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Technoschamane ShadowRun Forum

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Dogsoldier
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Beitrag Verfasst am: Di Okt 29, 2002 8:42 pm    Titel: Re: Tips für meinen Charakter :-) Antworten mit Zitat

So, nun hat´s auch der Schweizer kapiert!

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Beitrag Verfasst am: Di Okt 29, 2002 8:42 pm    Titel: Werbepause


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Beitrag Verfasst am: Do Okt 31, 2002 11:52 pm    Titel: Re: Tips für meinen Charakter :-) Antworten mit Zitat

um dieses topic mal wieder seinem alten zweck zuzuführen:

hat irgendeiner von euch nähere infos über aztlan, im wesentlichen mittelamerikanische indianerstämme?

würde mir gerne einen char machen, der da her stammt, hab aber leider keine ahnung... und auch nich viel brauchbares gefunden...

>Non Serviam<
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Dogsoldier
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Beitrag Verfasst am: Fr Nov 01, 2002 12:10 am    Titel: Re: Tips für meinen Charakter :-) Antworten mit Zitat

Ich hoffe, Du kannst hiermit was anfangen:

Olmeken

Die Mutter-Zivilisation in Mesoamerika

Die Herausbildung neuer Kulturen ist immer ein langwieriger Prozeß. In dem Maße, wie die Kultivierung der Pflanzen wichtiger wurde, gründeten zahlreiche indianische Gruppen in Südmexiko und Guatemala ihre Dörfer in der Nähe der Felder und Gärten und ließen sich dort auf Dauer nieder. Um etwa 1700 v. Chr. wurden durch verbesserte Anbaumethoden Nahrungsüberschüsse erzielt. Dies erlaubte eine Ausdehnung der bäuerlichen Ansiedlungen. Der reiche Nahrungsvorrat gab außerdem vielen Dorfbewohnern mehr Zeit für andere Aktivitäten. Mit einem verstärkten Sinn für Ästhetik schufen sie viele Arten religiöser Objekte und Gebrauchsgegenstände. Es kam zu Spezialistentum und zur Ausbildung verschiedener Gesellschaftsschichten von Personen unterschiedlichen Rangs. Fast überall entstanden komplexe religiöse und politische Systeme, um die wachsende Bevölkerung zu organisieren und zu lenken. Entlang der Küste des Golfs von Mexiko entstand etwa 1500 v. Chr. die erste und in mancher Hinsicht "Mutter"-Zivilisation des Kulturbereichs, den Archäologen Mesoamerika nennen (das heutige Mexiko, Belize, Guatemala und Teile von Honduras): das Reich der Olmeken. Ehemals einfache Tiefland-Bauern, schufen die Olmeken eine hochentwickelte Gesellschaft mit großen Zeremonialzentren, einem Alleinherrscher und einer starken, einflußreichen, auf Religion gründenden Kultur, die sich durch Händler, Prediger und vielleicht Krieger über den Großteil Mesoamerikas und in Teile Mittelamerikas hinein ausbreitete. In den stadtähnlichen Zentren der Olmeken gab es riesige Tempelhügel aus Erde, monumentale Steinskulpturen, Opferaltäre und senkrechte Steinplatten (Stelen) in deren Oberfläche Bilder und Symbole eingraviert waren. Die Hauptgottheit der Olmeken war der Regengott, dessen Abbild in Architektur und Kunst der Olmeken man lange für das Gesicht einer Jaguar-Mensch-Gestalt hielt. Viele glauben darin eine stilisierte Darstellung zweier miteinander verschlungener Schlangen zu sehen. Der Regengott der Olmeken, der mehrere Erscheinungsformen hatte und mit Schlangen, Überschwemmungen, Eis, Gewitter, Hagel, Bergen und Dürre in Verbindung gebracht wurde, wurde von allen späteren mesoamerikanischen Kulturen übernommen und verehrt. Die Olmeken entwickelten auch eine Schrift (eine frühe Form von Hieroglyphen), ein Zahlensystem und einen differenzierten Kalender und stellten imposante Skulpturen, Ton-Figurinen, verzierte Keramik, Jade-Statuetten und Masken her. Die eindrucksvollsten Kunstwerke der Olmeken sind riesenhafte aus Basalt gehauene, 21/2 Meter hohe und bis zu 20t schwere Köpfe mit enganliegendem Kopfschmuck. Als Archäologen diese "Kolossalköpfe" unter Dschungelgestrüpp entdeckten, konnten sie sich nicht erklären, wie sie dorthin gekommen waren, denn das nächste Basaltvorkommen war über 60km entfernt; und die Olmeken hatten, wie alle vorkolumbianischen Indianervölker, weder Fahrzeuge mit Rädern noch kräftige Zugtiere wie Pferde oder Ochsen. Heute geht man davon aus, daß die Olmeken die riesigen Blöcke selbst auf Rollen durch den Dschungel gezogen und dann flußabwärts zu der Stelle geflößt hatten, wo sie später gefunden wurden. Die Olmeken-Zivilisation bestand bis etwa 300 v. Chr. und hatte prägenden Einfluß auf viele neue lokale wie regionale indianische Kulturen und urbane Zivilisationen, die in Zentralmexiko, Oaxaca, Yucatán, Guatemala und anderen Teilen Mesoamerikas entstanden und blühte.

Das Volk der Tolteken

Militärisches Herrschaftssystem in Tula - Zentralmexiko

Die Priester und Könige der Tolteken schufen in Mesoamerika, ca. 75 km Nördlich von Mexico City, eine 200 Jahre währende Blütezeit in Kunst und Kultur. Dies geschah, gestützt auf ihre militärische Macht, im Zentrum von Tula. Um das Jahr 1000 dürften in Tula etwa 40000 Menschen gelebt haben.

Doch die Ursprünge und die Geschichte der Tolteken verlieren sich in Mythen in vielfältigen Versionen, vor allem, weil ihre Herrscher mit Göttern gleichgesetzt und als Gottheiten verehrt wurden.
Sicher ist, daß einige ihrer Vorfahren einst zu den führenden Familien Teotihuacáns gehört hatten, die in die Gegend nördlich des Mexiko-Tals geflohen waren. Lange Zeit wanderten sie ziellos umher und litten Not unter den weniger fortschrittlichen Völkern, die als Bauern, Sammler und Jäger lebten und von denen einige sich ihnen anschlossen. In einem Bericht über die Geschichte der Tolteken, den die Azteken später den Spaniern erzählten, heißt es:

Schließlich ließen sie sich an einem Ort in der Wüste nieder. Dort gab es sieben Höhlen. Die einzelnen Stämme machten diese Höhlen zu ihren Tempeln, und in ihnen brachten sie lange Zeit ihre Opfer dar. Es ist nicht mehr bekannt, wie lange sie dort lebten. Dann sprach der Eine, den die Tolteca verehrten (Quetzalcoatl), zu ihnen; er sagte: "Kehrt um. Geht dorthin, woher ihr gekommen seid." Daraufhin brachten sie dort in Chicomoztoc Opfergaben dar. Dann brachen sie auf. Zuerst gelangten sie an einen Ort namens Tulatzinco. Dann wanderten sie weiter nach Xicocotitlan, das Tula hieß.

Der Überlieferung zufolge kehrten die Tolteken und die sich ihnen angeschlossenen Indianer aus dem Norden im Verlauf des zehnten Jahrhunderts ins Mexiko-Tal zurück. Die Führung übernahm ein rücksichtsloser Herrscher namens Mixcoatl, den einige Historiker als "mexikanischen Attila" bezeichneten. Er wurde von seinem bösen Bruder, dem Herrn des Wasserpalasts, ermordet, der seinerseits aus Rache von Mixcoatls Sohn Ce Acatl Topiltzin getötet wurde. Dieser war ein Priester Quetzalcoatls und trug auch den Namen des Gottes. In der Mitte des 10. Jahrhunderts verbündete sich Ce Acatl mit den zivilisierten Nonoalca, die von Veracruz an der Golfküste Mexikos abwanderten, und gründete die Toltekenhauptstadt Tula. Von dort dehnten die Tolteken ihre Macht offenbar über weite Teile Mesomerikas bis in die Maya-Länder Guatemala und Nord-Yucatán aus. Der Legende nach wurde Ce Acatl nach seinem Tod zum wohltätigen Gott Quetzalcoatl, der den Tolteken das Licht und alles Wissen und nutzbringende Kenntnisse brachte. In der Folge übernahmen die Tolteken unter der Führung mehrerer Nahuatl sprechender Hohepriester und Könige, die von den Menschen ebenfalls als der Gott Quetzalcoatl verehrt wurden, die kulturellen Errungenschaften der von ihnen eroberten Völker, darunter auch viele Elemente aus der Blütezeit Teotihuacáns. Bald entwickelten sie eine eigene, vielfältige und mächtige Kultur, deren Einflußbereich sich über große Teile Mesoamerikas und nach Norden bis zu Indianervölkern der heutigen Vereinigten Staaten erstreckte.
Im Verlauf ihres zweihundert Jahre währenden Militärreichs brachten die Tolteken große Architekten und Ingenieure hervor, die reich verzierte Pyramiden und öffentliche Gebäude, Paläste mit Säulenhallen und Steinhöfe für zeremonielle Ballspiele errichteten. Die Wände und Säulen schmückten sie mit gemeißelten oder gemalten Figuren von Kriegern und Gottheiten. Während ihrer Herrschaftszeit gelangte die Kunst der Metallbearbeitung nach Mittelamerika; vermutlich stammte diese Technik von den Indianern, die weiter im Süden in Panama oder in der südamerikanischen Andenregion lebten. Die Tolteken gehörten zu den ersten Völkern Mexikos, die erlesene Gold-, Silber- und Kupferarbeiten anfertigten. Gleichzeitig brachten sie weitaus mehr Menschenopfer dar als ihre Vorgänger, die Olmeken und die Bewohner von Teotihuacán. Ihr Glaube verlangte von ihnen, die hungrigen Götter zu ernähren, damit die Welt nicht starb, sondern immer in Harmonie mit den Gottheiten blieb. Auf speziellen Regalen stellte man die Schädel der Menschenopfer zur Schau, in den Tempeln befanden sich chacmools steinerne Altäre auf denen die geopferten menschlichen Herzen aufgebart lagen.
Auch wenn Tula im Vergleich zu Teotihuacán keine bevölkerungsreiche Metropole war, konnte die Stadt ihre Macht dank ihrer differenzierten, aus verschiedenen Stämmen zusammengesetzten Führungsschicht und aufgrund ihrer stark militärisch geprägten Kultur auf zahlreiche andere Völker ausdehnen. Außerdem koordinierte sie die Märkte und schlichtete Auseinandersetzungen entsprechend den religiösen Gebräuchen der jeweiligen Staaten. Man könnte Tula als eine Mischung von Wall Street, dem Vatikan und dem Obersten Gerichtshof der Vereinigten Staaten beschreiben.
In Tula wurden aber auch Türkise aus dem Chaco Canyon im heutigen New Mexico, Muscheln aus dem Pazifik und dem Golf von Mexiko und Federn von Vögeln aus den Dschungeln des Südens zu prachtvollem Gegenständen verarbeitet. Außerdem bildete sich hier die religiöse und kulturelle Zukunft des indianischen Mexiko heraus. Viele der Toltekenherren, die aus den ehemaligen einflußreichsten Familien Teotihuacáns stammten, waren Experten im Handel, der regionalen Organisation und der politischen Führung.
Doch noch während Tula seine Macht ausbaute, kam es zu einer internen Spaltung. Innerhalb der religiösen Hierarchie, die nicht von der politischen Führung getrennt war, entbrannte ein Machtkampf zwischen den Anhängern Quetzalcoatls, der "Gefiederten Schlange", und denen des Gottes Tezcatlipoca, dem "Rauchenden Spiegel", der Gottheit des Dunkels und der Nacht, der mit den Göttern des Todes und des Bösen assoziiert wurde.
Tezcatlipoca war ein Kriegsgott, ein Gott der Mächtigen, der nach Eroberungen und Unterwerfungen verlangte. Quetzalcoatl hingegen galt als Vater und Schöpfer, der Bringer von Landwirtschaft, Wissenschaft und Kunst. Er war ein aufgeklärter Gott, der Morgen- und Abendstern. Ihn konnten die einfachen Menschen verehren.
Diese zwei sehr gegensätzlichen Gottheiten führten in der Religion und der Führerschaft der Tolteken zu einer unüberbrückbaren Kluft. Und da die beiden Ideologien nicht nebeneinander bestehen konnten, wurde der aufgeklärte König-Priester, der den Namen Quetzalcoatls trug, 987 aus Tula vertrieben. In Begleitung seiner Anhänger ging er nach Cholula, der Stadt mit der riesigen Pyramide, und von dort nach Yucatán, wo er nach der von ihm geleiteten Eroberung des Maya-Zentrums Chichén Itzá als Gott Kukulcán bekannt wurde (Kukulcán Maya-Wort für Quetzalcoatl). Nach seinem Tod soll der Gottkönig auf einem Floß aus Schlangen nach Osten gesegelt sein; er teilte das Wasser des Golfs von Mexiko und ging zwischen den Fluten davon; sein Herz stieg in den Himmel auf und wurde zum hell leuchtenden Morgenstern; der Rauch, der von seinem Scheiterhaufen hochstieg, verwandelte sich in Quetzals, die bunten Vögel Mexikos. Insbesondere eine Legende, die sich um seinen Tod rankte, geriet nicht in Vergessenheit:

Eines Tages würde er als Schutzgott des Guten und des Lichts ins Mexiko-Tal zurückkehren, und zwar am Tag Ce Acatl, an dem er als Ce Acatl Topiltzin Quetzalcoatl zur Welt kommen würde.

Im Jahr 1050 hatte Tulas Macht einen Höhepunkt erreicht, der noch ein Jahrhundert währen sollte. Doch zu Anfang des 12. Jahrhunderts wurde das Reich von Banden der Chichimeken, ein Volk von Sammlern und Jägern die im Norden Mexikos lebten, angegriffen. Immer mehr Menschen verließen die Stadt auf der Suche nach sichereren Orten. Unter den Zurückgebliebenden kam es zu Fehden und offenem Krieg. Um 1180 ging Tula aufgrund eines internen Konflikts praktisch unter. Innerhalb weniger Jahre war die Stadt völlig verlassen. Inzwischen hatten viele Staaten Mexikos den Gott Quetzalcoatl und den Glauben an seine Wiederkehr übernommen.

Die Azteken im Hochtal von Mexiko

Vom Alltag der Azteken in der "Späten Nachklassischen Zeit"

Erst relativ spät, um das Jahr 1200, trafen die Azteken aus dem Nordwesten im Hochtal von Mexiko ein. Und sie brachten auch ihren furchterregenden Stammesgott Huitzilopochtli mit, den sie mit Menschenopfern gütlich stimmen wollten. Einer Legende zufolge hatte er seinem Volk befohlen, sich dort niederzulassen, wo ein Adler auf einem Kaktus saß. Die Überlieferung berichtet, daß dieses Ereignis 1325 in den Sümpfen einer Insel im Lago de Texcoco, eingetreten sei. Daraufhin gründeten sie ihre neue Hauptstadt Tenochtitlán. Im Zentrum ihrer Hauptstadt errichteten sie eindrucksvolle Tempel und Pyramiden. Die Azteken waren als aggressive Krieger bekannt und forderten von unterworfenen Stadtstaaten hohe Tributzahlungen. Der wachsende Reichtum, der rege Handel und die Kultur der Stadt zog immer mehr Siedler an, so daß im Jahr 1519 bis zu 200000 Menschen gelebt haben. Macht und Größe des Aztekenreiches beruhten auf der Arbeit einfacher Männer und Frauen, die meist in komfortlosen, aus Lehmziegeln errichten Häusern auf sumpfigem Grund lebten und dort ihre Kinder großzogen. Sie bestellten das Land, webten Stoffe, gruben Kanäle, kochten, bauten Kanus, schliffen und polierten Obsidian, hämmerten Kupferwerkzeuge schufen beeindruckende Kunstgegenstände. Sie zechten bei festlichen Anlässen, ehrten ihre Herrscher und wohnten voller Ehrfurcht den religiösen Zeremonien bei. Von ihren Erzeugnissen ist leider nur wenig erhalten. Textilien, Federschmuck, Gebrauchsgegenstände aus Holz sowie Nahrungsmittel sind längst verrottet. Zudem hatte die Angewohnheit der Azteken, die Toten zu verbrennen statt zu begraben, zur Folge, daß von den Kleidungsstücken, Möbeln, persönlichen Gegenständen, die in anderen Kulturen häufig ins Grab mitgegeben wurden, kaum noch etwas vorhanden ist. Trotzdem ließ sich ein detailliertes Bild des Lebens im Hochtal Mexiko vor 500 Jahren nachzeichnen, und zwar anhand dauerhafterer Artefakte. Dazu zählten einige erhalten gebliebene Wandgemälde ebenso wie die weitaus häufiger gefundenen aztekischen Werkzeuge, Waffen, Töpferwaren und Steinskulpturen. Wertvolle Hinweise liefert auch das Leben der heutigen Bauern, von denen viele auf sehr ähnliche Weise arbeiten wie ihre Ahnen. Die Blumenzüchter von Xochimilco bei Mexico City beispielsweise bauen Blumen nach wie vor auf kleinen künstlichen Inseln im Sumpf an. Zu guter Letzt stehen den Forschern die lebhaften Bilder in den Codices zur Verfügung. Die dort abgebildeten Darstellungen wurden von den Wissenschaftlern gründlich ausgewertet. So gelang es zum Beispiel einem Fachmann für Bekleidung, anhand von 24 Codices und mehreren Wandmalereien genau herauszufinden, welche Art Kleidung Azteken je nach seiner gesellschaftlichen Position und seinem Beruf zustand.

Für jedes königliche Mahl bereiteten Motecuhzomas Köche bis zu 30 verschiedene Gerichte zu. Die Mahlzeiten der Oberschicht waren weniger üppig als die ihres Herrschers, aber ähnlich nahrhaft und abwechslungsreich. Wie Bernardino de Sahagún berichtete, gehörten zum aztekischen Menü häufig Wassermolche mit gelben Paprikaschoten, Heuschrecken mit Salbei oder Wildbret mit Chilischoten, Tomaten und Kürbiskernen. Für besondere Anlässe züchteten die Bauern Truthähne. Jäger brachten zuweilen Enten, Fasane, Hirsche oder Wildschweine, häufiger aber Wildkaninchen, Krähen und Tauben mit nach Hause. Aus dem Lago de Texcoco kamen Frösche, Fische und diverse andere Süßwassertiere. Aztekische Grundnahrungsmittel wie Mais, Tomaten, Süßkartoffeln, Truthahn oder Chilischoten bereichern mittlerweile in vielen Ländern der Welt den Speiseplan. Andere Nahrungsmittel hingegen wie etwa Algen, Larvennester, Insekteneier, Steinfliegen und ihre Nester, Salamander, Leguane und Gürteltiere sind nicht zu internationalen Delikatessen geworden, obwohl im heutigen Mexiko beispielsweise Ameiseneier noch immer als Leckerbissen gelten.

Tag für Tag schufteten aztekische Arbeiter auf gemeinschaftseigenen Feldern, bei öffentlichen Bauprojekten oder in staatlich überwachten Handwerksbetrieben. Ihre Frauen verbrachten den größten Teil des Tages am Webstuhl, wenn sie sich nicht um die Kinder oder das Vieh kümmern oder einkaufen und kochen mußten. Der wachsende Bedarf an Ackerland zwang die Azteken zur Nutzung seichter, sumpfiger Gebiete des Lago de Texcoco. Man grub ein Netz von Kanälen und häufte auf jedes der so entstehenden Rechtecke, chinampas genannt, den extrem fruchtbaren Schlamm vom Grund des Sees. Auf diese Weise entstand eine schachbrettartige Anlage aus schmalen, von Kanälen gesäumten Landstreifen, die etwa 90 Meter lang und zwischen 4,50 und 9 Meter breit waren. Die auf diesen Inseln lebenden Bauern, die Blumen und Gemüse anbauten, bewässerten ihre Felder, indem sie mit Eimern Wasser aus den angrenzenden Kanälen schöpften. Die rund ums Jahr beackerten Chinampas, die bei Bedarf mit frischem Schlamm vom Seeboden gedüngt wurden, warfen jährlich mehrere Ernten ab und führten zu einem Nahrungsmittelüberschuß, der wiederum Arbeitskraft freisetzte, so daß viele sich auf handwerkliche Tätigkeiten spezialisieren oder an öffentlichen Bauten mitarbeiten konnten.

Eindringliche Rhythmen belebten die religiösen Feste der Azteken, die weder bei feierlichen Ritualen noch bei fröhlichen Festessen auf Musik verzichten wollten. Bei jeder Zeremonie traten professionelle Sänger und Tänzer auf, begleitet von kleinen Orchestern mit Flöten, Pfeifen, Muscheltrompeten, Kürbisrasseln, Gongs und Trommeln. Die Tänzer verstärkten die Wirkung der Musik, indem sie an ihre Kleidung Ketten von Muscheln, Knochen oder kupfernen Glöckchen hefteten, die jede ihrer Bewegungen hörbar machten. Im Anschluß an die Zeremonien nahmen viele Festgäste an den üppigen Banketten in den Häusern der Reichen teil, wo sie die musikalischen Darbietungen, Dichterlesungen und Schauspiele genossen, welche von berufsmäßigen Unterhaltern dargeboten wurden, über die jeder adlige Haushalt verfügte. Rezitationen von Gedichten wurden von Trommeln und Flöten begleitet. Nicht selten sangen die Gäste mit. Einige schlossen sich auch den Tänzern an; die tönerne Figur mit Lippen- und Ohrschmuck soll offenbar einen solchen Tänzer bei einem Fest darstellen. Bei Motecuhzomas Festen allerdings erwartete einen Sänger, der den richtigen Ton nicht traf, oder einen Trommler, der aus dem Rhythmus kam, ein trauriges Schicksal. "Sie sperrten ihn ein, bis er starb", berichtete Sahagún.

Im Hochtal von Mexiko machten sich Herrscher und Adlige Konkurrenz, wenn es darum ging, sich die Fähigkeiten der besten Kunsthandwerker zu sichern, die in über 30 offiziell anerkannten Berufen arbeiteten. Innungen legten das Lohn- und Qualitätsniveau fest, indem sie ihre Mitglieder nach deren Fähigkeiten in eine Rangordnung einteilten. Die Kunsthandwerker lebten in einem eigenen Stadtbezirk, der Talente aus dem gesamten Aztekenreich anzog. Metallarbeiter hämmerten aus Gold und Silber Schmuckgegenstände und kultische Artefakte und stellten aus Kupfer Nadeln, Angelhaken, Bohrer, Meißel und Äxte her. Steinmetze benutzten Kupferwerkzeuge, um Türkise, Obsidian, Jade, Amethyste, Karneole und Alabaster zu schneiden und zu durchbohren, bevor sie mit Sand und Wasser geschliffen wurden. Das höchste Ansehen jedoch genossen die Federarbeiter, die das leuchtende Gefieder von schillernd grünen Quetzals, scharlachroten Aras, blauen Kotingas und Papageien zu farbenprächtigem Kopfschmuck, Schilden, Waffenröcken und Umhängen verarbeiteten.

Der Untergang der Azteken

Cortés besiegelt das Ende der Azteken im November 1519

Diego Velásques, Gouverneur auf Kuba, übergab Cortés das Oberkommando einer Expedition zur "Beschaffung" neuer Sklaven und Reichtümer. Zunächst erforschte er die Küste von Yucatán, segelte dann weiter nach Westen und legte bei "Villa Rica de la Vera Cruz", was soviel bedeutet wie "Reiche Stadt des wahren Kreuzes" (heute übrigens Veracruz), an.
Dort hörte er von sagenhaften Reichtümern im Landesinneren und legte mit 400 Mann den beschwerlichen Weg in die Berge zurück. Motecuhzoma, Herrscher der Azteken, schickte eine Gruppe Abgesandte mit Geschenken und prächtigen Gewändern Cortés entgegen. Er wiederum sah diese wertvollen Gaben als Unterwerfung und setzte seinen Weg erst recht fort. Unterwegs traf er auf die Tlaxcalan. Sie verwickelten die Spanier in schwere Kämpfe. Als dennoch Cortés als Sieger hervorging, beschenkten sie ihn mit Stoffen, Halbedelsteinen und Gold und boten ihm sogar an, ihn ins Zentrum des Aztekenreiches zu führen.

Aus Berichten der Azteken, geht eindeutig hervor, daß Motecuhzoma schon lange die Ankunft mächtiger Männer aus dem Osten gefürchtet hatte. Eine Legende sagte die Rückkehr von Quetzalcoatl voraus, der Generationen zuvor Mexiko auf einem aus Schlangen gewobenen Floß verlassen und dabei angekündigt hatte, eines Tages zurückzukommen und wieder den Thron zu besteigen. Als Zeitpunkt seiner Rückkehr war im aztekischen Kalender das Jahr "1Rohr" vorhergesagt. Das war natürlich ausgerechnet das Jahr der Landung von Cortés. Als nun Motecuhzoma von den spanischen Schiffen erfuhr, glaubte er das Riesenfloß des Quetzalcoatl sei aufgetaucht. Gläubig wie er nun war, sah er sein Ende gekommen und bereitete die Kapitulation seines Reiches vor. Weinend und verzweifelt trat er vor sein Volk und gab dessen Unterwerfung bekannt.

Cortés, der zahlenmäßig unterlegen war, versuchte sich die Macht mit List und Tücke zu sichern. Er benutzte Motecuhzoma als Sprachrohr und besänftigte auch die engsten Berater des Königs. Nachdem Cortés 6 Monate in Tenochtitlán verbracht hatte, fingen seine eigenen Leute an, ihm in den Rücken zufallen. Diego Velásques, der schon von Anfang an befürchtet hatte, Cortés würde seine Kompetenzen überschreiten, schickte eine Strafexpedition unter Leitung Pánfilo de Narváez. Schnell eilte Cortés nach Veracruz und bestach die Soldaten mit Juwelen und Gold.
Währenddessen startete sein Stellvertreter, Pedro de Alvarado, in Tenochtitlán einen hinterlistigen Angriff. Unter dem Vorwand einer feierlichen Zeremonie zu Ehren Huitzilopochtli beizuwohnen, schickte er seine Männer in den Tempelbezirk. Dieses religiöse Fest lockte natürlich tausende aztekische Krieger an. Plötzlich stürmten die Spanier durch die engen Torwege und fielen über die Azteken her. Nach Erzählungen Überlebener lief es so ab:

"Sie trennten einem Trommler beide Hände ab und dann den Kopf, der ein Stück entfernt zu Boden fiel. Dann richteten sie unter der Menschenmenge ein Massaker an. Überall lagen Eingeweide, abgeschlagene Köpfe, Hände und Füße. Der Hof hallte von den Schreien und dem Wehklagen der Opfer wider, doch niemand war da, der ihnen hätte beistehen können."

Als Cortés zurück kam, war die Stadt in Aufruhr. Cortés ließ sofort Montecuhzoma holen, um die Menschen zu beruhigen, doch statt dessen wurde der Aztekenherrscher mit Steinen beworfen. Diese Steinigung soll Motecuhzoma das Leben gekostet haben. So jedenfalls die spanische Version. Duráns Gewährsleute hingegen berichteten daß, der Aztekenherrscher mit 5 Dolchstichen, die ihm ein oder mehrere Spanier zugefügt haben, niedergestochen wurde.
Die aufgebrachten und zahlenmäßig haushoch überlegenen Azteken zwangen die Spanier zum überstürzten Rückzug. In dieser Schrecklichen Nacht "Noche Triste", der "Nacht der Trauer" am 30. Juni 1520 verlor Cortés 800 seiner Männer und wurde mit den Überlebenen bis nach Tlaxcala vertrieben. Doch die Azteken, wie auch andere Indianervölker, wollten ihre Feinde niemals töten, sondern lediglich vertreiben und so kam es, daß Cortés binnen 10 Monaten eine neue Mannschaft aufgestellt hatte und zog wieder nach Teochtitlán ein.

"Als ich sah, wie rebellisch die Menschen in dieser Stadt waren und daß sie mehr auf ihren Untergang erpicht zu sein schienen als jedes Volk vor ihnen wußte ich nicht, wie wir und all der Gefahren entledigen sollten, ohne sie und ihre Stadt zu vernichten, die in der Tat das Schönste war, was es auf der Welt gab."


Die Azteken, Keulen schwingend und in ihrer Aufmachung mit Jaguarfellen und Adlerfedern, den Spaniern entgegen. Als die Spanier ihre Dolche einsetzten und etwa 2/3 der Azteken niedermähten, ergab sich der Rest und kapitulierte. Nicht genug, daß die Spanier eine kulturell hochstehende, reiche und fortschrittliche Zivilisation unterworfen hatten, nun gab Cortés auch noch den Befehl die gesamte Stadt zu zerstören.

Obwohl Cortés selber die großen und mächtigen Tempel, das Straßennetz und die sich kreuzenden Kanäle der Stadt, den Palast Motecuhzomas, der mit prächtigen Wandmalereien und Flachreliefs geschmückt war, die reichverzierten Webstoffe, die goldenen Schirme, die geschnitzten Balken aus Zedernholz und den eindrucksvollen Zoo, der fast alle mesoamerikanischen Tierarten beherbergte, bewunderte, ließ er alles dem Erdboden gleich machen. Der "Rest" der Azteken mußte dies alles mit ansehen. Hunger und Krankheit verschlimmerten ihren Kummer.

Alles Mauerwerk wurde zerkleinert oder für die Bauten verwendet, die die Spanier errichteten. Das Kanalsystem wurde einfach mit Schutt aufgefüllt, der Lago de Texcoco trockengelegt. Gleichzeitig führte die Kirche einen Vernichtungsfeldzug gegen sämtliche aztekische Erscheinungsformen. Da wurden Bücher, religiöse Gegenstände und Statuen zerstört. Was für den Abtransport zu groß war, wurde an Ort und Stelle unkenntlich gemacht.

Die Alten Maya

Schöpfer riesiger Pyramiden

Die alten Maya waren ein hochentwickeltes Volk, dessen Geschichte z.Z. nur teilweise durch die Übersetzung seiner komplizierten Hieroglyphentexte enthüllt wurde. Doch am meisten bewundert werden die Maya wegen ihrer großartigen Kunstwerke aus Stein, Jade und Keramik. Die Bildnisse zeigen das übernatürliche Reich mit seinen Göttern und das Leben der Maya. Die Kunst stellt eine Welt dar, in der die Maya-Könige mit absoluter Macht über ihr Volk herrschten, wo aber die oberste Herrschaft bei den Göttern lag.

Für ihre wunderbaren Kunstwerke benutzten die Maya viele Materialien, wie z.B. Stein, Holz, Farben, Keramik, Jade, Stuck und Muscheln. Eines der eindrucksvollsten Bauwerke waren die Pyramidentempel. Zahlreiche Zeremonien der Maya endeten letztendlich auf den Pyramiden. Eine kosmische Bedeutung kann man an der Gliederung der Pyramiden in Tikal (Guatemala) und Palenque (Mexiko) erkennen.

Das Innere der Maya-Bauwerke war mit vielen hellen Wandbemalungen dekoriert. Leider sind sie heute, wegen der Feuchtigkeit, kaum noch erhalten. In Bonampak und Tulum sind die Malereien noch relativ gut erhalten, so daß man dort noch erkennen kann, wie farbenfroh und prächtig die Städte einst gewesen sein müssen. Die Darstellungen auf ihren Bauwerken, ob innen oder außen, zeigen immer wieder die Könige, das Treiben der Götter und Geschehnisse aus der Unterwelt. Die hohen Stelen wurden eigens für die Adligen errichtet und zeigen das Portrait des Herrschers umrahmt von wichtigen Ereignissen in Hieroglyphenform.

Das Gebiet der alten Maya erstreckte sich von der Region Chiapas und der Halbinsel Yucatan (Mexiko) über das heutige Guatemala und Belize bis in den westlichen Teil von Honduras und El Salvador. Innerhalb dieser Region herrschte eine enorme geographische und kulturelle Vielfalt. Das nördliche Tiefland umfaßt die Halbinsel Yucatan und besteht aus einem Kalksteinplateau mit üppiger Vegetation. Aufgrund des Gesteins gibt es keine oberirdischen Flüsse, aber unterirdische Ströme, die Höhlen erzeugten. Stürzten die Decken ein entstanden die cenotes. Diese Dolinen bildeten nicht nur die einzige Wasserquelle, sondern wurden auch von den Maya als Zugang zur Unterwelt gehalten.
Das südliche Tiefland besteht aus Nordguatemala, Belize und den angrenzenden Teilen von Chiapas, welches von einem dichten tropischen Regenwald bedeckt ist. Hier wohnt der Jaguar, der eine wichtige Rolle in den Bildwerken der Maya spielte. Mitten im Regenwald wurden einige der größten und mächtigsten Städte errichtet - Tikal und Yaxchilán.
Im Hochland des Mayagebietes liegen vulkanische Berge, deren Täler hervorragend für den Ackerbau geeignet waren.

Die Mayakultur selbst bildete sich vor ca. 1500 -2000 Jahren v. Chr. (Zeitangaben in der Literatur schwanken) heraus. Zu dieser Zeit entstanden die ersten Dörfer. Um 500 v. Chr. gab es große Zentren wie Nakbé und El Mirador im zentralen Tiefland. Auch im südl. Hochland und im nördl. Yucatan waren Siedlungen errichtet worden. Die Mehrheit der Bevölkerung lebte in Strohhütten, doch die Herrscher und Adeligen residierten in prunkvollen Steinpalästen. Nach ihrem Tod wurden sie oft unter den weitläufigen Pyramiden bestattet. Die Maya bildeten zwar eine gemeinsame Kultur, aber kein gemeinsames Reich. Sie lebten stattdessen in Stadtstaaten, die häufig miteinander Krieg führten. Nur ihr gemeinsamer Glaube an die Mythen und Schöpfungsgeschichten, ihr Verständnis des Kosmos, ihre Religion und die Vorstellung vom Leben nach den Tode hielt sie zusammen.

Es ist schon erstaunlich, daß ein Volk derart große Fortschritte in der Urbanisierung, der Kunst und Architektur gemacht haben soll, wenn man bedenkt, daß die tropischen Regenwälder eine der schwierigsten Umgebungen sind, die man sich für solch eine große Aufgabe ausgesucht hat. Daher kamen viele Wissenschaftler zu der Überzeugung, daß die Anfänge der Klassischen Maya-Kultur von außen importiert wurde. Viele Jahre glaubte man, die große Metropole von Teotihuacan müsse die "Spenderkultur" gewesen sein. Die Klassische Maya-Kultur, so ging der Gedanke weiter, erreichte ihren Höhepunkt mehrere Jahrhunderte nach der Gründung Teotihuacans. Allerdings haben neuere Forschungen diese Ansicht widerlegt und zeigten stattdessen, daß die Maya zu den innovativsten und tatkräftigsten Völker der Neuen Welt gehörten.

Und heute? Was ist von den einstigen Schöpfern einer so eindrucksvollen Kultur geblieben? Nur eine ethnische Randgruppe!
Da die Zahl der Maya von den heutigen Staaten systematisch geringer angegeben wird, weiß niemand genau, wie hoch sie in Wirklichkeit ist. Es sollen aber mindesten 4 Millionen im südöstlichen Mexiko, in Guatemala, Belize und Honduras sein. Seit der spanischen Eroberung im frühen 16. Jahrhundert sind die Maya den physischen und kulturellen Druck der europäischen Eroberer gnadenlos ausgesetzt. Viele der Maya versuchten in den Urwald zu fliehen, aber selbst der wird durch ein schwindelerregendes Tempo des Fortschritts zugrunde gerichtet. Planierraupen, neue Straßen, Hotels, Eigentumswohnungen und dergleichen verändern die Welt der Maya, wie es vor einem halben Jahrhundert nicht vorauszusehen war. Im Hochland von Guatemala werden die Ureinwohner in einem planmäßig angelegten Vernichtungsprogramm, herbeigeführt durch die wechselnden Militärregierungen, entwurzelt und demoralisiert. Wer weiß schon, daß es in den Schulen verboten ist, die yukatekische Sprache zu unterrichten? Wie viele Staatsoberhäupter von Lateinamerika können von sich behaupten, Indianer zu sein? Und wann hat man je eine indianische Sprache in den Hallen der UNO gehört? Die Antworten lauten: "Keiner" und "Nie".


Die Schöpfungsgeschichte der Alten Maya

Der 13. August 3114 v. Chr.

Nach dem Popol Vuh (ein epischer Maya-Text) gab es am Anfang nur den Himmel und einen großen urtümlichen Ozean. Die Götter des Himmels und des Ozeans beschlossen, daß sie Geschöpfe brauchten, die sie anbeteten. Doch zuerst mußte ein Ort geschaffen werden, wo diese Geschöpfe leben konnten. Also sprachen sie das Wort "Erde" aus und schon tauchte sie auf wie eine Wolke oder Nebel und formte sich. Die Schöpfung wurde durch "vier Strecken, vier Ecken, vierfaches Abmessen, vier Pfosten, Halbieren der Schnur, Spannen der Schnur in den Himmel, auf die Erde, die vier Seiten, die vier Ecken" ausgedrückt. So vermaßen die Bauern ihr Ackerland ehe sie Getreide pflanzten. Die mythologische Erschaffung der Erde spiegelte also einen Alltagsvorgang des Ackerbaus wider. Das irdische Reich, das von zwei übernatürlichen Reichen oben und unten begrenzt war, wurde für quadratisch gehalten. Oben war das himmlische Reich, in dem viele Götter wohnten, während unten die gefürchtete Unterwelt, besiedelt von den widerwärtigen Adeligen von Xibalba, war. Einigen Mythen zufolge bestand der Himmel aus 13 Schichten, jede mit einer eigenen Gottheit, und die Unterwelt aus neun Schichten. Im Zentrum des Kosmos stand der Weltenbaum. Vier weitere Bäume stützten den Himmel.

Hieroglyphische Inschriften vervollständigen den Schöpfungsmythos und geben das Datum der Schöpfung als 13.0.0.0.04 Ahau 8 Cumku an. Nun ratet mal, was dies für ein, uns verständliches Datum, sein soll. Ich will es euch verraten. Dies soll der 13. August 3114 v. Chr. sein. An diesem Tag wurden laut Mythos die "Drei Steine der Schöpfung" aufgestellt. Da die Feuerstelle der Maya aus drei Steinen bestand, könnte man dieses Stadion als Einrichtung der ersten Feuerstelle verstehen. Wak-Chan-Ahaw, der "Emporgehobene Himmelsherr", der Maisgott oder auch Hun Hunahpu, Vater der Heldenhaften Zwillinge, beanspruchte für sich, diese Feuerstelle errichtet zu haben. Er wird in der Unterwelt getötet, doch mit Hilfe seiner Söhne wiedergeboren. Dieses Ereignis wird durch das Entsteigen aus einem Schildkrötenpanzer dargestellt. Die Schildkröte spielt in der Schöpfungsmythologie eine wichtige Rolle. In einigen Mythen ruht die Erde auf einer, im urtümlichen Ozean treibenden großen Schildkröte. Das Sternbild "Orion" wurde von den Maya als Schildkröte wahrgenommen und drei Sterne des Orion sind eng mit den "Drei Steinen der Schöpfung" verbunden. Die Verbindung zwischen Orion und dem ursprünglichen Schöpfungsfeuer wurde in den modernen Maya-Mythen bewahrt. Jedes Jahr am 13.August (Jahrestag der Schöpfung) erscheint Orion am Himmel nahe dem Punkt, an dem die Milchstraße die Ekliptik kreuzt. Kurz vor der Dämmerung erreicht er seinen höchsten Stand, und genau jenen, wo der Maisgott geboren wird.

Nachdem die Götter die Erde geformt hatten, erschufen sie Geschöpfe, die sie anbeteten. Zuerst schufen sie Tiere, aber deren einzige Gebete waren kreischende laute. Dann formten sie einen Menschen aus Schlamm, der zwar sprach, aber nur bedeutungslose Worte und sich schnell wieder in eine formlose Masse verwandelte. Als nächstes schufen die Götter Menschen aus Holz. Sie sahen menschlich aus, sprachen und vermehrten sich, aber sie besaßen keine Seelen und ehrten ihre Schöpfer nicht. Daraufhin beschlossen die Götter, die hölzernen Menschen zu zerstören und erzeugten eine Vielfalt von Gefahren. Eine große Flut, Angriffe des gefürchteten Jaguars und selbst die Haustiere und Kochutensilien wurden für die Zerstörung genutzt. Die meisten Holzmenschen wurden getötet und die wenigen Überlebenden wurden in Affen verwandelt, die noch heute in Wäldern wohnen. Einen letzten Versuch wagten sie noch und sammelten Maiskörner. Die alte Göttin Xmucane mahlte die Körner neunmal, fügte Wasser hinzu und formte daraus die ersten vier Menschen. Diese lernten rasch, wie man die Götter verehrt und ihnen geeignete Opfer darbringt.

Genau das ist es auch, worauf die Götter besonderen Wert legten. Deshalb drehte sich das gesamte Leben der Maya um die Huldigung der Götter. Vor allem Gefangene aus den Kriegen zwischen den rivalisierenden Maya-Königreichen wurden den Göttern geopfert.

Die Rituale der Alten Maya

Die Huldigung der Götter

Über das ganze Jahr hinweg wurden Riten und Zeremonien vollzogen, um die Götter zu besänftigen, Dinge wie z.B. Regen zu erbitten und um das Fortbestehen der Welt zu sichern.

Die Maya waren ebenso kriegerisch und wild wie ihre mittelamerikanischen Nachbarn. Kriege wurden nicht nur geführt, um das Reich zu erweitern, sondern auch um Gefangene zu machen, die man dann den Göttern opfern konnte. Aber auch die Könige selbst brachten Opfer, indem sie an sich schmerzhafte Rituale ausführten. Xoc, die Gattin des Königs von Yaxchilán, zog eine dornenbesetzte Schnur durch ihre Zunge. Das heruntertropfende Blut wurde auf Rindenpapier aufgefangen und entzündet. In den Rauchschwaden erschien ein mystisches Geschöpf und signalisierte den Übergang zwischen dem natürlichen und dem übernatürlichen Reich. So konnten die Könige direkt mit den Göttern und ihren Ahnen kommunizieren und um Rat und Hilfe bitten. Die Männer praktizierten das Ritual des Aderlasses etwas anders. Sie saßen im Schneidersitz und schnitten sich mit einem Obsidianmesser oder mit Stechrochennadeln in den Penis. Für die Maya-Männer war dies ein Akt der Frömmigkeit.

In den Kodizes findet man Abbildungen, auf denen auch die Götter selbst ähnliche Akte zugunsten der Maya vollziehen. Das Ritual des Aderlasses symbolisierte also eine gegenseitige Verpflichtung.

Der Opferung der Gefangenen ging ein makaberes Spektakel voran. Durch den Kampf eh schon geschwächt, mußten sie mit den Siegern des Kampfes Ball spielen. Die Verlierer des Spieles wurden anschließend den Göttern geopfert. Natürlich waren dies die Gefangenen. Nach der Opferung folgte meist noch ein Spiel, bei dem der Kopf eines Gefangenen in Latex gehüllt und als "Ball" genutzt wurde.

Wesentlicher Bestandteil der heiligen Rituale waren Musik und Tanz. Festlichkeiten begleiteten bedeutende Ereignisse wie z.B. eine Thronbesteigung eines neuen Herrschers oder die Einweihung eines Tempels. Mit leuchtend farbigen Federn auf Jaguarfellen und geschmückt mit Juwelen aus Jade und Muscheln, tanzten die Adligen zur Musik von Trommeln, Pfeifen, Rasseln und Trompeten. Darstellungen solcher Zeremonien wurden in den Wandmalereien in Bonampak gefunden. König Chan-Muan gab sie in Auftrag, um die Vorstellung seines Erben vor dem Adligen der Stadt im Dezember 790 n. Chr. zu feiern.
Durch diese tänzerischen Zeremonien wurden die Episoden der Mythologie wiederbelebt, denn als die Heldenhaften Zwillinge in die Unterwelt abstiegen, verkleideten sie sich als Tänzer.




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Ogrim
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Beitrag Verfasst am: Fr Nov 01, 2002 1:20 am    Titel: Re: Tips für meinen Charakter :-) Antworten mit Zitat

Schreib jetzt noch auf, wo man diese Infos nachlesen kann und du nimmst Minni wirklich den Titel ab

Carpe diem!
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mOOnchild
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Beitrag Verfasst am: Fr Nov 01, 2002 12:20 pm    Titel: Re: Tips für meinen Charakter :-) Antworten mit Zitat

danke, dog, das is schon mal brauchbar....

aber hat einer von euch infos, wie es in den 2060ern da aussieht? vielleicht hat einer das aztlan-sourcebook? mir gehen solche infos leider völlig ab, weil wir meistens nur in der adl bzw. dem europäischen raum spielen....

>Non Serviam<
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Dogsoldier
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Beitrag Verfasst am: Fr Nov 01, 2002 12:37 pm    Titel: Re: Tips für meinen Charakter :-) Antworten mit Zitat

@Ogrim:

Neben Minnie ist Google einer meiner besten Freunde!

Ich gab einfach "Indianer Stämme Mittelamerika" ein, und - MATCH!

Ich selbst hätte lediglich die Stämme benennen können, aber nicht so "en détail"!

@mOOnchild:

Ich werde Sonntag Abend LOrdschuft treffen, ich glaub´der hat dieses Quellenbuch. Ich wollt´mir ohnehin "Chrom & Dioxin" ausleihen, dann ich dies gleich noch darauf ausweiten.

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Beitrag Verfasst am: Fr Nov 01, 2002 2:01 pm    Titel: Re: Tips für meinen Charakter :-) Antworten mit Zitat

das wär cool... schliesslich soll der char für dein abenteuer ja 'wasserdicht' werden...

>Non Serviam<
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Ogrim
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Beitrag Verfasst am: Fr Nov 01, 2002 3:30 pm    Titel: Re: Tips für meinen Charakter :-) Antworten mit Zitat

@ Dogdoldier

Ist das dann quasi auch umgedreht so(Minnis beste Freunde = Dogsoldier und Google)?

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Beitrag Verfasst am: Sa Nov 02, 2002 11:50 am    Titel: Re: Tips für meinen Charakter :-) Antworten mit Zitat

DAS musst Du Minnie fragen!

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MinniMaus
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Beitrag Verfasst am: Mo Nov 04, 2002 12:59 am    Titel: Re: Tips für meinen Charakter :-) Antworten mit Zitat

Also meine Infoquellen sind vielfältig. Aber hauptsächlich Dogsoldier, Google, anerzogene Allgemeinbildung und www.wer-weiss-was.de

Und ansonsten Lexika, sonstige Bücher und das Fernsehen.

Es gibt zwei Dinge die Unendlich sind: Das Universum oder die Dummheiten der Spieler deiner Runde die du meisterst - aber beim Universum bin ich mir nicht ganz sicher.... (frei nach Einstein)
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Gulshesh
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Beitrag Verfasst am: Do Nov 07, 2002 3:14 pm    Titel: Re: Tips für meinen Charakter :-) Antworten mit Zitat

äh, moonchild, sach doch was,

du müsstest eigentlich wissen das ich das azzie buch hab... aber in englisch glaub ich.

Um die Klugen muss man sich sorgen machen,
um die Dummen kümmert sich der liebe Gott.
(Mr. Bukovski Senior)
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Beitrag Verfasst am: Do Nov 07, 2002 5:16 pm    Titel: Re: Tips für meinen Charakter :-) Antworten mit Zitat

In deutsch ginge ja auch schlecht...

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mOOnchild
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Beitrag Verfasst am: Do Nov 07, 2002 5:22 pm    Titel: Re: Tips für meinen Charakter :-) Antworten mit Zitat

äh... ganz ehrlich... das wusste ich nicht... du hast so viele...

naja... der char existiert ja nu schon... und mit spielen haben wir auch schon angefangen... aber kannst trotzdem mal rüberwachsen lassen das ding...

>Non Serviam<
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