck. Dann klamüsern wir zusammen einen Plan aus. Dieser Dreckskerl, dieses was auch immer, muss sterben, der hat Rodriguez auf den Gewissen, aber vor sollten wir ihn noch verhören und das wir knifflig werden. Gestaltwandler sind schwer unter Kontrolle zu halten und noch schwerer auszuschalten. Und da ist noch das Problem, wie die Inselbewohner reagieren werden. Ist mir nich ganz klar, wie solidarisch sie gegen Fremde sind. Kann sein, dass sie zugucken, kann auch sein, dass sie auf uns Ballern bis die Läufe glühen und wir nich weiter als blutige Häufchen Fleisch sind. Al schlägt vor, dass wir es erst mal ne Nummer kleiner versuchen sollen. Die haben bestimmt einen Navigationscomputer und eingespeicherte Kurse, wenn wir ihren Heimatstützpunkt so herausbekommen, ersparen wir uns auf alle jede Menge Gefahr. Al hat Recht, also klamüsern wir erst mal Plan A aus. Für Rache ist später noch Zeit genug.

Al wird als Angler in der Nähe des Docks Stellung beziehen, sobald der Dreks Gestaltwandler Scheiß Critter rauskommt, ich mag den wirklich nicht, sagt Al bescheid und ich erledige den Rest. Falls es Probleme gibt, habe ich Al vor der Tür, der mich raus haut. Wir machen Frequenz 97.4 und Verschlüsselung A aus. Wir prüfen die Geräte auf Funktion und Al geht dann mal vor. Ich bleibe zurück und mache mich für eine Infiltration fertig. Ich lade meine Mendozza mit Gel, obwohl ich lieber Stahlmantel nehmen würde. Hass und Zorn kochen in mir, eine gefährliche Mischung. Ich ziehe meine verbleibende Kampfausrüstung an. Bewaffnet und Gefährlich. Huah!

Draußen höre ich Stimmen, ich luge nach draußen und sehe sechs Afro Norms die laut Palavernd den Kai entlang laufen. Sie tragen ein Sammelsurium an Langwaffen, von alten AK 107 bis zu Sturmschrotflinten. So sehen Leute aus, die auf Ärger aus sind. Ich will mir einen Herdgeist beschwören und was sehe ich da? Ein verdammter kleiner Watcher, der große Augen bekommt und Oh oh sagt. Ui ui ui! Der will Ärger. Ich aktiviere meinen Waffenfokus und sause hinter her. Der kleine Kerl führt mich schnurstracks zu seinen Meister. Und es überrascht mich nich wirklich, dass er zu diesem Jack düst. Na, wusste ich es doch. Wer viele Fragen stellt, macht sich halt verdächtig. Er ist Magier, Initiat und er will was von uns, offenbart mir eine Untersuchung seiner Aura. Ob er hinter den Schriftrollen des Todes her ist?

Der Watcher fängt gerade an, Bericht zu erstatten. Will nich, dass er unsere Pläne verrät und zappe ihn. Jetzt nix wie weg. Zurück in meinen Körper höre ich, dass Jerome in einen lauten Streit verwickelt ist. Und Al meldet Probleme. Sein Funk ist an und ich folge einem Gespräch, in dem hervorgeht, dass der Piratengestaltwandler Al gerade gefangen nimmt. Drek! Und hier ist die Scheiße auch gerade dabei, durch den Ventilator zu fliegen. Wie gut, dass ich der Ventilator bin. Einen Tanz des Nich gesehen werdens später bin ich an Deck und luge über das Schanzkleid. Die sechs Afro Norms schieben Stress. Jerome hat wohl was gemacht, was den Afros gar nich schmeckt. Die einzige Frau in dem Haufen ist auch noch erwacht. Drek! Wir brauchen Jerome noch, also müssen die Afros weg. Ein Lied des Rauches auf die Jungs und das Magic Mädel. Es macht Poff und mehrmals knallt was Schweres zu Boden. Aber der Chef steht noch und ballert auf Jerome, der sich in Deckung bewegt. Bevor ich noch was tun kann, kullert schon ne Granate an Deck und auf mich zu. Heiliger Sankt Waschbär!

Ich schnappe mir die Handgranate und werfe sie in Richtung des Afros zurück, aber viel zu weit, denn ich höre ein Deutliches Platschen. Eine weitere Granate fliegt über das Schiff und fällt dahinter ins Wasser. Jetzt ist es mir zu blöd. Ein Lied des Krieges schickt den Afro zu Boden. Lucky! Einige Wasserfontänen spritzen auf, als die beiden Granaten hochgehen. Hoffentlich hat hier niemand getaucht.

Zu Jerome sage ich, er soll die Lage unter Kontrolle bringen und sich bereit zum auslaufen machen. Dann tanze ich den Tanz des Leicht seins und sause im Tiefflug auf dem Wasser um die Insel herum. Die Trockendocks liegen ja nich weit von hier entfernt. Drek! Al ist nich mehr zu sehen. Ich bitte um ne Positionsangabe und er fragt wohl seine Entführer, ob wir bei Ma´s was essen wollen. OK! Weiß nu Beschied. Ich fliege in das kleine Wäldchen und sehe die Gruppe gerade an Ma´s Haus vorbeilaufen. Es sind drei Bewacher. Der Gestaltwandler macht mir am meisten Sorgen. Die anderen beiden sind Asia Norms, einer hat ne chinesische Pistole, der andere ne billige MP, auch aus chinesischer Fertigung. Aber keine Zeit zum lange Überlegen. Inzwischen stehen sie an der Klippe, die hier etwa zehn Meter nach unten geht. Und die holen Schwung, um den armen Al da runter zu werfen. Drek!

06.04.2059 Sonntag Pazifik Wake Island

Al wehrt sich und der Gestaltwandler sagt gerade was zu ihm. Dann verdreht einer der Chinesen die Augen und fällt herunter. Huh? Egal, ich tasere den, der Al ne Pistole in die Seite drückt. Al und der andere zucken auch. Ui, hab ich nich bedacht. Der getaserte stürzt über die Klippe, hält sich aber an Al krampfhaft fest. Mein Chummer entledigt sich dieses Problems mit einem beherzten Stiefeltritt ins Gesicht des Asiaten. Das tat sichtlich weh und mit einem schnell abbrechenden Schrei stürzt der Norm in die Tiefe. Ich eile derweil vorwärts, um Al zu helfen, da fliegt auch schon der letzte über die Klippe. Autsch!

Ich geh auf Astralsicht, aber bevor ich nach unten gucken kann, sehe ich über Al einen Watcher stehen. Der guckt mich groß an. Auf volle Abschirmung wirble ich herum und suche den Waldrand ab. Jack kommt ganz salopp herausgeschlendert, mit nem flotten Spruch auf den Lippen. Leider habe ich nich die Zeit, mich um den jungen Kerl zu kümmern. Al behält ihm im Auge, während ich gucke, ob der Gestaltwandler noch da ist. Ich kann zwei Leichen ausmachen. Die gerade von der Steilküste abgetrieben werden. Mein spezieller Freund ist nich darunter. Mit aktivierten Waffenfokus sause ich Astral nach unten. Er ist weg. Also sause ich in Richtung Trockendock. Dort sehe ich ihn gerade aus dem Wasser klettern. Der Kerl ist verdammt schnell unter Wasser. Muss ne Robbe sein. Dreks Critter!

Trau mich aber nich, ihn hier und jetzt anzugreifen. Meine Wunden tun immer noch verdammt weh. Mag das gar nich! Also ziehe ich mich erst mal zurück und berichte Al, dass der Kerl noch lebt. Wir danken Jack lieb, dass er uns geholfen hat und lassen ihn dann stehen. Er folgt uns mehr oder weniger unauffällig. Da Al keine MP dabei hat, gebe ich ihm meine. Bevor wir reinstürmen, gehe ich erst mal von Oben Astral reingucken. Da drin ist einiges los. Der Pirat scheint einige Leute motiviert zu haben, Wache zu schieben, ich mache mindestens fünf Leute mit schwerer Bewaffnung aus, die sich in dem großen Raum verteilt haben. Auch in den Schiffen, die hier zur Reparatur sind, warten Bewaffnete. Fraglich, ob die Neutral bleiben. Kein guter Zeitpunkt für einen Angriff. Wie es Aussieht, will der Pirat auslaufen. Gut!

Ich erstatte Al bericht und auch er kommt zu dem Schluss, dass es höchst Lebenszeit verkürzend wäre, dort einfach rein zu gehen. Also Plan B. Wir gehen zu Jerome und fangen die mit unserem Schiff ab. Im Laufschritt düsen wir zurück zur Yacht. Oh, meine Wunden fangen an wie wild zu schmerzen. Hmpf! Muss da durch. Wir erreichen schließlich die Paradiso. Jerome ist immer noch am diskutieren. Die Afros hat man solidarisch inzwischen ausgeplündert, aber sonst wartet man noch ab. Ich frage Jerome, ob eine kleine Kreuzfahrt nich ne gute Idee sei, um die Luft hier etwas abkühlen zu lassen. Er findet das auch und ich musste noch nich mal dafür singen. Kann Leute auch so überreden.

Also hoch auf das Schiff und klar zum ablegen. Jack kommt hektisch angejoggt. War ja klar. Der will was von uns. Ist nur nich klar, ob er uns helfen will, oder die Rollen für sich. Hm. Ich meine, dass es wohl besser wäre, wenn er mit an Bord kommt. Dann wissen wir wenigstens, wo er ist und für den bevorstehenden Kampf können wir jede Unterstützung gebrauchen. Also Leinen los mit Jack an Bord.

Wir stoßen vom Kai ab und nehmen Kurs auf das Trockendock. Die Wang Fu fährt mit Volllast voraus. Weia! Die sind vielleicht mal schnell. Zuerst sieht es so aus, als ob die uns eiskalt abhängen. Aber dann werden die Langsamer. Der Abstand bleibt erstmal, dann kommen wir stetig Näher. Mit Fernglas ist deutlich zu sehen, dass die ne Ölspur hinter sich herziehen, die Reparaturen sind wohl nich abgeschlossen gewesen. Dann halten die an. OK, auf zum letzten Gefecht, dem ihren letzten Gefecht. Böses Grinsen auf mein Gesicht. Ich überprüfe den Sitz von meinem ATU Helm und suche mir ein gutes Plätzchen hinter dem Schanzkleid.

Ich kann fünf Personen auf Deck ausmachen. Einer davon ist der Gestaltwandler. Er hat was Glänzendes in der Hand und springt über Deck. Er verschwindet in den Tiefen des Ozeans. Der Drecksack will bestimmt ne Haftmine anbringen. Auf der Wang Fu eröffnen sie das Feuer auf zweihundert Meter mit Sturmgewehren. Eine Garbe schlägt in meine Panzerung ein. Autsch! Aber zum Glück hält die Weste. Ich lasse mich fallen. Mit seiner Ruger 100 erwidert Al das Feuer. Jack hat sich eben falls fallen gelassen und fummelt gerade an einem Endoskop herum.

Die Jungs schießen mir zu gut. Ich bitte einen Windgeist mit einem Lied des Rufens zu mir. Eine kleine Windhose erscheint und hört sich meine Bitte an. Ich erkläre ihm, dass er via Astralraum hinter die Wang Fu soll, dort soll er wieder auf diese Ebene hier, sich verschleiern und vorsichtig nach und nach die Besatzung der Leute dort drüben Ablenken. Er verspricht, meinen Wunsch zu erfüllen und geht.

Da wir zu weit weg sind, als das ich mich mit meiner Mendozza treffen könnte, berühre ich Al und singe das Lied des besser geschützt seins. Nun leuchtet er grün. Dutzende von Kugeln schlagen ihn das Feld ein, immer wieder sprühen bunten Funken auf, als die Kugeln harmlos abprallen. Mein Panzer hält Al vor Schaden ab. Jack zaubert durch das Endoskop, aber ich kann nich gucken, wie gut er dabei ist. Da immer noch Kugeln ins Schanzkleid schlagen, wohl nich besonders erfolgreich. Weia!

06.04.2059 Sonntag Pazifik bei Wake Island

Ich wage nach einiger Zeit wieder einen Blick über das Schanzkleid, ob wir inzwischen schon näher gekommen sind. Gl? Gerade mal zwanzig Meter oder so? Jerome! Näher ran! Jetzt! Auf die Entfernung kann ich nix treffen! Jerome jammert herum, weil die Schießen. Baka! Das tun sie jetzt doch auch schon, aber wenn wir näher sind, dann treffe ich vielleicht auch mal was, neh!

Und so langsam mache ich mir Sorgen um den Gestaltwandler, besonders da wir quasi auf dem Präsentierteller gondeln. Da schließe ich mich mit Jack kurz. Wir sollten in den Astralraum und ihn bekämpfen. Ich sag Al, dass ich ihn nich länger schützen kann, lasse den Zauber fallen und erschaffe einen Watcher aus Mana in Form eines Engelchens. Ich befehle ihm, mir zu folgen und ziehe mein Katana. Jack hat auch einen Watcher beschworen und wir düsen in den Astralraum. Das Wasser behindert doch die Sicht um einiges, aber trotzdem finde ich die Mine unter dem Boot auf Anhieb. Drek auch. Die muss weg! Sofort! Jack bleibt im Astralraum, um vielleicht dem Gestaltwandler eins auf die Rübe zu geben, wenn er ihn denn finden sollte.

Zurück in meinen Körper, krabble ich zuerst über das Deck, während ich meine Waffen zurücklasse. Zuerst versuche ich mich an der Ankerkette festzuhalten, was aber nich gelingt. Also platsche ich ins Wasser und werde beinahe noch vom Boot unter Wasser gedrückt. Ahhh! [Hab vor lauter Aufregung den noch aktiven Levitate vergessen.] Das Salzwasser brennt in meinen Wunden. Ich bitte einen Geist des Meeres mir zu helfen. Eine kleine Meerjungfrau mit Glubschaugen und dicken Backen folgt meinen Ruf. Ich erkläre der Kleinen, das sich unter dem Boot einer runder Körper befindet. Mit meinen Händen zeige ich die Abmessungen. Den soll sie abmachen und so schnell wie möglich so tief wie es geht nach unten schaffen. Und dann das Teil loslassen, nich das es den armen Geist noch erwischt. Sie macht sich auf den Weg und ich levithiere wieder auf das Boot hoch. Jack ist immer noch im Astralraum und Al schießt weiter auf die Piraten. Inzwischen scheint er zwei ausgeschaltet zu haben. Die anderen beiden haben sich unter Deck verkrümelt.

Dann spüre ich, wie meine kleine Meerjungfrau aus dieser Ebene verdrängt wird. Dann gibt es eine große Wasserfontäne hinter dem Boot, die teilweise Rot ist. Puh! Die Flossen einer Robbe schwimmen kurz auf dem Wasser, bevor diese in die Tiefen des Ozeans hinabsinken. Das war ja gerade noch rechtzeitig gewesen. Lucky!

Jack visualisiert sich, hat sogar was an, hätte ich nich von ihm erwartet und erzählt, dass der Critter Pirat tot ist. Jack hat ihm mehrere Betäubungsblitze reingejagt. Dabei hat der Critter den Zünder verloren. Immer wenn der Pirat zu Bewusstsein kam, ist er nach dem Auslöser geschwommen. Schließlich gelang es dem Robbengestalltwandler sich den Zünder in dem Moment zu krallen, als die kleine Meerjungfrau an ihm vorbei geschwommen ist. Dummerweise hat er da schon gedrückt. Na ja, gab wohl ne ziemliche Sauerei und meine kleine Meerjungfrau darf jetzt erstmal 24 Tage lang Urlaub auf ihrer Ebene machen. Gut gemacht, Jack Daniels!

So, zeit zum Entern! Die Paradiso geht längsseits zu der Wang Fu und Al und ich jumpen rüber. Wir gehen so richtig SWAT Mäßig vor. Jerome und seine Crew bleiben auf ihrem Schiff, um uns den Rücken frei zu halten. Ha Ha! Jack Daniels ebenso. Schließlich sind wir links und rechts zur Treppe nach unten. Al geht gebückt vor, ich ziele über seinen Rücken, aber es bietet sich mir kein Ziel. Unten steht schon alles unter Wasser, die Wang Fu scheint ein kleines Leck zu haben. Ich höre Kampfgeräusche und Rücke nach. Al ist gerade mit einem im Klinsch. Der Pirat scheint aber nich bei der Sache zu sein. Mein kleiner Geist ist wohl noch bei der Arbeit. [In dem Moment ist mir gar nicht aufgefallen, dass sich der Gegner außerhalb der Domäne des Windgeistes befand.] Ich zieh dem Schurken eines mit dem Kolben meiner MP über. Fehlt nur noch einer. Al meint, um den kümmert er sich, ich soll die Daten retten. Okidoki!

Ui, Chinesisches Betriebssystem. Gl! Wie gut das ich in letzter Zeit so viele Chinesische Charakter gebüffelt habe. Fleißiges Girlie! Nach kurzer Eingewöhnungszeit komme ich mit dem System so weit klar. Und ich krieg auch raus, dass die da schon rumgelöscht haben. Drek auch. Auf alle Fälle haben sie öfters Hong Kong angelaufen. Bringt uns nich viel weiter. Al hat inzwischen auch den letzten der Crew ausgeschaltet. Die elektronische Ausrüstung, die hier herumliegt, ist einiges Wert. Ich ruf mal Jack Daniels her und lade ihn mit dem Zeug voll. Schwankend wankt er die Treppe hoch. Ich nehm den Rest und gemeinsam wuchten wir den ganze Kram auf die Paradiso rüber. Dann die Gefangenen. Die Wang Fu nimmt inzwischen ziemlich viel Wasser auf. Zeit zu verschwinden. Wir nehmen auch die Sturmgewehre und zwei weitere Unterwasserminen mit.

Wenn ich etwas Hasse, dann ist es Gefangene zu verhören. Mit Al mache ich wieder eine Verhörstrategie aus. Dann suche ich ein paar scharfe, unangenehm aussehe Gegenstände zusammen und drappiere sie auf den Küchentisch. Dann wecken wir den ersten auf. Er jammert herum, dass die Gui Hun ihn umbringen wird, wenn er was sagt. Gl! Wir etwa nich? Wir bekommen genau das heraus, was wir schon wissen. Dann fängt er an Wasser zu spucken. Ara! Verdammte Triaden Magie. Ich hasse diese Scheißer. Dreckige Bastarde. Könnte Kotzen! Deja vu! Der Typ ertrinkt vor unseren Augen im trockenen. Leider kann ich nich genau Askennen, was das nun wieder war. Das erste mal, wo ich so was erlebt habe, war ich echt schockiert. [Siehe Yakuza Files] Jetzt bin ich eher wütend. Tötet jeden Triaden Magier Weltweit! Verdienen es nich anders!

Ich ruf Jack von oben, der runter kommt. Auf meinen Wunsch hin, askent er den noch lebenden, auf dem ein Zauber liegt, leider findet er nich mehr heraus. Der Gutaussehende Anglo Norm nutzt die Gunst der Stunde, uns wieder mit Fragen zu bombardieren. Ich kontere mit Gegenfragen, wer er denn nun eigentlich sei und was er will. Er präsentiert einen Ausweis von Andrew Transport, der Company, die die USS Cromwell gehört hatte. Er sei Kontrolleur und hätte die Fracht überprüfen sollen. Darunter auch die Schriftrollen. Aha! Und woher weiß er von den Schriftrollen? Ertappt! Die Standen nämlich garantiert nich auf einer Liste von der Company. Ich fahre meine komplette Abwehr hoch und erwarte seine Reaktion.

Jack legt nun die Karten auf den Tisch. Er wurde angeheuert, auf uns aufzupassen, dass die Rollen Hong Kong erreichen. Hmpf! Als ob wir die Sache nich voll im Griff hätten. OK, wir haben einen temporären Rückschlag erhalten. Heul! Aber wir sind noch im Spiel. Noch ist nix verloren. Also verklickere ich Jack, dass die Rollen gerade Futsch sind, aber wir jetzt wissen, wo wir sie wieder finden werden. Na ja, jedenfalls in welcher Region wir suchen müssen. Hong Kong selber hat ja nur schlappe 30 Millionen Einwohner. Aber ich bin optimistisch, dass wir das hinkriegen. Er ist mit dabei. Und das Beste ist, er hat ne VTOL Transportmaschine in der Hinterhand. Lucky!

Er beordert das Teil her und wir packen schnell zusammen. Den überlebenden Pirat geben wir die gleiche Chance, wie er uns gegeben hat. Wir setzen ihn mit unseren übrig gebliebenen Vorräten in einem Schlauchboot aus. Find ich nur Fair. Hab deswegen gar kein schlechtes Gewissen. Jawohl!

Die Maschine fliegt heran und wirft ne Strickleiter herunter. Jack klettert hoch und dann kommt schon ein Transportnetz herunter. Wir verladen die sperrigen Sachen darin und das wird hochgezogen. Dann müssen wir uns noch mit Jerome einig werden. Wir geben im 8K Bares, die Sturmgewehre und die beiden Minen. Nach kurzem zögern ist er einverstanden. Wir evakuieren.

Die Besatzung des VTOL besteht aus drei Mann. Harry ist der Rigger, der vorne in der Kanzel hockt. Hinten sind Mike und Sam. Sam ist der voll humorlose Kommisskopp, Weia! Mike eher so ein lustiger. Alles sind Anglo Norms. Sind wohl so ne Art Söldner. Leute fürs Grobe. Wir fliegen zuerst nach Wake Island zurück. Jack holt dort sein Gepäck ab, die Leute richten ziemlich viele bösartig aussehende Feuerwaffen auf uns, aber zum Glück düsen wir schnell weiter, bevor jemand ausprobiert, wie viel so ein VTOL an Treffern aushält. Wir fliegen Richtung Süden.

Bald Nicke ich ein. Als ich wieder aufwache, sind wir gerade im Landenaflug auf ne Bohrinsel. Wo sind wir? Im Nirgendwo. Die Bohrinsel ist mit Baracken und Anbauten übersäht. Hier wird noch Öl gefördert und gleich weiter verarbeitet. Hier stinkt es entsprechend. Maschinen, Musik und anderer Lärm vermischt sich zu einer Symphonie der Apokalypse. Harry verhandelt selber mit dem Chef hier. Wir bleiben auf dem Landedeck. Ein paar Asia Norms mit dicken Wummen lungern hier herum. Auch noch ein paar neugierige Kinder, die aber bald weggeschickt werden. Ist ja inzwischen Nacht. Die Maschine wird aufgetankt und wir fliegen weiter in die Dunkelheit. Jeder hängt seinen Gedanken nach und Gespräche versanden recht schnell. Unter uns ist die gigantische Fläche des Pazifiks. Endlose Weiten und ein kleines Girlie mitten drin.

07.04.2059 Montag Pazifik Hong Kong

Schon bald bin ich wieder eingenickt. Bin irgendwie Müde. Schlaf tut mir gut, dem Körper mal ne Pause gönnen. Am Morgen landen wir auf einer Insel, keine Ahnung, wo. Auf dem Flughafen weht die Flagge der JIS. Die aufgehende Sonne mit den Strahlenkranz. Die Maschine wird aufgetankt und Fragen werden mit nem Bündel Nuyen Scheine beantwortet. Ich geh hier auf die Toilette und mach mich etwas frisch. Seh mal wieder aus. Weia!

Dann geht es weiter. Unter uns sind immer wieder Schiffe zu sehen. Bald ist es richtig voll da unten und nur wenig später kommt Hong Kong in Sicht. Weia! Das nenne ich mal dicht bebaut. 30 Millionen Einwohner und viel weniger Platz als Seattle. Ui ui ui. Erinnert mich an einen Termitenbau. Mein Gott! Die bauen vielleicht mal Eng. Von allen Megaplexen ist mir noch nie so ein Engbebauter untergekommen. Da ist keine Lücke im Häusermeer zu sehen. Wir landen sehr weit außerhalb auf einem Flughafen. Nich gut, wenn man bedenkt, was wir alles für Zeug dabei haben. Aber es ist vorgesorgt worden und wir können ohne Kontrolle vom Gelände. Puh!

Jetzt sind wir in Hongkong, ging ja schneller als Gedacht. Als erstes sollten wir die Kiste mit dem Sprengstoff von Greenwar irgendwo deponieren. Ebenso die elektronischen Geräte der Wang Fu. Flughafen fällt flach. Ich guck mal über Matrix Ligth nach Lagerräumen. Ist nich so ein großer Markt wie in Seattle. Liegt wohl daran, dass der Platz einfach zu sehr von Menschen benötigt wird. Aber ich finde eines in der Nähe. Mit nem Taxi fahren wir hin. Wir sind hier in den Außenbezirken, aber die Häuser sind hier alle verdammt hoch. Mir fällt auf, dass sie hier die Leitungen alle oberirdisch verlegen. Das sieht wirklich Strange aus. Tieffliegende Girlies könnten hier echte Probleme bekommen.

Das Aufbewahrungshaus hat ein Platz sparendes modernes System. Man packt sein Zeug in einen Container, der dann in ein Hochregallager eingelagert wird. Wir zahlen für den Monat 200 Nuyen. Und das ist der kleinste Container. Na ja. OK, jetzt brauchen wir ne Unterkunft für uns. Ich guck mal wieder im Matrix Ligth System. Ich finde ein günstiges in der Nähe des Hafens. Harbour Holiday Inn. Also nix wie hin. Ein enges Taxi bringt uns hin. Ich setz mich so, dass ich Al an meiner Seite hab, während ich an der Außenseite sitze. Jack trau ich durchaus zu, dass er seine Hände nich bei sich behalten kann.

Die Hochhäuserschluchten werden immer tiefer, je weiter wir fahren. Die Holoreklamen sind hier um einiges Greller und Aufdringlicher als in Seattle. Es gibt hier wohl einen regelrechten Wettstreit wer die auffälligste Reklame hat. Das tut richtig in den Augen weh. Voll die Überreizung. Der Wagen ist klimatisiert, aber wir riechen nich gerade gut. Müffle auch. Weia! Aber draußen muss es stinken, Abgase, Ablüfte von Garküchen und der Geruch von wilden Müllhaufen. Viele Müllwägen scheinen pausenlos in Einsatz zu sein, aber wahrscheinlich reichen die Kapazitäten einfach nich aus. Und der Lärm. Musikbeschallung, Huperei, Geschrei von Leuten. Das nenne ich einen Megaplex, nich so wie Seattle, wo sich alles verteilt, wo es Parks und trotz allem ne Müllabfuhr gibt, die in den meisten Vierteln noch funktioniert.

Es ist Abend, als wir in unser Hotel einchecken. Das Hotel ist schmal, aber lang und hoch. Verdammt hoch. Auch die Reklame ist grell wie hier gewohnt. Die Zimmer sind nur unwesentlich größer als ein Schlafsarg. Jack hätte mit mir gerne ein Doppelzimmer genommen. Nich mit mir. Nö! Also nehmen wir alle Einzelzimmer für ne Woche. Das Bad besteht aus ner Dusche, in der eine Klapptoilette und ein Waschbecken, ebenfalls zum Ausklappen, sich befinden. Der Rest des Zimmers ist das Bett ein hängender Schrank und eine kleines Trideo mit den normalen und Pay Trideo Programmen, die man extra zahlen muss. Selbst hier, tief im Innern des Gebäudes, dringt immer noch der Lärm der Straße hoch. Weia!

Oh! Erst mal ne richtige Dusche. Meine Haare haben ja so gelitten, mein restlicher Körper auch. Weia, das gibt weiße Striche auf meinen dunklen Teint. Das wird total Scheiße aussehen. Weia! Mag das gar nich. Der Wasserdruck aus der Dusche ist nich gerade berauschend. Es tröpfelt mehr. Aber endlich kann ich mich richtig waschen. Ah, dass tut so gut! Endlich wieder sauber, aber meine Kleidung ist trotzdem durchgeschwitzt, hab nur noch das China Blue und nen frischen String Tanga. Nich mal Socken hab ich mehr. Gar nich Sahne!

Gespielt am 19.06.2004
SL: Mr. Five
Spieler und Chars: Jack (Daniels) aka Salamander ^^ (Apple), Mandy aka Racker und Will aka Al Cool
Karma: 5 [Lucky]
Eingenommenes Geld: Minus ca.5K

Und hiermit beende ich das Tagebuch in diesem Forum. Wen es interessieren sollte, wie es weiter geht, der kann hier weiterlesen:
http://www.tabletopwelt.de/forum/showthread.php?t=59431
_________________
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